„Wenn die Stadt nicht mehr dafür bezahlt, gibt es halt kein Stadtfest mehr“

Noch ist die Musik nicht bestellt

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Das Stadtfest in Buchloe ist in Gefahr, da dem Gewerbeverein als Veranstalter die Kosten für Musik, Sicherheit, Absperrungen, Versicherungen oder Sanitätsdienst davongelaufen sind. Der Verein wünscht sich daher eine stärkere Beteiligung der Stadt.

Buchloe – Die Buchloer lieben ihr Stadtfest. Veranstalter ist allerdings nicht, wie der Name auf den ersten Blick vermuten lässt, die Stadt selbst, sondern der örtliche Gewerbeverein. Der wiederum klagt, dass die Kosten davon gelaufen seien und wünscht sich eine stärkere Beteiligung des Rathauses.

Erstmals wurde diese Forderung auf der Jahresversammlung des Gewerbevereins im November 2016 sehr deutlich formuliert. „Wenn die Stadt nicht mehr dafür bezahlt, gibt es halt kein Stadtfest mehr“, hatten einige Mitglieder lautstark gefordert (wir berichteten).

Das Rathaus reagierte damals überrascht. Mangelnde Unterstützung wollte man sich aber nicht vorwerfen lassen. Kämmerer Dieter Streit hatte in einer Stadtratssitzung im letzten Jahr die Zahlen präsent. 1500 Euro Zuschuss habe es für den Gewerbeverein gegeben, 552 Euro habe die Stadt für Sicherheitsaufgaben übernommen und allein die Bauhofleistungen hätten mit 3237 Euro zu Buche geschlagen. Also insgesamt 5289 Euro.

In der Zwischenzeit hat es vier Treffen zwischen dem Vorstand des Gewerbevereins und den Stadtoberen gegeben. Der Gewerbeverein hatte erklärt, so Verwaltungsleiter Arthur Salger, dass es ab dem übernächsten Jahr ein neues Konzept für das Stadtfest geben solle. In diesem Jahr rechne man mit einer Deckungslücke von 3250 Euro. Von der Stadt erwarte der Gewerbeverein für das kommende Fest einen einmaligen Zuschuss von 1500 Euro.

Im Hintergrund schwebte die Drohung des Gewerbevereins, notfalls 2017 das Stadtfest ganz ausfallen zu lassen. Salger konnte ferner berichten, dass der Gewerbeverein aus diesem Grund auch noch keine einzige Musikkappelle bestellt habe.

Es war Herbert Barthelmes, der für die CSU-Fraktion den Vorschlag machte, für 2017 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro zu bezahlen. Diese Summe könne pauschal an den Verein bezahlt werden, also nicht für spezielle Ausgabenpositionen. Barthelmes wollte seinen Vorschlag als Antrag verstanden wissen, über den abgestimmt werden sollte.

Manfred Beck als amtierender Bürgermeister erklärte, es sei der Wille der Stadt, dass das Stadtfest stattfinden solle. Der Vorschlag fand dann auch eine Mehrheit im Stadtrat. Ob dem Gewerbeverein die 1000 Euro statt der geforderten 1500 genügen, war bei Redaktionsschluss noch offen.

Das Stadtfest ist eines von vier großen Events, die der Gewerbeverein jedes Jahr in Buchloe organisiert und veranstaltet. Auch die „Lange Sommernacht“, die „Nacht der Lichter“ und der Weihnachtsmarkt werden vom Rathaus unterstützt.

von Siegfried Spörer

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