Frauenquote wächst, Bäume nicht mehr

Buchloe: Vereidigung von Stadträtin Martina Schwendner und Diskussion um Baumfällungen

Die Fällung alter Bäume sorgt immer wieder für Widerstand aus der Bevölkerung.
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Die Fällung alter Bäume sorgt immer wieder für Widerstand aus der Bevölkerung.

Buchloe – Wenn am Dienstag vergangener Woche im Buchloer Stadtgebiet nach 21 Uhr auf den Straßen mehr als vom Gesetzgeber vorgesehen los war, lag das vermutlich vor allem an der jüngsten Stadtratssitzung. Während die Sitzung dank der Vereidigung der neuen Stadträtin Martina Schwendner mit einem freudigen Ereignis begann, sorgte vor allem die Diskussion um die Fällung einer Baumgruppe an der Kindertagesstätte Franziskus für erhitzte Gemüter. Die Anwesenden waren sich einig: Eine Aussprache ist ein triftiger Grund für eine längere Sitzungsdauer.

Nachdem das scheidende Stadtratsmitglied Maximilian Hartleitner das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Balzheim übernommen hat, wurde nun seine Nachfolgerin Martina Schwendner (FDP) offiziell vereidigt. Zukünftig wird sie Vertreterin im Bau-, Verkehrs- und Rechnungsprüfungsausschuss, sowie in diversen Arbeitskreisen sein. Bürgermeister Robert Pöschl hieß sie herzlich willkommen, das Gremium begrüßte sie mit Applaus. Gleich in ihrer ersten Sitzung bekam Schwendner facettenreiche Einblicke in die politische Arbeit und vor allem in die Diskussion.

Ein neues Gesicht im Buchloer Stadtrat: Martina Schwendner (FDP) rückt für Maximilian Hartleitner nach.

Der Punkt „Baumfällungen bei der Kita Franziskus“ war erst nachträglich in die Tagesordnung aufgenommen worden. Es zeigte sich aber, dass hier dringend Klärungsbedarf nötig war. Stadtbaumeister Stephan Müßig bezog Stellung zu der Entscheidung, die alten Bäume umzusägen. Bereits vor zwei Jahren seien Begutachtungen durchgeführt worden, die betroffenen Bäume hätten bereits damals Anlass zur Beobachtung gegeben. Im vergangenen Jahr habe die Vitalität der Bäume deutlich abgenommen. Müßig sprach sogar von Grünholzabwurf. Hätte man die Bäume jetzt nicht gefällt, wäre es in einigen Jahren vermutlich zur Problembaumfällung gekommen. Weil die Baumgruppe so miteinander verwachsen sei, habe man auch keine Möglichkeit gesehen, nur einzelne Bäume umzumachen, ohne dass die freistehenden zur neuen Gefahr werden könnten. Die Gefahren seien abgewogen worden. Der Kindergarten sei kein Ort, an dem mögliche Experimente durchgeführt werden könnten. Ersatzpflanzungen seien eingeplant. „Das war keine leichtfertige Entscheidung, sondern ein Prozess über mehrere Jahre“, so Müßig.

Die Stimmen aus dem Stadtrat und die empörten Einwürfe aus dem Zuschauerraum zeigen aber, wie unzufrieden die Buchloer mit dieser Entscheidung sind. Pöschl kritisierte vor allem, dass es im Falle der Baumgruppe vor allem auf der Ebene der Kommunikation nicht gut gelaufen sei. Das Thema sei im Stadtrat mehrmals zur Debatte gestanden, allerdings sei nie ein Beschluss gefasst worden. „Das hätte vorher diskutiert werden müssen. Jetzt kann es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wir können aber aus der Situation gewisse Schlüsse ziehen“, fügte er an. Thomas Reiter (FDP) wünschte sich für die Zukunft, dass auch eine externe fachkundige Meinung eingeholt wird. Die Entscheidung sei zu schnell getroffen worden. Für die Grünen und die UBI war der konsequente Schluss sogar, einen konkreten Antrag zu stellen.

„Das ist ein Thema, das regt mich auf. Selbst wenn wir jetzt nachpflanzen, sind die 100-jährigen Bäume weg. Jetzt ist der Zeitpunkt da. Die Grünen-Fraktion stellt einen Antrag auf eine Beratung bei der Begutachtung der Bäume und auf die Erstellung eines Ortsbegrünungsplans“, erklärte Elfriede Klein (Grüne). Herbert Wintersohl (UBI) wiederum stellte für seine Fraktion den Antrag für eine Baumsatzung. Es solle ein Konzept erarbeitet werden, hinter dem alle stehen. Dies würde auch den Anmerkungen von Franz Lang (FWV) Rechnung tragen. Lang gab zu bedenken, dass auch die Frage der Verantwortung im Falle eines Unfalls zu berücksichtigen sei.

Ein ausführlicher Bericht zu den gefällten Bäumen folgt.

Agnes Reißner

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