Stadt profitiert

Buchloes Umweltausschuss freut sich über Anbindung an Flexibus-System im Unterallgäu

Bushaltestelle „Bahnhof P+R“ Buchloe
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Die Bushaltestelle „Bahnhof P+R“ wird in Zukunft nicht nur von Linienbussen und Schienenersatzverkehr angefahren. Sie soll auch durch das Flexibus-System aus dem Unterallgäu bedient werden.

Buchloe – Der öffentliche Personennahverkehr und sein Ausbau: Ein Thema, das Kommunen immer wieder vor Herausforderungen stellt und oft schwer umsetzbar ist. Für die Stadt Buchloe ist daher die Idee des Ausschusses für Mobilität, Nahverkehr und Verkehrsvernetzung des Landkreises Unterallgäu umso erfreulicher. Buchloe soll mit zwei Haltestellen an das Flexibus-Netz im Unterallgäu angeschlossen werden. Klar, dass da auch der Umweltausschuss nicht nein sagt.

Das Prinzip des Flexibus-Systems ist denkbar einfach. Die Busse fahren hier nicht automatisch, sondern können je nach Bedarf in bestimmten Zeitfenstern von den Bürgerinnen und Bürgern selbst gebucht werden. Unter der Woche sollen die Busse zukünftig von 6 bis 20 Uhr fahren, an Wochenenden und Feiertagen immerhin noch von 7 bis 18 Uhr. Das Angebot besteht dabei 365 Tage im Jahr. Die Fahrpreise werden anhand eines Wabensystems berechnet. So sind die Kommunen in Waben eingeteilt, zum Beispiel Buchloe, Wiedergeltingen oder Amberg. Pro befahrene Wabe steigt dabei der Fahrpreis. So zahlt ein Erwachsener für eine Einzelfahrt innerhalb einer Wabe 2,20 Euro, bei vier durchquerten Waben wird sich ein Ticket auf fünf Euro belaufen. Dabei können auch regelmäßige Fahrten angemeldet werden, sodass der Bus zu einer bestimmten Zeit immer fährt. Dies könnte vor allem für Pendler ein attraktives Angebot sein. Aber auch kurzfristige Fahrten sind kein Problem: Bis 30 Minuten vor Fahrtantritt können die barrierefreien Busse gebucht werden.

Für Buchloe bedeutet das konkret, dass die beiden Haltestellen „Buchloe Bahnhof P+R“ und „Buchloe Amberger Hof“ angefahren werden sollen. Wichtig dabei: Das Flexibus-System darf nicht in Konkurrenz zu bestehenden Bus- und Bahnlinien, wie etwa die Strecke Buchloe-Türkheim, stehen. Der Landkreis Ostallgäu muss dem Vorhaben noch zustimmen, weil der ÖPNV Sache des Landkreises ist, es steht aber schon fest, dass das Flexibus-System für den Landkreis und die Stadt vollkommen kostenfrei sein wird.

Bürgermeister Robert Pöschl und Benjamin Leinsle (CSU) bedankten sich beim Landkreis Unterallgäu und den Nachbargemeinden für die Berücksichtigung Buchloes bei ihren Planungen. Pöschl erhofft sich, dass Buchloes Einzelhandel und die Ärzte davon profitieren können. Er hoffe auch, dass Pendler das Angebot nutzen, um die Parkplätze in Buchloe zu entlasten. „Das ist das richtige Thema zur richtigen Zeit“, fügte Thomas Reiter (FDP) an. Der Weg vom Auto weg führe nur über eine solche Strategie. Die Anwesenden waren sich auch einig, dass das System beobachtet werden soll, um daraus etwaige Rückschlüsse für das innerstädtische Busangebot zu ziehen oder für einen Ausbau des Streckennetzes, zum Beispiel Richtung Landsberg. Michaela Schilling (UBI) begrüßte die Entscheidung auch für die Jugend. Diese werde dadurch mobiler. Hier wäre natürlich ein zusätzliches Angebot an den Wochenenden wünschenswert. Die Einführung des Flexibus-Systems soll zum 1. Juli erfolgen.

Gewinn durch Photovoltaik- und Stromerzeugungsanlagen

In der Sitzung gab Kämmerer Dieter Streit zudem einen Überblick über die Photovoltaik- und Stromerzeugungsanlagen der Stadt. Für das Jahr 2019 wurde durch die Anlagen ein Gewinn von rund 68.000 Euro erwirtschaftet, hinzu kommen gut 38.000 Euro, die bei anderen Stromanbietern eingespart werden können. Zudem verwies Pöschl auf die Anlagen im privaten Bereich, wie zum Beispiel auf dem Dach des Eisstadions. Elfriede Klein (Grüne) nannte diese Zahlen löblich, sieht aber noch Potenzial nach oben und denkt dabei auch an die sogenannten Bürgerparks, wie sie zum Beispiel im Fuchstal zu finden sind. Eine Einstellung, die auch Schilling weiterdenkt: Sie verweist auf die Aufforderung des Umweltministers Thorsten Glauber, den Klimareport ernst zu nehmen. Ihr Ansatzpunkt sah dabei auch den Erhalt der Grünflächen im Innenstadtbereich vor.

von Agnes Reißner

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