Schließung wegen unerfüllter DIN-Norm – Osterzeller hoffen auf eine Lösung

"Unser Schwimmbad soll bleiben!"

+
Auch die „Kleinen“ aus dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Kindergarten kämpfen gemeinsam mit den „Großen“ von Förderverein und Politik um den Erhalt des Schwimmbads.

Osterzell – Der Sommer und damit auch die Badesaison neigen sich langsam dem Ende zu. Für die Bürger von Osterzell geht der Kampf um ihr Schwimmbad jedoch weiter. Bernhard Bucka, der Vorsitzende des Fördervereins, ist guter Hoffnung, dass sich noch in diesem Jahr eine Lösung abzeichnet.

Um den Erhalt "ihres" Schwimmbads kämpfen derzeit die Osterzeller. Die Schließung der Einrichtung zum Saisonende wurde von Amts wegen verfügt, da die DIN-Normen für die Messung und Dosierung von Chlor nicht erfüllt werden. Eine Beanstandung bei früheren Überprüfungen hatte es allerdings zu keinem Zeitpunkt gegeben. 

Die bei Jung und Alt beliebte Einrichtung wird durch Josef Riedle seit über dreißig Jahren ehrenamtlich betreut. Dazu gehören auch die Erhebung von Messwerten im Wasser und die daraus resultierende manuelle Dosierung des Chlors. Das Wasser wird außerdem durch die Gemeinde und das Landratsamt wöchentlich kontrolliert. Obwohl es bisher nie Beanstandungen gab, hat die Behörde den Betrieb bis zum Saisonende nur noch „geduldet“. Im nächsten Jahr müsste für einen Weiterbetrieb eine Umrüstung erfolgen. Für die 670-Seelen-Gemeinde wäre die Umrüstung auf eine DIN-konforme Lösung jedoch nicht bezahlbar. 

Der am ersten August gegründete Förderverein, der sich den Erhalt des Bades auf die Fahne geschrieben hat, zählt bereits 120 Mitglieder und sucht jetzt nach Möglichkeiten, wie das Bad weiter bestehen könnte. Unterstützung seitens der Politik wurde durch Dr. Paul Wengert (SPD) und Bezirks- und Kreisrätin Ursula Lax (CSU) bereits parteiübergreifend signalisiert. 

Mehrere Varianten 

Laut Bernhard Bucka als 1. Vorsitzenden des Fördervereins gibt es mehrere Optionen. Zusammen mit dem Landratsamt sollen diese Lösungen besprochen werden. Zunächst sei man auf der Suche nach einem Weg, bei dem Messung und Dosierung des Chlors sowie die Umwälzpumpen automatisch gesteuert werden können, ohne dass erheblich in die bestehende Infrastruktur eingegriffen wird. Das würde erhebliche Kosten sparen. Eine andere Variante wäre der Umbau zu einem Naturbad – große Eigenleistung vorausgesetzt. Allerdings fallen dann vermutlich im Betrieb deutlich höhere Kosten an. Die Möglichkeit einer Umwidmung zum Löschteich ist nach den Worten von Bucka auch keine richtige Lösung: „Damit verschieben wir das Problem lediglich!“ Da die finanziellen Mittel begrenzt sind, versucht der Förderverein aus Mitgliederbeiträgen und Spenden seinen Beitrag zu leisten. 

„Es wäre natürlich schön“, so Bucka, wenn sich Sponsoren zur Unterstützung finden würden“. Er wünscht sich nach Möglichkeit noch in diesem Jahr eine Lösung, damit 2014 rechtzeitig mit einer Umrüstung begonnen werden kann – und die Bürger im gemeindeeigenen Bad zum darauffolgenden Saisonbeginn wieder Badespaß erleben können. von Wolfgang Becker

Meistgelesen

Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Immer an der Wand lang
Immer an der Wand lang
Frauen in der Leitungsebene
Frauen in der Leitungsebene
Mehrere Neuanschaffungen
Mehrere Neuanschaffungen

Kommentare