Petition gegen Hotelprojekt

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Marktoberdorf – Gegen das geplante Hotelprojekt in Marktoberdorf wurde jetzt eine Petition eingereicht. Das Schriftstück trägt die Unterschrift von 45 Bürgern. Kernstück der Petition ist der Verstoß gegen das so genannte Anbindegebot nach dem Landesentwicklungsprogramm (LEP).

Dieses legt fest, dass Neubaugebiete immer an Ortschaften angeschlossen sein müssen. Wie berichtet, plant ein Investor auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei ein Hotelprojekt zu verwirklichen. Der Marktoberdorfer Stadtrat hatte hierzu in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Weg für den Bau des geplanten Hotels südlich der Schongauer Straße freigemacht. 

Die Antragssteller fordern in ihrer Petition, dass der Petitionsausschuss des bayerischen Landtages beschließen möge, „dass die Hotelanlage, die auf einer ehemaligen Gärtnerei im Außenbereich erbaut werden soll, gegen das Anbindegebot nach LEP (Landesentwicklungsprogramm) verstößt und weiter feststellen, dass auch Ausnahmebestimmungen vom Anbindegebot nach Ziffer 3.3 des LEP nicht erfüllt sind“. Sinngemäß heißt das, dass das geplante Hotelprojekt aus Sicht der Antragssteller zu weit weg von bestehenden Bauwerken ist. 

Wie die Leiterin der Abteilung Bau und Umwelt des Landratsamtes, Gudrun Hummel, auf Anfrage desKreisboten mitteilte, liege die Petition der Behörde vor. Eine entsprechende Stellungnahme für den Petitionsausschuss wurde laut Hummel bereits verfasst: „Wir gehen davon aus, dass das Anbindegebot in diesem Fall erfüllt ist“. Also schlechte Karten für die Petition? Nicht ganz, so Hummel, denn Erfahrungen hätten gezeigt, dass nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen in die Entscheidungsfindung einfließen.

"Keine grüne Wiese sondern Gewerbefläche"

Auch die Stadt Marktoberdorf hat bereits eine Stellungnahme für den Petitionsausschuss abgegeben. Sie sieht eine unmittelbare Anbindung an die städtische Infrastruktur gegeben und nennt als Beispiele die Abbiegespur von der Bundesstraße auf das geplante Hotelgelände, die Bushaltestelle und die vorhandene Anbindung an das Geh- und Radwegenetz. 

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell spricht für den gesamten Stadtrat, wenn er sagt, dass der Hotelstandort für Marktoberdorf optimal sei – mit ausreichendem Abstand zur nächsten Wohnbebauung (dem „Rambogen“ in rund 270 Meter Entfernung) und dennoch verkehrstechnisch nah zur Innenstadt. Hinzu komme, so betont das Stadtoberhaupt, dass für das Hotel keine grüne Wiese, sondern eine ohnehin brachliegende Gewerbefläche genutzt werde. 

„Das geplante Hotel ist für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Marktoberdorf von großer Bedeutung“, sagt Hell gegenüber dem Kreisboten. Der Petition bringt er Unverständnis entgegen: „Eine kleine Gruppe von Bürgern ist entschlossen, das Projekt zu versenken“. Und er warnt davor, mit der wirtschaftlichen Zukunft der Stadt zu spielen. Hell vertraut dagegen auf den gesunden Menschenverstand und hofft, dass sich auch der Petitionsausschuss für das Wohl der Allgemeinheit aussprechen werde – so wie sich bereits der Stadtrat nach sorgfältiger Abwägung einhellig und unisono für das Hotelprojekt entschieden hat.

von Kai Lorenz und Angelika Hirschberg

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