Zustimmung zum Eisstadion übertrifft Quorum deutlich

Das Profi-Eisstadion kommt

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Ein Aufschrei der Begeisterung durchfuhr die alten verwitterten Betonfundamente am Berliner Platz, als am Sonntag um 18.37 Uhr der Stadionsprecher während des Meisterschaftsspiels der Joker gegen die Kassel Huskies die erste Hochrechnung zum Wahlausgang über die Lautsprecheranlage durchgab.

Kaufbeuren – In für einige Seiten überraschend klarer Weise wurde beim Bürgerentscheid zum Bau eines Profi-Eisstadions von der Mehrheit der Bevölkerung die Zustimmung mit rund 60 Prozent der abgegebenen Stimmen erteilt. Das Quorum wurde mit 8.132 Stimmen damit weit übertroffen.

Die Wahlbeteiligung in Höhe von 41,31 Prozent der abstimmungsberechtigten Kaufbeurer Bürger lag damit knapp fünf Prozent unter dem Ergebnis der Kommunalwahl im Frühjahr letzten Jahres. 

Schon relativ früh war nach Auszählungsbeginn der Trend erkennbar. Nur wenige Besucher hatten sich im Rathaus eingefunden, um die Auszählungs-Ergebnisse auf der Präsentationswand direkt mitzuverfolgen, darunter Oberbürgermeister Stefan Bosse und einige Stadträte. 

Stimmen nach der Wahl: 

• OB Stefan Bosse: „Ich bin sehr froh über das deutliche Ergebnis, das uns ermöglicht, dieses Projekt von großer finanzieller Belastung für den städtischen Haushalt voranzutreiben. Es ist eine große Belastung für die Stadt, aber machbar. Ich freue mich darüber, dass sich die Bürger mit so großer Mehrheit für diesen Weg entschieden haben. Mir ist ganz wichtig, dass der Stadtrat und die Verwaltung mit großer Sorgfalt alle Alternativen untersucht und die günstigste Variante für den Steuerzahler dargestellt haben. Wir sind unter Volldampf an diesem Projekt und ich bin zuversichtlich, dass es ohne Provisorium weitergeht. Wir müssen nun nach vorne schauen, uns weiteren wichtigen Themen zuwenden und die Wahlkampfphase endgültig abschließen.“ 

Ulrich Fürst, Neues Kaufbeuren und Initiator des Bürgerbegehrens: „Persönlich bin ich zwar enttäuscht, denn ich war überzeugt, dass wir das Quorum schaffen. Aber dies ist eine demokratische Entscheidung und ich freue mich, dass mit dem klaren Ergebnis ein Schlussstrich gezogen wurde und es auch für die Stadt nun klar ist. Mir ging es darum, dass der Bürger entscheiden darf. Neues Kaufbeuren wird das Ergebnis weiter konstruktiv begleiten. Wir sind gespannt, ob der ESVK und sein Umfeld die gemachten Zusagen beispielsweise der von den Fans versprochenen eine Million Euro Beteiligung einhält. Wir fühlen uns auch durch die hohe Wahlbeteiligung bestätigt, der die „Brauchts-nicht-Sager“ widerlegt.“ 

Dr. Thomas Jahn, Fraktionsvorsitz CSU: „Wir hoffen, dass es durch diesen Entscheid nun zu einer Befriedung kommt. Gut ist, dass das Quorum erreicht wurde und damit eine verbindliche Entscheidung vorliegt.“ 

Bernhard Pohl, Fraktionsvorsitz FW: „Ich bin glücklich über das Ergebnis, denn wir haben seit 2009 einen Neubau gefordert und fühlen uns nun bestätigt. Es wäre leichter gewesen, wenn die CSU-Fraktion dem Oberbürgermeister nicht in den Rücken gefallen wäre. Jetzt wird es um eine Multifunktionsarena gehen, wie auf Plakaten angekündigt und wie es auch der Stadtratsbeschluss offen gelassen hat.“ 

Ulrike Seifert, Fraktionsvorsitz Die Grünen: „Ich finde gut, dass die Wahlbeteiligung größer war als beim Forettle und das Quorum erreicht wurde. Es war gut, dass wir uns eingemischt haben und ich denke, dass wir diese Form weiter verfolgen müssen. Aber auch ohne Bürgerentscheid sondern in einer Form des Miteinander. Ich rechne allerdings mit einer Kostensteigerung von 30 Prozent, sodass uns diese Schulden noch lange weiter begleiten werden. Ich bin enttäuscht vom ESVK für Methoden unter der Gürtellinie und hoffe, dass er auf die anderen Vereine zugeht. Ich hoffe auch, dass die Bürger dies kritisch begleiten und mehr Breitensport wie beispielsweise Eisstockschießen oder Eisdisco zukünftig möglich sind. Nur die Vielfalt macht es möglich, dass man mehr Mitglieder in die Vereine bekommt und ehrenamtliche Tätigkeiten ausbauen kann. Ich wünsche mir weiter ein Sportentwicklungskonzept mit Beteiligung von Bürgern und Vereinen.“ 

Markus Pferner, Stadtkämmerer: „Es war erstaunlich, dass so eine große Zahl von Kaufbeurer Bürgern für den Bau gestimmt hat. Für uns bedeutet das auch, dass wir diesen Auftrag wahrnehmen. Wir müssen diese Aufgabe nun so umsetzen, dass wir den vorgeschriebenen Grundsatz der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit mit dieser Maßnahme beachten. Ganz wichtig dabei ist, die Kostenobergrenzen einzuhalten. Wir haben das Eisstadion mit den Zahlen im Finanzplan bis 2018 schon abgebildet. Aufgrund der im Moment erreichten hohen Steuereinnahmen sieht es so aus, dass wir keine freiwilligen Leistungen einsparen müssen. Alle wichtigen geplanten Baumaßnahmen sind ebenfalls berücksichtigt und können stattfinden.“ 

Karl-Heinz Kiehlhorn, ESVK-Vorstand: „Das eindeutige Wahl-Ergebnis spiegelt den Stadtratsbeschluss wieder und die Kaufbeurer freuen sich auf die Zukunft mit dem ESVK in der neuen Halle.“ von Wolfgang Becker

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