Der Bürger hat das Wort

Trotz leerer Stühle: An Fragen mangelte es den Anwesenden bei der Bürgerversammlung in Hirschzell nicht.

Die letzte Bürgerversammlung der Stadt Kaufbeuren für das Jahr 2012 gemäß Bayerischer Gemeindeordnung fand jüngst in Hirschzell statt. Die Stadtteil- bewohner hatten sich zum zweiten Mal im Schneiderstadl eingefunden. Darunter Bürgermeister Gerhard Bucher, Stadträte und Verwaltungsspitzen der Stadt sowie der Leiter der Polizeiinspektion Kaufbeuren, Polizeirat Thomas Maier. In einem Querschnitt sprach Oberbürgermeister Stefan Bosse zunächst über aktuelle Themen.

Mit rund 80 Interessierten waren deutlich weniger Bürger gekommen als in den letzten Jahren. Die Stadtspitze informierte unter anderem über die vor einem Jahr bekannt gegebene Schließung des Fliegerhorstes bis Ende 2017. Das Ganze stehe aber auch unter dem finanziellen Vorbehalt: „Das Geld muss da sein, denn die Verlagerung der Ausbildung für Flugsicherung nach Erndtebrück und der Flugzeugtechnik nach Lechfeld kostet viel Geld“, so Bosse. Er erläuterte auch die jüngste Entwicklung für eine zivil-militärische Kooperation bei der Flugsicherungsausbildung im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsüberprüfung durch das BMVg (wir berichteten). Bei den seitens Bund und Land versprochenen Konversionsmaßnahmen sprach der OB von „Hinhaltetaktik“ insbesondere für eine FH-Außenstelle und den Ausbau der B12. Beim Thema „Rundwanderweg Bärensee“ laufe es jetzt auf eine Lösung mit Steg hinaus, nachdem die über ein Jahr laufende Verhandlung mit einem Eigentümer an der B16 zu keinem Ergebnis geführt habe. Die Untersuchungen der naturschutzrechtlichen Bedingungen wür- den sich aber wohl hinziehen, sodass mit einer Fertigstellung nicht vor 2014 zu rechnen sei. „Ich bin aber überzeugt, dass ein Rundweg einen Mehrwert an Naherholung bietet“, sagte Bosse. Mit dem Hinweis auf die zur Zeit vielen Baustellen in der Stadt kündigte er für den Stadtteil Hirschzell an: „Und irgendwann müssen wir auch die Bärenseestraße machen!“ Mittagsbetreuung Bürgerin Sonja Wiedemann wünschte sich für die Grundschule in Hirschzell eine Verbesserung der Infrastruktur für die Mittagsbetreuung. Die räumliche Situation sei für die dortigen Kinder momentan äußerst unbefriedigend und auch für das betreuende Lehrpersonal schwierig. Ein Anbau oder eine Containerlösung würden sich anbieten. Sowohl der OB als auch Kämmerer Markus Pferner sprachen von einer „schwierigen Situation“, da die Kosten im sechsstelligen Bereich lägen. Mittagsbetreuung sei an allen Schulen ein Thema, aber man könne nicht überall alles anbieten, sondern müsse Schwerpunkte festlegen. Klinik und Verkehr Dr. Klaus Seitz als niedergelassener Arzt berichtete von einer Überweisung von Patienten aus der Notfallversorgung des Kaufbeurer Krankenhauses in seine Praxis und fragte nach der personellen Besetzung in der Klinik. Auch Klaus Steck wünschte sich strategisch in die Zukunft gerichtete Maßnahmen mit einer Verstärkung des Krankenhausper- sonals, um die Qualität zu erhöhen. Der OB sprach hinsichtlich der Überweisung von einem „singulären Vorfall“, der ihm nicht bekannt gewesen sei und versprach, dem nachzugehen. Er bestätigte jedoch die „unter Normal“ liegende Personalsituation: „Wir halten in den kleinen Häusern Personal vor, das im großen Haus dann fehlt.“ Michael Schneider beklagte die zunehmend schwierige Verkehrslage in der Hirschzeller Siedlung durch parkende Fahrzeuge am Fahrbahnrand und in Einmündungsbereichen. Die Sicht sei häufig stark beeinträchtigt. Tobias Klöck machte auf die Veränderungen des zu Hirschzell gehörenden Moores aufmerksam. Auf Vorschlag von Bosse sollen die Allgäuer Moorallianz und der Landschaftspflegeverband eingeschaltet werden.

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