Pro und Contra Eisstadion: Stellungnahmen und Argumente im Kreisboten

Noch vier Tage bis zum Entscheid

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Haben erfolgreich Unterschriften für den Bürgerentscheid gesammelt: Der Verein Neues Kaufbeuren, hier bei einer Infoveranstaltung am 3. Januar.

Kaufbeuren – Soll die Stadt ein Eisstadion bauen, das für den Profisport konzipiert ist? Am kommenden Sonntag, den 18. Januar stimmen die Kaufbeurer in den Wahllokalen per Bürgerentscheid über diese Frage ab. Wenige Tage, in denen nun Befürworter und Gegner ihre Argumente noch einmal in die Waagschale werfen. Erfahren Sie hier alles über die Positionen des ESVK und des Vereins Neues Kaufbeuren, und lesen Sie in der Kreisboten-Ausgabe vom 14. Januar die Positionen der Stadtratsfraktionen.

Interview mit dem ESVK-Vorstand: "Ohne Profi-Eisstadion kein Profi-Team"

Vor allem der ESVK-Vorstand blickt am kommenden Sonntag beim Bürgerentscheid über die Frage nach einem Profi-Eisstadion mit sorgenvollen Mienen auf den Ausgang. Hängt davon doch laut diesem die Zukunft des Profi-Eissports in Kaufbeuren ab. Der Kreisbote hat mit den geschäftsführenden ESVK-Vorständen Kurt Dollhofer, Andreas Settele und Karl-Heinz Kielhorn über den anstehenden Bürgerentscheid, das neue Eisstadion und die möglichen Folgen gesprochen. 

Warum brauchen die Stadt Kaufbeuren und die Bürger ein „Profi-Eisstadion“? 

Geschäftsführende Vorstände: „Aus unserer Sicht ist der Begriff Profi-Eisstadion schon verwirrend und irreführend. Fälschlicherweise könnte man damit verbinden, dass die Stadt ein Stadion für die erste Mannschaft des ESVK baut. Wir betonen ganz bewusst – dies ist nicht der Fall. Der Neubau des Eisstadions ist eine gesamtstädtische Frage mit einem nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entwicklung unserer Stadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. Somit bedarf es einer Stadiongröße, die der Bedeutung der Stadt Kaufbeuren als ein bedeutendes Mittelzentrum so wie der weit- reichenden Nutzungen durch Schulen, Hobbymannschaften und bei Veranstaltungen gerecht wird. Die Halle könnte so von Mai bis Mitte August für andere Veranstaltungen der Stadt oder ihrer Bürger genutzt werden. Und natürlich sollte es den Anforderungen des Gesamtvereins ESVK entsprechen. Dies beinhaltet auch eine entsprechende Größe, um dauerhaft wirtschaftlich konkurrenzfähig zu sein. Alle Aspekte gesammelt, ergeben eine zwingend notwendige Größe von rund 3500 Zuschauern. Das aktuelle Stadion verfügte im Übrigen vor Dezember 2012, also vor dessen vorübergehender Schließung, über 4800 Steh- und Sitzplätze.“ 

Was passiert mit dem ESVK, wenn sich die Bürger am 18. Januar gegen ein „Profi-Eisstadion“ aussprechen? 

Geschäftsführende Vorstände: „Ein Nein würde bedeuten, dass, wenn überhaupt, ein Stadion mit einer deutlich geringeren Zuschauerkapazität gebaut würde. Dies hätte solch einen gravierenden Einfluss auf Ligazugehörigkeit, Vermarktung und Wirtschaftlichkeit, dass sowohl die erste Mannschaft als auch sämtliche Nachwuchsmannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen werden müssten. Der ESVK in seiner jetzigen Form würde wahrscheinlich in die Insolvenz gehen müssen und sich auflösen. Ob sich zukünftig ein kleiner Hobbyverein ohne Ambitionen entwickeln würde, können wir schwer beurteilen. Möglich wäre dies natürlich. Den bundesweit bekannten Eishockeystandort Kaufbeuren würde es aber nicht mehr geben. Insofern appellieren wir an Fans und Nicht-Fans des ESVK, im Sinne des Eishockeystandortes Kaufbeuren und für eine positive Zukunftsfähigkeit unserer Stadt, für das profitaugliche Eisstadion zu stimmen.“ 

Welche Folgen erwarten Sie für die Stadt, falls der Verein aufgrund eines fehlenden Profistadions überregional an Bedeutung verliert? 

Geschäftsführende Vorstände: „Ohne ein entsprechendes Stadion wird es den ESVK in der jetzigen Form nicht mehr geben. Sowohl die erste Mannschaft als auch sämtliche Nachwuchsmannschaften müssten vom Spielbetrieb zurückgezogen werden. Für Kaufbeuren dürfte damit das wohl einzige bedeutende Aushängeschild der Stadt für immer verloren gehen. Aus unserer Sicht ein fatales Zeichen für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. In wie weit sich davon investitionswillige Unternehmen beeinflussen lassen oder gar Entscheidungen wie der mögliche Ausbau der B12 tangiert werden, ist natürlich schwer vorher- sehbar. Insgesamt aber gibt es genug wissenschaftliche Arbeiten darüber, wie wichtig weiche Standortfaktoren wie ein bundesweit bekannter Sportverein für die Entwicklung, Vermarktung und das Selbstverständnis einer Stadt sind. Somit könnten die Folgen für Kaufbeuren gravierend negativ und nicht reparabel sein.“ 

Können Sie Zahlen nennen, die belegen, dass sich ein neues Profi-Eisstadion wirtschaftlich rechnet? 

Geschäftsführende Vorstände: „Der ESVK bringt der Stadt mit seinem Spielbetrieb, den 50 Angestellten und den rund 100.000 Zuschauern pro Saison bis zu zwei Millionen Euro Kaufkraft, circa 2000 Übernachtungen sowie zusätzliche Umsätze für Gastronomie und Einzelhandel. Darin enthalten ist die jährliche Stadionmiete, die der Verein an die Stadt zu zahlen hat. Darüber hinaus stellt der ESVK einen spürbaren Wert als Marketingfaktor der Stadt dar. Dies alles sind direkt und indirekt Größenordnungen, die eine Finanzierung über 20 Jahre rechnen lässt. Die Stadt Kaufbeuren hat zudem einen jährlichen Verwaltungshaushalt von über 110 Millionen Euro. Wenn tatsächlich die Belastung aus der Eishalle um 400.000 bis 500.000 Euro höher sein sollte, so entspricht dies einem Kostenanteil am Gesamthaushalt von 0,3 Prozent. Des- wegen müssen sicherlich keine anderen Leistungen erheblich eingeschränkt oder gar ganz gestrichen werden.“ 

Ursprünglich waren von Seiten der Stadt einmal 2.600 Besucherplätze für ein neues Eisstadion vorgesehen. Müssen es unbedingt 3.500 sein? Wo sehen Sie die Grenze, damit man weiter in der 2. Bundesliga mitspielen kann? Was wäre die „Minimallösung“, um in der DEL2 bleiben zu dürfen? 

Geschäftsführende Vorstände: „Die Zahl von 2.600 Zuschauern entsprang damals ersten Überlegungen der Stadt. Nach intensiven Planungen war aber schnell klar, dass eine dauerhaft tragfähige Lösung eine höhere Kapazität benötigt. Dies hängt mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Vereins und deutlich steigenden Zuschauerzahlen bei Neubauten zusammen, sogar unabhängig von einer Ligazugehörigkeit in der DEL 2 oder eventuell in der Oberliga. Gleichzeitig sollte die Größe auch als Aushängeschild der Stadt dienen und die notwendige Voraussetzung für Großveranstaltungen neben dem Eishockey bieten. Außerdem wäre der finanzielle Unterschied wahrscheinlich nur ein geringer einstelliger Millionenbetrag, da die gesamte Infrastruktur und Technik unabhängig von der Zuschaueranzahl gleich bleiben würde. Aus unserer Sicht wäre somit eine Größe unter 3.500 Zuschauern wirtschaftlich ein großer Fehler und bei einer Finanzierung über mehr als 20 Jahre überhaupt nicht notwendig und somit eher kontraproduktiv. Diese Ansicht hat am 3. Januar auch unser Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl hervorgehoben.“ 

Wie verhält es sich mit den verringerten Einnahmen, wenn der Verein absteigen würde? Gibt es geschätzte Zahlen? 

Geschäftsführende Vorstände: „Bei einem Abstieg des Vereins in die Oberliga würde sich die finanzielle Situation nicht grundlegend verändern. Aus der Erfahrung heraus würden die Sponsoring-Einnahmen gleich bleiben. Ebenso der Etat der ersten Mannschaft, um konkurrenzfähig zu bleiben. Grundsätzlich dürften die Zuschauereinnahmen in der Oberliga im Vergleich zur DEL 2 ähnlich sein. Insgesamt wird man aber durch ein neues, modernes Stadion, und das zeigen alle Beispiele im Eishockey und in anderen Sportarten, in andere Zuschauer- und Vermarktungsdimensionen steigen. Dies erklärt, dass ein möglicher Abstieg in die Oberliga in der Stadionfrage überhaupt keine Relevanz hat.“ 

Welche finanzielle Beteiligung könnte sich der Verein bei einem Neubau vorstellen (prozentual oder in absoluten Beträgen)? 

Geschäftsführende Vorstände: „Eine Gruppierung um den Förderverein, hier die ,Oldtimer’, hat Initiativen zur Unterstützung der Finanzierung eines profitauglichen Eisstadions vorgestellt. Ein Ziel ist es, eine Million Euro bis 2017 der Stadt für das Stadion zuzuführen. Weiterhin ist es denkbar, circa 15 Prozent des jährlichen Aufwandes über Spenden zu generieren. Es wird kräftig daran gearbeitet. Aus dem ESVK selbst können diverse Eigenarbeiten zum Ausbau von Kabinen oder anderen Gewerken durchgeführt werden. Das kann durchaus auch einen weiteren Millionenbetrag ausmachen. Weitere konkrete Zahlen sind zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu nennen. Wir stehen in engen Gesprächen diesbezüglich sowohl mit der Stadt als auch mit dem Förderverein und den Fanclubs und natürlich auch unseren Mitgliedern. Sie können sich sicher sein, dass der Verein alle möglichen Anstrengungen unternimmt, um die Finanzierung dieses wichtigen Projekts für Kaufbeuren spürbar zu unterstützen. Ideen dazu gibt es dazu noch mehr, zum Beispiel auch die Beteiligung von Fans und Zuschauern, die außerhalb Kaufbeurens zu Hause sind.“ 

Fürchten Sie um den Nachwuchs mangels Vorbilder wenn es die Profis nicht mehr gibt? 

Geschäftsführende Vorstände: „Eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt natürlich auch das Thema Vorbilder. Dazu bedarf es einer ersten Mannschaft, die bundes- weit einen Stellenwert hat und immer wieder große Spieler herausbringt. In diesem Punkt ist der ESVK in den letzten 60 Jahren sehr erfolgreich gewesen. Darüber hinaus zählt es aber vor allem, welche Qualität sie in der Ausbildung anbieten: dazu gehört das Niveau der Trainer und des Trainings, die Infrastruktur, die Ligazugehörigkeit in den einzelnen Altersgruppen usw. Da der ESVK hier sehr professionell arbeitet und in allen Altersgruppen in der höchsten deutschen Liga spielt, ist der Verein so bekannt für seine Nachwuchsarbeit und beliebt bei externen jungen Spielern – vor allen in der Region.” 

Was halten Sie grundsätzlich von Bürgerentscheiden? Warum oder warum nicht finden Sie einen Bürgerentscheid zum Stadion sinnvoll? 

Geschäftsführende Vorstände: „Grundsätzlich ist das Recht auf einen Bürgerentscheid gelebte Demokratie und eine Errungenschaft unserer Gesellschaft. In diesem Fall aber hat sich das demokratisch gewählte Gremium unserer Stadt, der Stadtrat, nach Studium aller erforderlichen Zahlen und Fakten mehrheitlich für den Neubau des Eisstadions mit 3.500 Zuschauern ausgesprochen. Damit wird auch betont, dass Kaufbeuren dieses Stadion braucht und die Finanzierung sichergestellt ist. Dieser Stadtrat ist erst vor wenigen Monaten von den Bürgern Kaufbeurens gewählt worden. Somit hätte es in diesem Fall keines Bürgerentscheides bedurft. Natürlich aber können wir die Ängste in der Bevölkerung verstehen, die mit der Investition in den Neubau große Einschnitte bei städtischen Aufgaben und bei der Unterstützung anderer Vereine befürchten. Wir appellieren in diesem Zusammenhang an Verwaltung und Stadträte, den Bürgern endlich diese Ängste zu nehmen und den vielen kursierenden Fehlinformationen entgegenzuwirken. Dazu würde schon eine Wiederholung der Aussagen reichen, die zu einer Mehrheit im Stadtrat für den Bau eines neuen Eisstadions geführt haben". von Kai Lorenz

 

Interview mit "Neues Kaufbeuren": "Kreative Ideen sind gefragt"

Der Verein „Neues Kaufbeuren“ um Vorstand Ulrich Fürst hat den Bürgerentscheid zum Thema „Profi- Eisstadion“ initiiert. Seitdem wird auf kommunaler Ebene ein sehr emotionaler Kampf zwischen Befürworter und Ablehnern geführt. Der Kreisbote sprach mit Fürst über seine Bedenken, dass die Stadt ein Profi-Eisstadion für den ESVK finanziert. 

Warum sind Sie gegen ein Profi-Eisstadion?

Fürst: „Ich bin überhaupt nicht gegen ein Profi-Eisstadion. Ich bin dagegen, dass die Stadt Kaufbeuren ein Profi-Eisstadion zu 100 Prozent finanziert“. Welche Auswirkungen für die Stadt Kaufbeuren und deren Bürger sehen Sie? Fürst: „Die Stadt Kaufbeuren gehört zu den wirtschaftlich schwächsten Gemeinden Bayerns. Die Schlüsselzuweisungen betragen das 2,5-fache des bayernweiten Durchschnitts. Wenn die Stadt jetzt 20 Millionen Euro für ein Profi-Eisstadion ausgibt, wird sie wichtige Aufgaben nicht mehr wie gewohnt erledigen können. Im Haushaltsentwurf für 2015 ist von einer Net- toneuverschuldung in Höhe von über 9,5 Millionen Euro im Planungszeitraum bis 2018 vorgesehen. Dies ist deutlich mehr als bisher (4,1 Millionen Euro). Konkret könnte dies bedeuten, dass Investitionen in Schulen, Turnhallen, Infrastruktur, Straßenbau und Energieeinsparung nicht in gewohntem und notwendigem Umfang stattfinden können. Ebenso werden die Spielräume für freiwillige Leistungen bei anderen Vereinen, Kultur und im sozialen Bereich dauerhaft kaum mehr vorhanden sein“. 

Sie fordern ein kleineres Eisstadion. Wie groß darf das sein und was würde das kosten? 

Fürst: „Ich fordere die Stadt und alle Verantwortlichen auf, über Alternativen nachzudenken. Kreative Ideen sind gefragt. Die Kosten sind im Stadtratsprotokoll vom 29. Juli 2014 ersichtlich. Circa drei Millionen Euro für die Basisversion und rund sieben Millionen Euro für die Version ,extra’ mit Zuschauern.“ 

Ist damit ein Profi-Eissport noch möglich? 

Fürst: „Ist Profi-Eissport eine Pflichtaufgabe der Stadt Kaufbeuren? Die Sportförderrichtlinien sagen ganz klar, dass Profi-Sport durch die Stadt Kaufbeuren nicht förderfähig ist. Leider haben wir bisher keine Informationen von Seiten der Stadt oder des ESVK bekommen, wie diese 3000-Punkte-Regelung angewandt werden soll und kann. Wer Profi-Sport betreibt, sollte dies mit seinen eigenen Einnahmen durchführen können. Ein Subventionieren des Profi-Eishockeys auf Kosten der Kaufbeurer Steuerzahler darf es nicht geben!“ 

Kennen Sie Beispiele, wo das mit einem kleineren Eisstadion so funktioniert hat? 

Fürst: „Ich kenne die Lizenzbedingungen für die DEL 2 nicht.“ 

In einer Pressemitteilung schrieben Sie: „Wir haben nichts gegen den ESVK, wir finden seine Arbeit gut, wir haben nichts gegen ein Profi-Eisstadion – Entscheidend ist, wer das bezahlt!!“ Wie stellen Sie sich eine Aufteilung der Kosten vor? Denken Sie an eine prozentuale Verteilung und wenn ja, in welcher Größenordnung? Welchen Betrag bei der Finanzierung eines neuen Eisstadions sehen Sie als maximale Beteiligung der Stadt? 

Fürst: „Genau so ist es: Es geht darum, wer das bezahlt und wenn es die Bürger und Steuerzahler sind, dann ist es mir nicht mehr egal. Im Stadtrat wurden bereits verschiedene Varianten genannt: 

• Rund drei Millionen Euro für eine Variante mit einer Halle und wenigen Zuschauerplätzen 

• Rund sieben bis acht Millionen Euro für ein Stadion mit Zuschauern, aber nicht DEL 2 tauglich. Alles, was drüber hinaus geht, ist dem Profibereich zuzuordnen. Dadurch können sich Aufteilungen ergeben. Im Haushaltsentwurf 2015 sind für das Eisstadion circa sieben Millionen Euro bis 2018 bereitgestellt. Auch dadurch steigt die Nettoneuverschuldung auf über 9,5 Millionen Euro“. 

Der ESVK rechnet auf seiner Homepage vor, dass sich nur ein Profi-Eisstadion sowohl für die Stadt als auch für den Verein rechnet. So soll die Stadt bei einer Stadionhaltbarkeit von 45 Jahren in dieser Zeit rund 103 Millionen Euro Umsatz aus dem Stadion generieren. Rechnet man den Konsum der Gäste außerhalb der Arena noch hinzu, würde diese Zahl laut ESVK „deutlich höher“ sein. Was können Sie diesen Zahlen entgegenhalten? 

Fürst: „Mich wundert der wirtschaftliche Sachverstand, der bei der Erstellung dieser Unterlagen eingebracht wurde. Wir haben sogar zu Gunsten des ESVK gerechnet und sind auf ernüchternde Zahlen gekommen. Von der wirtschaftlichen Leistung des Vereins kommen maximal 80.000 Euro im Jahr in den Stadtsäckel der Stadt. Die Vereinsspitze sollte es wissen – die Fans könnten es wissen. Dies wurde sogar auf der ProEisstadionseite nach einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister veröffentlicht, nachzulesen unter www.neues-kaufbeuren. de/faq. Warum werden wider besseren Wissens diese Zahlen in die Welt gesetzt?”

Der ESVK rechnet vor, dass die Kosten für ein kleineres Eisstadion nur um ein weniges geringer seien, sich die Einnahmen aber nur bei einem großen Stadion rechnen. Was sagen Sie dazu? 

Fürst: „Die Kosten für das Profi-Eisstadion steigen auch wegen der notwendigen technischen Ausstattung. Bisher ist immer noch mit einer Zahlung des ESVK für die 1. Mannschaft von 40.000 Euro im Jahr kalkuliert. Die Kosten für den Betrieb steigen aber mindestens auf das doppelte. Diese Aussagen stimmen einfach nicht. Betriebskosten von über 750.000 Euro und 40.000 Euro Miete für die 1. Mannschaft des ESVK. Das kann sich nicht annähernd rechnen!!! Seit 1. September 2014 haben wir versucht von der Stadt, dem ESVK und der ESBG Zahlen und Daten für das neue Profi-Eisstadion zu erhalten. Leider vergeblich. Wie sollen wir da Alternativen vorstellen, wenn über vier Monate nach dem Beschluss durch den Stadtrat noch keine genaueren Angaben vorliegen? Die Differenz zum von der Stadt genannten Basisstation beträgt circa 17 Millionen Euro.“ 

In den zurückliegenden Tagen und Wochen wurden Sie von ESVK-Anhängern bedroht und persönlich verbal angegriffen. Auch Menschen aus Ihrem Umfeld, die nichts mit der Sache zu tun haben, wurden da inzwischen mit „reingezogen“. Wie kommen Sie damit klar? Wenn Sie könnten, würden Sie das Rad der Zeit zurückdrehen? 

Fürst: „Ich bin enttäuscht über diese Art Wahlkampf. Erst kürzlich wurde ich aus dem Demonstrationszug als ,Mörder’ betitelt. Ein anderer meinte sinngemäß, ich wolle den ESVK zerstören, also werden sie mich und meine Familie zerstören. Dieses Thema ist sehr emotional. Das verstehe ich. Wenn man aber über emotionale Themen nicht mehr sprechen dürfte – was wäre das für eine Gesellschaft? Unser Bürgerbegehren haben über 2600 Personen gültig unterschrieben. Wir und ich haben auch einen Auftrag. Ich habe mir das in dieser Dimension nicht vorstellen können! Auf keinen Fall. Nun ist es so und ich werde damit fertig. Gott sei Dank gibt es auch gute Zeichen. Einer meiner Söhne war beim Neffen eines ehemaligen Spielers zur Geburtstagsfeier eingeladen. Natürlich etwas normales, aber momentan doch erwähnenswert.” 

Was wünschen Sie sich für den Eishockeysport in Kaufbeuren in der Zukunft? 

Fürst: „Ein gutes, erfolgreiches Miteinander zwischen Stadt, allen Bürgern und dem Verein. von Kai Lorenz



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