Rundum zufrieden

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Rundum zufrieden: Kaufbeurens Dritter Bürgermeister Ernst Holy feiert seinen 60. Geburtstag.

Kaufbeuren – Seit 20 Jahren sitzt Ernst Holy im Stadtrat und als 3. Bürgermeister vertritt er die Stadt seit 2002. Nun feiert der Polizeibeamte seinen 60. Geburtstag und wirft einen Blick zurück. Das Berufsleben, das Engagement in den Vereinen und die politische Arbeit waren die bestimmenden Faktoren in der Vergangenheit.

Der Kreisbote sprach mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister über ganz persönliche Dinge und Meilensteine in den zurückliegenden Jahrzehnten. Die Bilanz fällt eindeutig aus: glücklich mit seiner Familie und zufrieden mit dem Erreichten. 

Ernst Holy erblickte am 5. April 1956 in Kaufbeuren das Licht der Welt. Dass wenige Wochen später das Rathaus durch Brandstiftung in Flammen aufging, bekam er allerdings nicht mit. Nach einer glücklichen Kindheit und Jugendzeit trat er mit 17 Jahren in Seeon in der Nähe des Chiemsees in den Polizeidienst ein. „Eigentlich nur durch den Anstoß eines Schulkameraden“, sagt er zurückblickend, „aber ich würde wieder so entscheiden.“ 

Nach weiteren Stationen in München, Dachau und Haunstetten landete der frischgebackene Polizeihauptwachtmeister 1977 wieder in seiner Heimatstadt. War es anfangs Streifendienst im Schichtbetrieb („die Ochsentour war bei niemand beliebt“), wurde er später Jugendsachbearbeiter und Innendienstleiter. 

Wünsche hat der bald 60-Jährige nicht. „Ich bin aktuell zufrieden, so, wie es ist. Seit meiner Heirat 2010 ist mein Privatleben in Ordnung und ich bin gesund“, so das Resümee. Besonders viel Freude machen ihm seine beiden Enkel. Als Schwäche sieht er seine Ungeduld, alles schneller zu machen und zu optimieren, seine Beharrlichkeit dagegen als Stärke: „Ich gebe nicht auf, wenn ich von einer Sache überzeugt bin und glaube, dass sie richtig ist. Und mein Umfeld schätzt meine Zuverlässigkeit.“ 

Unpünktlichkeit ist ihm zuwider, Fischgerichte mit Salat – besonders gegrillter Fisch – mag er ebenso gerne wie die Musik der 60er und 70er Jahre. Doch auf eins legt er besonderen Wert: „Wichtig ist mir die Unterstützung meiner Ehefrau Erika, die mich auf vielen Terminen begleitet und ich nicht missen möchte.“ 

Politischer Einstieg 

„Die Idee, in die Politik zu gehen, entstand bei der Unterstützung des OB-Kandidaten Bernhard Wachter im Wahlkampf 1992“, erzählt der Bürgermeister und legt Wert auf seine Parteilosigkeit. Daraus entwickelte sich die erfolgreiche Kandidatur für den Stadtrat 1996, seit 2002 ist er 3. Bürgermeister der Stadt. „Ich habe den Entschluss zu keinem Zeitpunkt bereut“, stellt er rückblickend fest, „es macht mir nach wie vor Freude.“ Dazu gehört auch die Tätigkeit im jeweiligen Verwaltungsrat der Kommunalunternehmen „Kliniken“ und „Eisstadion“ sowie als Aufsichtsrat beim Energieversorger VWEW. 

An seinen ersten Antrag als Stadtrat erinnert sich Holy noch gut: eine Verbindung von der Hüttenstraße in Neugablonz über den Hang und die Bahnlinie hinweg an die Buronstraße. „Der wurde gleich komplett abgelehnt“, sagt er lächelnd. Es gebe jedoch viele schöne Momente, und besonders bei Besuchen von Seniorinnen und Senioren komme einem viel Dankbarkeit entgegen. 

Auf die Frage nach dem Wunsch für die Stadtentwicklung in der Zukunft kam die Antwort prompt und mit Augenzwinkern zurück: „Da gibt’s nur einen: ‚Das Beste für die Stadt‘!“ Initiiert hat Holy das seit 1996 stattfindende Bürgermeistertreffen der Umlandgemeinden und 2002 die Sprechstunde für den Bürgermeister in Neugablonz eingeführt. 

Ehrenamtlich engagiert 

Als Vorsitzender des Vereins zur Pflege der Städtepartnerschaften kommt Holy viel rum. „Alle drei Partnerstädte – Szombathely, Ferrara und Gablonz an der Neiße haben ihre Besonderheiten. Aber das gemeinsame Ziel, die Menschen durch Sport, Musik und Kultur – quasi Europa im Kleinen zu verbinden, ist einfach wunderbar“, stellt er fest. Doch auch die Aktivitäten der Kaufbeurer Initiative im „Lagerleben“ und bei der „Lebenden Krippe“ sorgen für reichlich Abwechslung. Da bleibt für die eigenen Hobbys wie Radtouren und Bergwanderungen, mit denen er sich fit hält, nicht mehr viel Luft. 

In einem knappen Jahr geht der Polizeibeamte in den Ruhestand. Gibt es schon Pläne mit der neu gewonnenen Zeit? „Das hat noch etwas Zeit bis Ende Januar nächsten Jahres und deshalb habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das lasse ich auf mich zukommen“, lautet Holys entspannte Antwort.

von Wolfgang Becker

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