Für mehr Bürgerbeteiligung

Bürgermeisterwahl 2020 in Buchloe: Franz Lang geht für die Freien Wähler ins Rennen

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Franz Lang ist tierlieb, heimat- und naturverbunden. Die Nachbarskinder gehen oft mit seiner Ziege namens Klara spazieren.

Buchloe – An seine Kindheit denkt Franz Lang aus dem Buchloer Ortsteil Honsolgen gerne zurück. Der elterliche Bauernhof mit Milchkühen, Ackerbau und Forstwirtschaft und die angeschlossenen Bäckerei sei damals der Mittelpunkt für die Dorfkinder gewesen. Es war die Zeit, als „Bonanza“ im Fernsehen lief. „Das haben wir begeistert nachgespielt“, erinnert sich der heute 64-jährige Franz Lang. Nun kandidiert er für die Freien Wähler als Bürgermeister.

Seinem Heimatort ist er sein Leben lang treu geblieben. Mehr noch. Als langjähriger Stadtrat fühlte er sich nicht nur Buchloer Interessen verpflichtet. „Sein Honsolgen“ hat Franz Lang nie aus dem Blick verloren. Inzwischen ist er pensioniert, fühlt sich aber noch zu jung, um sich aufs Altenteil zurückzuziehen.

Deshalb will er es noch einmal wissen und tritt für die Freien Wähler als parteiloser Kandidat bei den Bürgermeisterwahlen am 15. März an. Einmal, weil er gestalten will und zum anderen, weil er mit der aktuellen Stadtpolitik nicht in allen Punkten einverstanden ist. „Da kann man einiges besser machen.“

Eine lange Tradition

Politisch mitgestalten liegt in der Familie von Franz Lang. Schon sein Vater war politisch als Mitglied des Gemeinderates und als Zweiter Bürgermeister von Honsolgen aktiv. Nach der Gebietsreform und der Eingliederung nach Buchloe zog sein Vater in den Stadtrat ein. Franz Lang ist inzwischen selbst seit 24 Jahren in dem Gremium.

Heimatliebe, Naturverbundenheit und Tierliebe sind das Markenzeichen von Franz Lang. Glücklich sei er, wenn er im eigenen Wald arbeiten könne. Glücklich ist er auch zu Hause bei der Familie und bei seinen Tieren. Klara heißt die umtriebige Ziege. Zehn Hühner und drei Hasen bevölkern seinen Garten. Leider ist sein Schaf vor einigen Wochen wegen Altersschwäche gestorben. Der Platz im Stall soll aber nicht lange leer bleiben. Er freut sich beinahe diebisch, wenn Kinder aus der Nachbarschaft kommen, um Klara zu streicheln. Es erinnert ihn immer wieder an seine Kinderzeit, als der elterliche Hof im Zentrum von Honsolgen der Treffpunkt der Kinder war.

Franz Lang hat eine landwirtschaftliche Lehre absolviert und danach drei Semester an der Landwirtschaftsschule studiert. Als „Staatlich geprüfter Wirtschafter“ zog es ihn aber nach seinem Wehrdienst in die Verwaltung. Die erste Stelle war beim Straßenbauamt Weilheim mit dem Schwerpunkt Straßenunterhalt. Als ihm 1989 der amtierende Kauferinger Bürgermeister eine Stelle im Baureferat anbot, griff er zu. Sein Spezialgebiet war die Planung, Betreuung und Abrechnung aller Tiefbauarbeiten in der Gemeinde. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2019.

„Bauen mit Maß und Ziel“

Seine in Kaufering gewonnenen kommunalpolitischen Erfahrungen sollen ihm als Bürgermeisterkandidat in Buchloe zu Gute kommen. „Ich kann heute sehr gut zwischen spontanen Schnellschüssen und nachhaltiger Entwicklung unterscheiden“, betone er im Gespräch mit dem Kreisbote. Ein Dorn im Auge ist ihm die heutige Stadtentwicklung samt der Verdichtungsproblematik. „Bauen ja, aber mit Maß und Ziel“, sagt Lang. „Wir müssen nicht die Münchner Wohnungsprobleme auffangen.“

Lang weiß, wo und wie man sparen kann. Sein Credo: Je genauer eine Planung, umso kostengünstiger wird das Projekt. Als Beispiel führt er Kindertagesstätten an. „Zu viele Plätze kosten unnötig Geld.“ Der Leitsatz einer sauberen Planung gelte natürlich für alle politischen Bereiche. Bei der Beschaffung könne man ebenfalls viel Geld sparen, wenn man mit anderen Kommunen zusammenarbeite. Er könne sich vorstellen, über die Landkreisgrenzen hinaus mit Kauferings neuem Bürgermeister Thomas Salzberger, einem Vergabespezialisten, eng zusammenzuarbeiten.

Für mehr Transparenz

Auf die Frage, was er anders als der heutige Bürgermeister Josef Schweinberger machen würde, sagte Lang: „Bei mir gibt es mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung“. Es ärgere ihn, dass die Protokolle der Stadtratssitzung nicht veröffentlicht werden. „Das ist eine unnötige Geheimniskrämerei.“ An seinem früheren Arbeitsplatz in Kaufering sei man weiter gewesen. Dort werden die Protokolle ins Internet gestellt. Vor jeder Stadtratssitzung werde er, falls er Bürgermeister sei, eine Vorbesprechung mit den Fraktionssprechern durchführen. Alle Stadträte sollen den gleichen Wissenstand haben.

Sein besonderes Augenmerk gelte dem Ehrenamt, betonte Lang gegenüber unserer Zeitung. Er selbst habe die Dankbarkeit erlebt, als er ehrenamtlich Hilfstransport nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl nach Gomel und andere Orte in Weißrussland begleitet habe. „Ich werde nie diese Kinderaugen vergessen.“

Franz Lang wünscht sich einen fairen Wettbewerb. „Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wer gewählt wird. Falls ich nicht gewählt werde, gratuliere ich dem Gewinner und werde mich weiter für unsere Stadt engagieren – ohne jeden Groll“. Sein komplettes politisches Programm ist im Internet unter www.fw-buchloe.de nachzulesen.

von Siegfried Spörer

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