Mit der Hilfe Gottes ins Amt

Bürgermeisterwahl 2020 in Buchloe: Für die SPD geht Bernd Gramlich ins Rennen

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SPD-Bürgermeisterkandidat Bernd Gramlich (re.) engagiert sich in seiner Freizeit unter anderem auch im Pfarrgemeinderat der katholischen Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in Buchloe. Unser Foto zeigt ihn mit unserem Redaktionsmitarbeiter Siegfried Spörer bei der Besichtigung des Glockenturmes der Stadtpfarrkirche.

Buchloe – Mathematik und Informatik sind sicher nicht Jedermanns Sache. Für Bernd Gramlich war das aber nie ein Problem. Er machte sogar einen Beruf daraus. Nun wartet auf den Diplom-Mathematiker Bernd Gramlich eine neue Herausforderung, die nicht so ganz berechenbar ist. Er möchte gerne Bürgermeister in Buchloe werden. Er zieht für die SPD ins Rennen, deren Buchloer Ortsgruppenvorsitzender er seit einigen Jahren ist.

Gramlich gilt als engagierter Mensch, der viel Freizeit der katholischen Kirche widmet. Viele Buchloer kennen ihn als Zweiten Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats von Mariä Himmelfahrt. „Ich bin gläubig erzogen worden“, sagt der bekennende Christ. Es seien vor allem seine Großeltern gewesen, die strenggläubig gewesen seien und ihm den Glauben nahegebracht hätten. Für ihn sind Kirchen- und Parteiarbeit kein Widerspruch. Gerade die SPD und die Kirche hätten dieselben Ziele, sagt der heute 50-Jährige.

Schon in seiner Jugendzeit habe er als Ministrant und später Oberministrant am Altar gedient, erzählt Gramlich. 2013 sei er dann Lektor geworden, das bedeutet in der katholischen Kirche, dass er Schriftlesungen abhalten darf. Als Pfarrgemeinderatsmitglied leistet Gramlich pastorale Arbeit und leitet in seiner Gemeinde den Arbeitskreis „Mission, Gerechtigkeit und Frieden“. Stolz ist Gramlich auch darüber, seitens der Kirche bei der Einführung des „Faire Trade“-Handels mitgeholfen zu haben.

Geboren wurde Bernd Gramlich in Wertheim am Main(Baden-Württemberg), allerdings nur 50 Meter von der bayerischen Grenze entfernt. Ein Grund, warum ihn seine Tochter scherzhaft als „Du Ausländer“ hänselt. Nach dem Umzug seiner Eltern ging er im unterfränkischen Mildenberg zur Schule. Sein Studium der Mathematik mit dem Nebenfach Informatik absolvierte Gramlich in Bayreuth. Mathematik scheint der Familie zu liegen. Gramlichs Bruder ist Mathematikprofessor.

Zunächst entschied sich der junge Bernd Gramlich für eine selbständige Tätigkeit als Programmierer, bevor er 2007 die Schullaufbahn als Mathematik- und Informatiklehrer am Marien-Gymnasium in Kaufbeuren einschlug. „Ich habe bewusst eine kirchliche Schule gewählt, auch wenn ich dadurch nicht verbeamtet werden kann“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

2019 war es dann zu Ende mit dem Unterricht am Kaufbeurer Marien-Gymnasium. Die Staatsregierung hatte Gramlich quasi aus dem Vertrag mit dem kirchlichen Träger heraus gekauft, zunächst für drei Jahre. Nun bildet Bernd Gramlich an der Ludwig-Maximilians-Universität in München als Lehrbeauftragter Informatiklehrer aus. „Eine spannende Aufgabe, aber auch kein leichtes Unterfangen, da ja nicht alle die gleiche mathematische Begabung haben“, betont Gramlich.

„Als Bürgermeister würde ich auf die Menschen zugehen“, verspricht Gramlich seinen Wählern. Als Lehrer sei er es gewohnt, mit den Mitmenschen auch kritische Gespräche zu führen. „Die beste Schulung dafür sind die Elternabende gewesen.“

Gramlich betont gegenüber unserer Zeitung, dass er einiges anders machen würde als Amtsinhaber Josef Schweinberger. Dazu gehöre vor allem ein besserer Kontakt zu den Bürgern. Gerade im Bereich der Stadtplanung und Nachverdichtung hätte man durch eine frühzeitige Einbindung der Bürger viel Ärger vermeiden können, meint Gramlich. Er würde auch dafür kämpfen, die Kindergartengebühren zu senken und bessere und elterngerechtere Ferienschließzeiten zu erreichen.

Auch wenn er als Bürgermeister nicht gewählt würde, sagte Gramlich unserer Zeitung, werde er weiterhin für die Stadt ehrenamtlich arbeiten. Auf dem Listenplatz eins der SPD-Liste kandidiert Gramlich auch für den Stadtrat.

Ob ihm dann mehr Zeit für seine Hobbys bleibt, ist fraglich. Gramlich spielt gerne bei Wettbewerben das asiatische Brettspiel „GO“. „Dort habe ich ein gutes Amateurniveau erreicht“. Er hofft auch, Zeit für Radfahren und Bergwandern abzweigen zu können.

von Siegfried Spörer

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