Viel kommunalpolitische Erfahrung

Bürgermeisterwahl in Buchloe: Kreiskämmerer Robert Pöschl geht für die CSU ins Rennen

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Robert Pöschl (li.) tritt für die CSU als Bürgermeisterkandidat in Buchloe an. Unser Foto zeigt ihn mit unserem Redaktionsmitarbeiter Siegfried Spörer.

Buchloe – In seiner Freizeit ist er ein begeisterter Musiker und Dirigent und im Hauptberuf verwaltet er ein jährliches Budget von 150 Millionen Euro. Nun will er Bürgermeister in Buchloe werden. Die Rede ist von Robert Pöschl aus dem Ortsteil Lindenberg, der als CSU-Kandidat die Nachfolge von Bürgermeister Josef Schweinberger antreten möchte. Im Buchloer Stadtrat ist Robert Pöschl bereits seit 18 Jahren. Für ihn, so verriet er unserer Zeitung, würde ein Traum wahr, wenn er in seinem Geburts- und Heimatort Bürgermeister werden könnte.

Der heute 49-jährige ledige Robert Pöschl leitet seit 2013 die Kämmerei im Landratsamt Ostallgäu mit einem Haushaltsvolumen von 150 Millionen Euro. Seine Abteilung mit den 20 Mitarbeitern ist neben der reinen Finanzverwaltung des Landratsamtes auch zuständig für Schulbudgets der vier Realschulen, der zwei Gymnasien sowie der fünf anderen Fachschulen, in denen der Landkreis Kostenträger ist. Dazu kommt die Leitung der kreiseigenen Senioren- und Pflegeheime mit 260 Plätzen und rund 200 Beschäftigten, die Geschäftsführung des Zweckverbandes für Tierkörperbeseitigung und die Geschäftsführung der „Servicegesellschaft Landkreis Ostallgäu GmbH“. Diese 100-prozentige Tochtergesellschaft des Landkreises bietet Leistungen in den Bereichen Hygiene, Reinigung und Küche unter anderem für die kreiseigenen Senioren- und Pflegeheime oder auch für die kreiseigenen Schulen an.

Vollblutmusiker

Im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten beschäftigt sich Pöschl in seiner Freizeit. „Natürlich gehe ich auch mal joggen oder Rad fahren, aber mein eigentliches Hobby ist die Musik“. Mit einer „Melodica“ habe es angefangen, erzählt Pöschl. „Damals war ich fünf“. Ein Jahr später übte er auf einer Heimorgel und später fiel seine Entscheidung auf das Schlagzeug, das Pöschl 30 Jahre lang spielte. „In einer Band habe ich nie gespielt.“ Seine musikalische Heimat sei immer der Musikverein „Frohsinn“ Lindenberg gewesen. Nach seiner „Karriere“ als Schlagzeuger sattelte er auf Trompete um, die er heute noch spielt. Neben dem Trompetenspiel hat sich Pöschl auch im Verein und in der Jugendarbeit engagiert. Seit 1996 ist er Erster Vorsitzender – bis heute. „Für mich ist die Musik der Ausgleich zum Beruf“, sagt Pöschl. „Wenn ich Musik mache, ist alles andere ausgeschaltet“.

Von der Bundeswehr zur Verwaltung

Sein Abitur hat der junge Robert Pöschl 1989 in Türkheim gemacht und sich danach für zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet, um die Offizierslaufbahn einzuschlagen. An der Bundeswehr-Universität in München Neubiberg studierte er Staatswissenschaft. Unvergessen für ihn ist das Auslandstrimester im texanischen Austin gewesen, erzählt er dem Kreisbote, zumal er damals noch vier Wochen Urlaub in den USA drangehängt habe, um Land und Leute besser kennenzulernen. Schlusspunkt seiner Bundeswehrkarriere war die Leitung einer Inspektion für die Unteroffiziersausbildung in Lagerlechfeld. Nicht mehr zum Einsatz kam Robert Pöschl für UN-Einsätze, obwohl er eine UN-Blauhelm-Ausbildung absolviert hatte.

Letztere war aber nicht Voraussetzung für die weitere Berufslaufbahn. Pöschl bewarb sich bei der Regierung von Schwaben für die Beamtenlaufbahn, absolvierte ein Fachhochschulstudium an der FH für öffentliche Verwaltung in Hof und machte sein Praktikum beim Landratsamt Unterallgäu. 2004 begann der frisch gebackene Diplom-Verwaltungsfachwirt (FH) in der Kämmerei des Landrats­amtes in Marktoberdorf. Dort bekam er von Landrat Johann Fleschhut zwei große Projekte zugeteilt. Zunächst war es die Umstellung der damals bei Behörden noch üblich gewesenen kameralistischen auf doppelte Buchführung, wie sie nach Handelsrecht in jeder Firma üblich ist und dann später die Projektleitung für Buchloes Gymnasium, das er als sogenanntes Public Private Partnership-Projekt (PPP) eingefädelt hatte. Für das gelungene Projekt dieser öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Partnerschaft gab es 2012 sogar einen „PPP-Innovationspreis“.

Pöschls Arbeit und seine ruhige sachliche Art überzeugte 2013 Landrat Johann Fleschhut, der ihm die Leitung der Kreiskämmerei übertrug, nachdem der bisherige Amtsinhaber in den Ruhestand versetzt worden war.

Auf die Frage, was er anders als der heutige Bürgermeister machen würde, sagt Robert Pöschl, dass Josef Schweinberger natürlich eine gute Arbeit geleistet hätte, die er im Grundsatz fortführen wolle, wenn er als Bürgermeister gewählt würde. „Wir müssen allerdings Dinge besser kommunizieren und erklären.“ Dies gelte besonders für die Stadtentwicklung. Pöschl möchte auch mehr Angebote für die Jugend machen und das soziale Klima in der Stadt insgesamt verbessern. Seit 2019 arbeitet Pöschl als Stadtrat bereits im Aufsichtsrat der „Sozialen Wohnungsbaugenossenschaft Buchloe“ mit. „Als Bürgermeister werde ich mich verstärkt diesem Thema widmen“, versprach er. Auf seiner Homepage unter www.robert-poeschl.de kann man sein Wahlprogramm nachlesen.

Angst vor einer Wahlniederlage hat Pöschl nicht. „Ich bereite mich auf einen Wahlsieg vor“, sagt er selbstbewusst und fügt hinzu: „Das Leben geht immer weiter“.

von Siegfried Spörer

Der Kreisbote wird regelmäßig die Kandidaten für die Landrats-, Oberbürgermeister- und Bürgermeisterwahl (Marktoberdorf, Buchloe) am 15. März vorstellen. Alle Artikel werden auch auf unserer Kreisbote-Homepage veröffentlicht und können dort kostenlos abgerufen und nachgelesen werden. Somit sind Sie, liebe Kreisboten-Leser, immer im Bilde und können dann die für Sie richtige Entscheidung beim Gang zur Wahlurne treffen.

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