"Mit Projekten voll ausgelastet"

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Wegen des schmalen Gehsteigs wird an der Ecke Sonnleite eine Garageneinfahrt teilweise als zusätzliche „Wartezone“ für die davorliegende Bushaltestelle genutzt. Dies warf in der Bürgerversammlung Haftungsfragen auf. Oberbürgermeister Bosse könnte sich vorstellen, den Grünstreifen nebenan zum Wartebereich umzugestalten.

Kaufbeuren – Probleme beim Zustand von Straßen und Wegen, sowie die Verlegung der Buslinie 6 waren die Schwerpunkte bei der Bürgerversammlung im Kaufbeurer Stadtteil Oberbeuren. Oberbürgermeister Stefan Bosse stand den rund 50 Anwesenden Rede und Antwort und informierte gleichzeitig über aktuelle Projekte.

Vergangene Woche lud Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse zur jährlichen Bürgerversammlung in den Pfarrsaal Oberbeuren. Unterstützung bekam er von Markus Pferner als Kämmerer und Finanzreferent, Helge Carl als Baureferent und Bruno Dangl als Leiter des Ordnungsamtes. 

Die Reihe der Fragen eröffnete Dyonis Heutle als Gründungsmitglied des Gewichthebervereins Athletik-Club Kaufbeuren (ACK), der an die weiterhin offene Frage der künftigen Unterbringung erinnerte. Wie bereits berichtet, hat der ACK, der bisher im Kaufbeurer Eisstadion untergebracht ist, bislang noch keine Folgelösung gefunden, wenn dieses 2017 abgerissen wird. 

OB Bosse erklärte, eine Unterbringung im neuen stadteigenen Eisstadion müsse aus Wettbewerbsgründen abgelehnt werden, da der Athletik-Club keine ortsübliche Miete an die Stadt bezahlen könne und auch nicht wolle. Da man sich aber als Stadt „in der moralischen Pflicht“ sehe, prüfe man derzeit Unterbringungsalternativen. 

Von Günter Eickmann kam die Anfrage, den jetzigen Oberbeu-rer Fußweg, der „Zum Tal“ (hinter der Volksschule Oberbeuren) in Richtung Kronenberg führt, zum Radweg auszubauen. Der Weg wird auch von Schulkindern und Radfahrern genutzt. Wegen der geringen Breite komme es zwischen Radfahrern und Fußgängern regelmäßig zu gefährlichen Situationen und nicht selten sogar zu Beschimpfungen. 

Bosse verwies auf eine zu geringe Breite für einen offiziellen Fuß- und Radweg. Im konkreten Fall werde man nach einer „schnellen, praktikablen Lösung“ suchen. Ein wichtiges Thema sei der „Radwegenetzplan“ in Kaufbeuren, so Bosse auf den Einwurf eines Zuhörers hin. Nicht zuletzt durch die vermehrte Verwendung von E-Bikes sei ein zunehmender Zweirad-Verkehr zu erwarten. 

Zurückhaltend beantwortete der Oberbürgermeister dagegen eine Anfrage von Hartmut Stauder, der sich wünschte, dass der Zustand des Blatterbachwegs unterhalb der Stadtmauer, genauer gesagt ab der Abzweigung des neugebauten Be- reiches nach oben, verbessert würde. Allerdings musste der Rathauschef hier auf eine knappe Finanzlage verweisen, zudem sei das entsprechende Personal derzeit mit anderen aktuellen Bauprojekten voll ausgelastet. „Aufkiesen“ oder Ähnliches sei machbar, größere Maßnahmen nicht. 

Bernward Königsberger beschwerte sich, durch die Verlegung der Buslinie 6 entlang der Märzisrieder Straße stehe nun eine Bushaltestelle „direkt neben“ seiner „Garageneinfahrt“. Wegen des äußerst schmalen Gehsteigs werde diese nun von einigen Fahrgästen zur überdachten Wartezone umfunktioniert – vor allem im Winter werfe dies nicht zuletzt Räumungs- und Haftungsfragen auf. OB Bosse hatte dazu die Idee, auf einem Grünstreifen direkt neben der Haltestelle eine Bank oder eventuell sogar ein Bushäuschen zu installieren – der Grünstreifen liege auf städtischem Grund. 

Konkrete Zusagen gab es hier aber nicht. Laut Bruno Dangl, dem Leiter des Ordnungsamtes, sei die Verlegung der Buslinie nicht nur als Übergangslösung, sondern dauerhaft geplant. Georg Göppel begrüßte dies mit dem Hinweis auf die schulpflichtigen Kinder in Märzisried. Auf die Anregung hin, die Märzisrieder Straße auszubauen, erklärte Bosse, man werde sich die Straße „anschauen“, es gebe aber derzeit keine Pläne dafür. Momentan wird die Märzisrieder Straße außerorts als aufgeteerter Feldweg immer wieder durch Ausweichmanöver von den Bussen am Bankett beschädigt. 

Kritik am Zustand einer Straße übte auch Rosemarie Schmied. Sie bezeichnete den nördlichen Straßenteil „Am Kronenberg“ als „Schaukelpartie“ wegen der schlechten Fahrbahndecke und Gulliabsenkungen. Oberbürgermeister Bosse musste ablehnen und verwies zum wiederholten Mal auf die schlechte Finanzsituation Kaufbeurens. Hoffnung gibt es allerdings für alle, die unter den Löchern im Straßenbelag des Oberbeurer Höhenweges leiden – hier plant die Stadt, Abhilfe zu schaffen. 

Walter Kolb dankte Stefan Bosse für den teilweisen Ausbau des Mösle-Rundweges und berichtete von regelmäßigen Beschädigungen des Volleyball- netzes auf der öffentlichen Spielwiese am Mösle. Sein Vorschlag für ein „Vandalen-sicheres“ Netz wurde aufgenommen. 

Zum Abschluss gab es noch eine gute Nachricht für die Oberbeurer hinsichtlich der Finanzlage Kaufbeurens: Die Stadt werde nach langen Bemühungen nun in das Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf“ aufgenommen. Er beendete die Veranstaltung mit den Worten: „Wir rennen jedem Investor hinterher und werfen unseren Hut in den Ring.“ Gewerbegrund gebe es aber nicht um jeden Preis, schloss Bosse.

von Wolfgang Krusche

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