Hygieneschutzmaßnahmen führen zu digitalem Vortragskonzept

Bürgerversammlung Obergünzburg via Stream

Leveringhaus Bürgerversammlung 2021 Stream online
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Diesmal konnten sich die Obergünzburger Bürger in der Bürgerversammlung bequem von zu Hause aus über den Sachstand in der Marktgemeinde informieren: Bürgermeister Lars Leveringhaus kam pandemiebedingt per Videostreaming ins Haus.

Obergünzburg – Aktuelle Informationen über Sachstand und Vorhaben in der Marktgemeinde gab es für die Bürger diesmal nicht wie gewohnt im Rathaussaal oder im Hirschsaal, sondern am Computer-Bildschirm zu Hause.

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Lösungen. Diesem deutschen Sprichwort folgend, entschied sich der Rathauschef in Obergünzburg, Lars Leveringhaus, erstmals zu einer digitalen Bürgerversammlung per Videostrea­ming. Vom Rathaussaal im Pflegerschloss aus wandte er sich an die rund 170 Zugeschalteten, die nun die Unterrichtung von Bürgerschaft und Verwaltung bequem von zu Hause verfolgen konnten. Anfragen der in der Stadt wohnenden Bürger konnten im Vorfeld der Veranstaltung eingereicht werden und wurden von Leveringhaus am Ende seines Vortrags beantwortet. Auch versprach Leveringhaus, dass während der Bürgerversammlung eingehende E-Mails gesammelt und später beantwortet würden.

Rückblickend auf 2020 erinnerte er nochmals an die personellen Veränderungen im Marktrat durch das Ergebnis der Kommunalwahlen. Elf Markträtinnen und Markträte mit teilweise 24 Jahren Zugehörigkeit hätten damals den Rat verlassen und ebenso viele neue Markträte konnte er begrüßen. Zum Haushalt des Marktes Obergünzburg meinte Leveringhaus: „In der Einkommenssituation sind wir nicht mehr auf Rosen gebettet“. Damit begründete er die notwendige Erhöhung der Grundsteuer B. „Die Mehr­einnahmen helfen dem Markt deutlich.“ Die Tilgung aller Verbindlichkeiten bleibe aber für die nächsten Jahre gewährleistet. Erst 2024 werde die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt nicht mehr reichen. Der gestiegene Schuldenstand von sechs Millionen Euro sei besonders auf die Investitionen im Schulverband und beim Obergünzburger Kommunalbetrieb zurückzuführen. Der Bürgerservice sei im letzten Jahr deutlich verbessert und digitalisiert worden. Die Möglichkeiten für Behördengänge online über die Internetseite des Rathauses wurden ausgebaut, die Termine für persönliche Behördengänge im Rathaus sollen auch in Zukunft online vereinbart werden können. Auch verwies der Bürgermeister auf die neu geschaffene Möglichkeit, die Verbrauchsstände der insgesamt 3.500 Abnahmestellen der Wasserversorgung online mitzuteilen.

Beim Baugebiet längs der Ronsberger Straße seien inzwischen fast alle Bauplätze bereits verkauft, im neuen Baugebiet Ebersbach West stellte Leveringhaus die erweiterten Planungsmöglichkeiten vor, die sich aus Grundstückszukäufen ergaben. Ebenfalls stellte er für Ebersbach das Energetische Quartierskonzept vor, das Nahwärme für den gesamten Ort vorsieht und damit die CO2-Belastung aus der Gebäudeheizung um 95 Prozent reduzieren kann. Gleichzeitig wirbt der Bürgermeister für eine Kooperation bei der Versorgung von Ebersbach mit Glasfaserkabel, was bei gleichzeitigen Bauarbeiten zusammen mit dem Fernwärmeanschlussbau zu Synergieeffekten führen könne.

Eine der eingereichten Fragen drehte sich um Corona-Schnelltestmöglichkeiten in Obergünzburg. Hier konnte der Bürgermeister nur auf die vom Landratsamt festgelegten offiziellen Testzentren in Buchloe, Markt­oberdorf und Füssen sowie Kaufbeuren, verweisen.

Abschließend dankte er den Mitarbeitern in der Kommune und Verwaltung für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr und betonte: „2020 war kein Stillstandsjahr“.

von Wolfgang Krusche

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