Wohin geht Kaufbeuren?

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Kaufbeuren – wohin geht die Reise? Beim ISEK können Bürger die Zukunft ihrer Stadt intensiv mitgestalten.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren will in einem ersten Bürgerworkshop die zukünftige Entwicklung des gesamten städtischen Areals zusammen mit allen Bürgern planen. Dazu lädt die Stadt die interessierten Bürgerinnen und Bürger aus allen Stadtteilen am Mittwoch, 23. September um 19 Uhr in das Gablonzer Haus nach Neugablonz ein.

Hintergrund ist die Entwicklung für ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ – kurz ISEK genannt. Ab 17 Uhr gibt es eine Ausstellung zu den Themengebieten des Abends. „Das ISEK ist eine Chance zur Entwicklung und ich wünsche mir eine große Beteiligung der Bürger“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse im Rahmen eines Pressegespräches. 

Basierend auf einem Stadtratsbeschluss vom Juli 2014 beauftragte die Stadt Kaufbeuren Anfang 2015 das Büro „UmbauStadt GbR“ mit Büros in Weimar, Berlin und Frankfurt am Main mit der Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. 

Die Erarbeitung eines ISEK hat zum Ziel, eine Gesamtstrategie für die zukünftige Stadtentwicklung Kaufbeurens zu entwickeln und die Probleme und Entwicklungspotenziale zu identifizieren. Es soll die vielfältigen schon bestehenden Einzelkonzepte der Stadtentwicklung – beispielsweise der Fußgängerzone – aufeinander abstimmen und sie unter einem Dach zusammenführen. 

Dabei ist die Diskussion insbesondere mit Bürgern, aber auch Unternehmern, Fachleuten, Experten aus der Verwaltung und politischen Repräsentanten von zentraler Bedeutung. „Die Bürgerinnen und Bürger bekommen im gesamten Prozess die Chance, sich aktiv in die zukünftige Entwicklung der Stadt einzubringen“, betont Kaufbeurens OB, „wir erhalten so eine fundierte und demokratisch legitimierte Gesamtperspektive der Stadtentwicklung für die nächsten zehn bis 15 Jahre.“ 

Nach den Worten der Stadtspitze ist es nicht nur die geplante Schließung des Fliegerhorstareals mit seiner großen Fläche, die „Spuren hinterlässt“. Auch die jüngsten Zahlen der Asylbewerber hätten Auswirkungen. Für die derzeit fast 400 Anwesenden müsse langfristig für die Dauer des Asylverfahrens Wohnraum geschaffen werden. „Wir müssen uns darauf einstellen, die Menschen zu integrieren“, so Bosse. 

Aber ebenso müssten weitere Aspekte wie beispielsweise Gewerbe und Handel, die Mobilität, die demografische Entwicklung der Bevölkerung oder Frei- und Grünräume strukturiert in die Stadtentwicklung eingebunden werden. „All das stellt uns vor die Herausforderung, die Zukunft unserer Stadt in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten. Kaufbeuren braucht eine zukunftsorientierte und nachhaltige Stadtentwicklung“, so der OB. Architekt Martin Fladt vom Planungsbüro UmbauStadt hat den Workshop vorbereitet und stellt eingangs die bisherigen Ergebnisse einer Analyse vor. 

Diese basieren unter anderem auf Interviews, Untersuchungen und der Auswertung von Unterlagen. Die Bürgerbeteiligung für ein ISEK ist nach den Worten von Fladt im Städtebaugesetz vorgeschrieben. „Damit ist eine direkte Beteiligung und unmittelbare Einflussnahme auf die zukünftige Gestaltung der Stadt möglich“, so Fladt, der die Bürger als „Spezialisten des Alltags“ bezeichnet. 

Für Baureferent Helge Carl ist die Einbindung bereits vorhandener Konzepte durchaus möglich. Beispielhaft nannte er die Grünraum-Vernetzung mit der Wertach, die er als „innerstädtisches Juwel“ bezeichnete und dessen Potenzial genutzt werden sollte. Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak sieht eine große Chance auch im Markenbildungsprozess: „Wie können wir uns darstellen? Wo soll es zukünftig hingehen?“ Im Rahmen der Beteiligung sind zwei weitere Veranstaltungen vorgesehen.

von Wolfgang Becker

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