Bundestagswahlkampf: Stephan Stracke von der CSU stellte sich den Fragen der Bürger

Gelassenheit statt Griesgrämigkeit"

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Wahlkampf in Buchloe. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke stellte sich den Fragen der Bürger.

Buchloe – US-Präsident Donald Trump war kein Thema und die Eskapaden von Recep Erdogan wurden komplett ausgeblendet. Ansonsten gab es kaum ein Thema, das von Buchloer Bürgern in der Diskussion mit ihrem CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke in der Alp-Villa nicht angesprochen wurde.

Der hatte eingeladen und versprochen, Klartext zu reden. Klartext bedeutet, so Stracke, ein neues Format im Wahlkampf. Ohne große Vorreden wird direkt in die Diskussion eingestiegen. „Ich muss den Bürgern nicht 40 Minuten lang die Welt erklären, sondern ihre Fragen beantwortet“, begründete der Bundestagsabgeordnete.

Stephan Stracke betonte, er wundere sich, mit welchen griesgrämigen Gesichtern im Fern­sehen manchmal über unser Land diskutiert werde. Unsere Großväter und Väter hätten dieses Land aufgebaut. „Wir haben so viele Chancen wie keine Generation vor uns“. Deshalb sei Zuversicht und Gelassenheit anstelle von Griesgrämigkeit angebracht.

„Gehen Sie zur Wahl“

In seiner fünfminütigen Einführung ging Stracke nochmal auf die Erfolge der Koalition in den letzten vier Jahren ein. Alle Wahlversprechen seien eingehalten worden. Vor allem die Verringerung der Arbeitslosigkeit gäbe Anlass für Optimismus. Stracke warnte allerdings davor, dass die CDU/CSU die Wahlen schon gewonnen hätte. 20 Prozent der Wähler seien selbst am Wahltag noch unentschlossen, welche Partei sie wählen. „Gehen Sie zur Wahl“, forderte Stracke die rund 50 Besucher der Wahlkampfveranstaltung auf.

Es waren nicht immer nur Fragen, die Stephan Stracke zu hören bekam. So befand eine Bürgerin, Seehofer habe in der Zusammenarbeit mit der CDU nicht immer glücklich agiert. „Für mich ist der Schulterschluss mit der Schwesterpartei nicht ganz glaubwürdig gewesen“.

„Warum sträuben wir uns so gegen ein Einwanderungsgesetz“, fragte ein anderer. Stephan Stracke blieb grundsätzlich keine Antwort schuldig. „Wir haben eines der liberalsten Einwanderungsrechte“, sagte Stracke. Ziel des Blue-Card-Systems sei es, dass nur Menschen einwandern könnten, die auf eigenen Füßen stehen könnten. „Wir müssen bei der Einwanderung aufpassen, dass Menschen nicht direkt in unsere sozialen Sicherungssysteme einwandern.“ Stracke wies darauf hin, dass alleine 300000 Menschen aufgrund der Freizügigkeit der Europäischen Union in den letzten Jahren zu uns gekommen seien. „Wir haben neben den Flüchtlingen und Asylbewerbern heute eine Binnenwanderung innerhalb der EU“.

Man merkte, dass die Flüchtlingspolitik die Menschen weiterhin umtreibt. In der Diskussion nahm das Thema einen breiten Raum ein. „Wir müssen die Ursache in den Herkunftsländern anpacken“ sagte Stracke. Er warnte davor, dass hier mit schnellen Erfolgen zu rechnen sei.

Breiten Raum nahm auch das Thema Bildungspolitik ein. Da diese überwiegend Ländersache ist, hatte Stracke sich Verstärkung aus dem Bayerischen Landtag mitgebracht. Angelika Schorer (CSU) warnte vor einer Zentralisierung der Bildungspolitik beim Bund. „Wenn wir uns dem Bildungsniveau in anderen Bundesländern anpassen müssen, sinkt in Bayern der Standard. Das kann niemand wollen.“ Bayern habe bei der Bildung einen hohen Qualitätsstand, der Jahr für Jahr weiter verbessert würde. Bayern sei sogar Vorbild für viele andere Bundesländer. Angelika Schorer machte sich auch für die bayerischen Mittelschulen stark.

Schon ins Philosophische ging ein Wortbeitrag eines ehemaligen Schülers. Der sagte, er sei nicht nur wegen der Schule sondern auch wegen des guten Elternhauses „lebenstüchtig“. Da nicht alle Kinder ein gutes Elternhaus hätten, sollte die Schule auch versuchen, diese Defizite aufzufangen. Stracke antwortete, staatliche Strukturen könnten nicht alle Probleme auffangen.

Es war ein breites Feld an bundes- und landespolitischen Themen. Der vierspurige Ausbau der B12, die Verwendung der Rundfunkgebühren, der demographische Wandel, PKW-Maut, Unterbezahlung der Pflegekräfte, arbeiten bis 70 oder die Preissteigerungen bei Grundstücken, die auch Landwirte betreffen, wurden diskutiert. Stephan Stracke blieb keine Antwort schuldig.

Von Siegfried Spörer

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