„Mit Mut und Zuversicht in das Jahr 2020“

Bundeswehr und Stadt Kaufbeuren ziehen beim Neujahrsempfang positive Bilanz

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Zum Abschied überreichte Oberst Dirk Niedermeier (re.) an OB Stefan Bosse das Wappen der Abteilung Süd für den Sitzungssaal im Rathaus und eine gelbe Schleife, die künftig auf allen Ortseingangsschildern die besondere Verbundenheit zwischen Stadt und Bundeswehr dokumentiert.

Kaufbeuren – Der traditionelle Neujahrsempfang von Bundeswehr und Stadt in diesem Jahr machte es deutlich: Das letztlich gemeinsame Ziehen an einem Strang von militärischer Führung und politischen Mandatsträgern hat im Ergebnis letztes Jahr zum Erfolg geführt, dem Standorterhalt Kaufbeuren. Unter dem diesjährigen Motto „Mit Mut und Zuversicht in das Jahr 2020“ fand der Neujahrsempfang im Anschluss an die zuvor erfolgte Kommandoübergabe der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe im Offizierheim statt.

Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Bundeswehr, Behörden und Zivilgesellschaft waren der Einladung von Oberst Dirk Niedermeier als Standortältester und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse als Stadtoberhaupt gefolgt. Sowohl der scheidende Kommandeur als auch die Stadtspitze bezeichneten in ihren Ansprachen den Erhalt des Fliegerhorstes als Höhepunkt der Stadtgeschichte des letzten Jahres.

Eingangs stellte Niedermeier schmunzelnd klar, dass er zwar als Kommandeur zuvor bereits entpflichtet worden sei, nicht jedoch als Standortältester und damit seine dritte und letzte Rede beim hiesigen Neujahrsempfang halte. Mit einem kurzen Blick auf die Sicherheitspolitik in der Welt mit ihren Krisenherden und nicht mehr zählenden traditionellen Bündnissen machte er deutlich, in welcher Bandbreite die Bundeswehr Verantwortung übernimmt. Dazu brauche es Geld für „das bestmögliche Gerät und die bestmögliche Ausstattung“, was mit dem sechsten Anstieg des Verteidigungshaushalts in Folge auf 45 Milliarden Euro zur Verfügung stehe. Zudem habe die neue Ministerin unter anderem mit den wieder öffentlichen Gelöbnissen und dem kostenfreien Bahnfahren in Uniform ein Zeichen der Wertschätzung und des Respektes gegenüber dem soldatischen Dienst gesetzt.

„Highlight des Jahres“

Als „persönliches Highlight des Jahres“ bezeichnete der 48-Jährige mit der lang ersehnten Entscheidung den Erhalt Kaufbeurens als Bundeswehrstandort. Ein zweiter Höhepunkt sei die Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde zwischen der Stadt Kaufbeuren und der Abteilung Süd während der letzten Stadtratssitzung 2019 gewesen. Die großer Einigkeit aller Stadträte zeige, dass die Stadt Kaufbeuren wirklich hinter ihrer Bundeswehr stehe, so wie auch die Bundeswehr ihrerseits mit großem Engagement viele soziale Projekte der Stadt unterstützt. Als äußeres Zeichen überreichte er dem OB das Wappen der Abteilung Süd und eine gelbe Schleife, die künftig auf allen Orts­eingangsschildern die besondere Verbundenheit der Stadt mit der Bundeswehr dokumentiert.

Mit rund 400 Gästen waren in diesem Jahr deutlich mehr Teilnehmer der Einladung zum Neujahrsempfang von Bundeswehr und Stadt gefolgt.

„Stehaufmännchen“

Die Stadtspitze bedankte sich bei Niedermeier für „das ausgezeichnete Miteinander“ in den vergangenen zwei Jahren: „Sie waren ein immer positiv gestimmter Gesprächspartner, dessen verschmitzter Optimismus ansteckend ist“. Bosse wisse um die Verbundenheit zum bisherigen Standort und freue sich über dessen Zuständigkeit für Kaufbeuren auch in der neuen Verwendung. Oberstleutnant Martin Langer als Nachfolger entbot er ein „Herzliches Grüß Gott“ und hieß ihn an „einem Standort mit Perspektive willkommen“ mit viel Erfolg bei dessen Aufgaben.

Bosse verwies auf die Leistungsbilanz der letzten zehn Jahre und nannte beispielhaft den Erhalt der Flugsicherung, den B12-Ausbau und die Eröffnung des Grünen Zentrums sowie die Finanzhochschule. Der Zukunftsatlas von Prognos – einem der ältesten Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Europas – attestiere Kaufbeuren 2019 als drittstärkste Aufsteigerregion in ganz Deutschland und das Handelsblatt habe mit der Stadt als „Das Stehaufmännchen“ getitelt. Gegenüber 2016 habe man sich bei Prognos um 106 Plätze und bei Fokus Money im Landkreisranking um 112 Plätze nach oben katapultiert. Eine entscheidende Rolle spiele dabei im Innovationsmanagement das „100/10/3 Gesetz“: Von 100 Ideen seien zehn brauchbar und drei schließlich umsetzbar.

Als Beispiel dafür nannte er den Vorschlag für eine Landesgartenschau in Kaufbeuren. Wenn, wie angekündigt, die Bundeswehr ihren Flächenbedarf auf dem Fliegerhorst identifiziert hat, dann könne die verbleibende Fläche im Süden für Wohnungen und auch Gewerbeflächen genutzt und mit einem großzügigen Grüngürtel von der Kaserne abgeschirmt werden, der dann mit landschaftlich atemberaubender Lage und Blick auf die Alpen die ideale Situation für eine Landesgartenschau biete.

Soziales Projekt

Wie seit einigen Jahren warb der OB am Ende seiner Ansprache für die Teilnahme an einem sozialen Projekt. In diesem Jahr stellte er die Initiative 1.000 Schulen für diese Welt mit SPD-Stadträtin Dr. Maria Elisabeth Angst und seitens der Stadt Peter Igel als Ansprechpartner vor. Je Schule rechnet man mit etwa 50.000 Euro. Kaufbeuren fördert ganz konkret zusammen mit der evangelischen Christuskirche eine Schule in Tansania, an der ein ehemaliger Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche arbeitet und für das aktuell noch 20.000 Euro fehlen.

von Wolfgang Becker

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