Heute: Ruine Helmishofen

Serie: Burgen im Ostallgäu

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So dürfte die Burg Helmishofen einst gebaut gewesen sein: Rekonstruktionsversuch der Burg Helmishofen von Götz Finger.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote in den nächsten Wochen historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor.

Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis. 

Fährt man von der Ortschaft Helmishofen (gelegen im Kaltental) in Richtung Aufkirch, so kommt man kurz nach dem Ortsausgang von Helmishofen an eine kleine Straße mit einem Hinweisschild in Richtung „Römerturm“. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Parkplatz „Römerturm“ und zur Ruine selbst. 

„Dieser ,Römerturm’ ist der sogenannte Bergfried der Ruine Helmishofen“, erklärt Götz Finger. Der Begriff meint in der deutschsprachigen Burgenliteratur den unbewohnten Hauptturm („Wehrturm“) einer mittelalterlichen Burg. Der Helmishofener Bergfried wird laut Finger – nicht wie der Name vermuten lässt, auf die Römerzeit – sondern auf das 13. Jahrhundert geschätzt. Nördlich des Turms erkennt man noch Überreste der Wohnbebauung. Ein paar Meter südlich liegt die vermutliche Vorgängerburgstelle des 12. Jahrhunderts. 

„Den Bergfried von Helmishofen kann man auch als Bruder des Bergfrieds von Kemnat bei Kaufbeuren bezeichnen“, so Götz Finger – der Bergfried von Helmishofen sei im Gegensatz zu diesem aber noch fast im Urzustand erhalten. „Bis auf den ebenerdigen Zugang und das neue Dach ist hier nichts verändert worden. Oberhalb des heutigen Eingangs erkennt man noch den alten Hocheingang“, erklärt der Kaufbeurer Burgen-Kenner. 

Ein Ortsadelsgeschlecht wird in Helmishofen ab dem späten 12. Jahrhundert (1190-1332) erwähnt. 

• 1269 und 1270: Die Burg Helmishofen wird in diesen Jahren zweimal von den Bayern belagert und bestürmt. 1269 war diese Aktion erfolglos, 1270 kam der stiftkemptische Verwalter Rudolf von Hohenegg mit Verbündeten zu Hilfe 

• 1315 wurde die Burg im Kampf zwischen Herzog Ludwig den Bayer (der spätere Kaiser Ludwig der Bayer) und seinem Kontrahenten, dem Habsburger Friedrich der Schöne, abermals berannt. Nachdem die Bayern schon einen Teil der Ringmauer der Vorburg erobert hatten mussten sich diese zurückziehen, da ös- terreichische Truppen nahten. 

• Ende d. 14. Jahrhunderts: Die Herren von Schmiechen übernehmen die Burg 

• 1454: Das Stift Kempten verzichtet auf die Lebensrechte in Helmishofen 

• 1525: Die Burg wird von den Bauern geplündert 

• 17. Jahrhundert: Im 30-jährigen Krieg wirde die Burg von Tiroler und schwedischen Truppen abermals geplündert und zerstört 

„Nach dem 30-jährigen Krieg wurde die Burg nicht mehr aufgebaut. Die von Hochstift Augsburg eingesetzten Pfleger versahen ihre Dienste bereits ab dem Jahre 1612 von dem Benachbarten Schloss Altensberg aus und nach 1648 wohnten die Pfleger im Schloss Koneberg bei Jengen“, berichtet Götz Finger: „Die Burg Helmishofen ist so eine der wenigen Burganlangen die im Allgäu während des Hochmittelalters belagert und erstürmt wurde“.

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