Serie: Burgen im Ostallgäu

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Von der Burg Pforzen erkennt man noch einen imposanten Burghügel an der Wertach.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Westlich der Kirche in Pforzen erhebt sich, an der Wertach gelegen, der imposante Burghügel der ehemaligen Burg Pforzen. Die Lage an der Wertach war für diese Burg wichtig, da sie für den Schutz der Brücke über den Fluss zuständig war. Die Burg Pforzen schützte den einzigen Übergang über die Wertach, der nicht den Herren von Buron und somit den Welfen gehörte. Hier war der Einflussbereich der mächtigen Markgrafen von Ronsberg. 

Der Burghügel selbst besteht aus zwei Teilen: Einem halbhohen vorderen Teil und einem höheren Hauptteil. „Auf dem Hauptteil dürfte vermutlich mal der Hauptwohnturm gestanden haben, der wohl auch noch mit einem Bering aus Holz umgeben war”, so Finger. 

Unterhalb des Wohnturmes gab es wahrscheinlich noch kleinere Gebäude für das Gesinde und einen Stall für die Pferde des Burgherren. „Die Vorburg, von der heute jedoch nichts mehr zu erkennen ist, lag mit ziemlicher Sicherheit östlich in Richtung der Kirche”, vermutet der Burgenführer. 

Ursprünglich war die Burg Pforzen eine Wasserburg, das heißt sie war von einem kompletten Wassergraben umgeben. Heute ist dieser nur noch an einer Stelle erkennbar. Im Osten, also zur Kirche und zu dem heute angrenzenden Sportplatz hin, ist dieser Graben komplett zugeschüttet worden. 

Die Geschichte der Herren von Pforzen liest sich hier wie folgt: 

• 1162/75: Rüdiger von Pforzen, Dienstmann der Grafen von Ronsberg 

• 1262/64: Konrad von Pforzen 

• 1269: Konrad von Pforzen, Subdiakon im Kovent zu Kempten 

• 1263/75: Eberhard von Pforzen 

• 1280: Eberhard, Sohn des Konrad von Pforzen 

• 1280: Johann, Enkel des Konrad von Pforzen 

• Um 1290 bis 1323: Heinrich von Pforzheim (Pforzen) gen. Hattenberger, Domherr zu Augsburg 

• 1295/1306: Rüdeger von Pforzen 

• 1299/1306: Johann Unrain von Ratzenried, Gatte der Margarethe von Pforzen, Erbe des letzten von Pforzen. 

Die Wappenfarben der Burg sind rot mit schwarzem Widdergehörn. „Im Gegenteil zu der Burgstelle Leinau, ist die Burgstelle Pforzen ein schönes Beispiel, wie man ein solches Denkmal schön gestaltet für die Öffentlichkeit nutzbar machen kann”, bilanziert Finger.

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