Serie: Burgen im Ostallgäu

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So zeigt sich heute der Graben zwischen der ehemaligen Haupt- und Vorburg.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Auf der südlichen Anhöhe oberhalb von Eggenthal, nördlich der Kapelle Maria Seelenberg, liegt die ehemalige Burg Eggenthal. Hierbei handelt es sich laut Burgenführer Götz Finger um eine „sehr schöne Abschnittsbefestigung in Nord- Süd-Richtung“: Im Westen und Süden wurden Vor- und Hauptburg mit einem großen Graben aus dem restlichen Höhenzug herausgeschnitten. 

Die nahezu rechtwinklige Vorburg ist mit circa 20 Metern in der Breite und etwa 40 Metern in der Länge sehr groß, weist aber auf der Oberfläche kaum erkennbare Bauspuren auf. Von der Hauptburg ist sie durch einen sehr mächtigen Halsgraben getrennt, den vermutlich früher eine hölzerne Brücke überspannte. 

Die mit etwa 15 auf 40 Metern kleinere Hauptburg wartet laut Finger hingegen mit einem recht markanten Gebäuderest auf. Denn auf der Oberfläche erkennt man die Ausbruchsspuren des ehemaligen Wohnturmes. 

„Hier befand sich ursprünglich ein mächtiger, etwa zehn auf zehn Meter im Quadrat messender Wohnturm. Nördlich dieser Fundamentgruben erkennt man noch eine kleine Grube, die vermutlich auch auf eine ehemalige Bebauung hinweist“, beschwört der Burgenführer die Bilder vergangener Zeiten. 

Errichtet wurde die Burg Eggenthal vermutlich im 12. Jahrhundert durch die Markgrafen von Ronsberg. „Denn an dem Höhenzug, auf dem die Burg Eggenthal liegt, reihen sich von Blöcktach bis Lauchdorf die Burgen, die alle zu dem Einflussbereich der Markgrafen von Ronsberg gehörten. Zudem führt bei Eggenthal eine alte Römerstrasse vom Hochplateau in die Senke“, erklärt Finger. Die Geschichte beziehungsweise Herrschaft dieser Burg hat er wie folgt aufgeführt: 

Geschichte und Herrschaften 

• 12. Jahrhundert: Hermann, Rudolf und Heinrich de Eggentale, damals noch Edelfreie, die auch unter dem Namen „Nawe“ auftraten, was wiederum als Name einer alten, dortigen Römerstation angenommen wird 

• 1130: Rudolf und Regenhart von Eggentale 

• 1145/80: Rudolf liber homo de Eggintal 

• 1182: Heinrich und Konrad v. Eggenthal, ronsbergische Dienstmannen 

• 1227: Rudolf v. Eggenthal bei König Heinrich VII in Ulm 

• 1228: Vogt der Burg Baisweil 

• 1241: Rudolf v. Eggenthal war mit seinem Lehnsherren, dem Grafen Ulrich von Ulten, in Kemnat 

• ab 1224: Die Herren von Eggenthal nennen sich immer häufiger „von Baisweil“ „Die Burg Eggenthal selbst dürfte schon ab dem späten 13. Jahrhundert aufgegeben worden sein. 

In der Nähe, südwestlich der Burgstelle Eggenthal befindet sich noch eine kleinere Abschnittsbefestigung mit einen heute noch gut erkennbarem Graben, der leider an einigen Stellen schon zugeschüttet wurde, und ein sehr großer Wall. Über diese Burganlage gibt es jedoch keinerlei geschichtliche Hinweise”, so Finger abschließend.

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