Serie: Burgen im Ostallgäu

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Von der Burg Eichelschwang sind nur noch ein Graben sowie ein Wall (rechts) erkennbar.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Wenn man die Straße von Oberthingau nach Görisried fährt, folgt nach der Abbiegung zur Ortschaft Baltenstein auf der linken Seite ein großer Feldweg. Hier folgt man diesem, bis er in einer T-Kreuzung endet. Hält man sich rechts, kommt man über einen Bach. Bei der nächsten Weggabelung geht man wiederum rechts und nach einigen Metern kommt man in den Schweickartswald. 

Die Burg Eichelschwang gehört zu dem Typus der Abschnittsbefestigung, die auf einem Bergsporn oberhalb der Wertach und des Fuchstobels liegt. An der schmalsten Stelle des Bergsporns kann man einen Graben und einen Wall erkennen, der den Sporn von der Umgebung trennt. 

Im Inneren des Burgstalles kann man noch eine Grube erkennen, an deren Rand auch der Gedenkstein von Dr. Otto Merkt steht. „Erstaunlich ist an der Burgstelle deren große Ausdehnung und die Tatsache, dass bisher keinerlei Funde auf dieser Burg gemacht wurden. Es gibt also überhaupt keine Hinweise darauf, wie eine solche Burg ausgesehen hat”, erklärt Finger. 

Auch die Lage des Burgstalles ist interessant. „Denn er liegt direkt an der Wertach und fast gegenüber der Burg Eichelschwang liegt der Burgstall Schwenden. Im Mittelalter war der Bereich östlich der Wertach größtenteils der des Bischoff von Augsburg und auf der Westseite der Wertach der Äbte von Kempten”, so der Burgenführer. 

Die Geschichte der Burganlage ist auf dem Gedenkstein von Dr. Otto Merkt sehr gut wiedergegeben und lautet wie folgt: 

• 1357 der Herren von Kipfenberg 

• 1480 des Ulrich Schweickart 

• 1537 erworben vom Stift Kempten 

„Leider gibt es bei diesen geschichtlichen Daten überhaupt keine Hinweise auf die Burg selbst. So ist auch nicht bekannt, ob die Burg Eichelschwang zum Zeitpunkt ihrer ersten Erwähnung überhaupt noch bestand, oder ob sie da schon ein Burgstall war.” 

Aufgrund der geringen Höhe des Walles und des Grabens ist laut Finger anzunehmen, dass die Burg schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht mehr existierte. 

Neben den wenigen geschichtlichen Überlieferungen gibt es noch einige Sagen von dieser Burgstelle, die auch die „Abschnittsbefestigung am Kapf“ genannt wird. „In einer Sage wird von einem Schloss berichtet, das wegen seines verschwenderischen Verhaltens gestraft wurde und im Erdboden versank”, erzählt Finger.

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