Serie: Burgen im Ostallgäu

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Grundrissplan der Burg von Boris Blum.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Der Burgstall Schwarzenburg liegt auf der Bergnase oberhalb von Blöcktach (Gemeinde Friesenried). Hinter der Mühle von Blöcktach, die auch ehemals die Burgmühle der Schwarzenburg war, beginnt ein Schotterweg, auf dem man direkt an den Vorburgwall der Schwarzenburg gelangt. 

„Die Schwarzenburg ist ein Vertreter des Typus Abschnittsbefestigung. Der massive Wall, mit dem vorgelagerten, ebenfalls massiven Graben, trennte ursprünglich komplett auf ganzer Länge die Bergnase vom Rest der Erhebung. Heute sind jedoch nur noch drei Viertel des Walles und Grabens vorhanden. Der Rest wurde in neuerer Zeit eingeebnet”, erklärt Götz Finger. 

Außer der Verteidigungsanlage sind auf der Vorburg keinerlei Reste einer ursprünglichen Bebauung zu erkennen. Die Hauptburg wird von einem sehr tiefen und breiten Halsgraben vom Rest des Plateaus abgetrennt. Zugang zur Hauptburg besteht nur durch einen kleinen Wall, „der vermutlich auch der ursprüngliche Zugang gewesen ist”, so der Burgenführer. „Das kleine Gebäude im Graben ist neueren Datums und dürfte ein Schießstand gewesen sein.” 

Die Hauptburg unterteilt sich wiederum in einen tieferen und einen höheren hügelähnlichen Teil. Leider sind große Teile der Hauptburg im Westen einer alten Kiesgrube zum Opfer gefallen. Auf der Hauptburg- erhebung, auf der auch der Gedenkstein zu finden ist, kann man Ausbruchsspuren in der Form von Gruben erkennen. „Vermutlich befand sich auf diesem Hügel der Wohnturm und im unteren Bereich der Hauptburg einige Wirtschaftsgebäude, sowie der Stall der herrschaftlichen Reitpferde”, so Finger. 

Die Geschichte dieses Platzes könnte sehr weit zurückgehen. Sogar bis in die Bronzezeit, denn Funde aus dieser Periode wurden auf der Burg gefunden. Die mittelalterliche Burg dürfte eine Gründung der Grafen, beziehungsweise später Markgrafen von Ronsberg aus dem 12. Jahrhundert sein. 

Jedenfalls werden die Herren von Schwarzenburg als Dienstmannen dieser mächtigen Herren erwähnt. „Ich selbst gehe jedenfalls davon aus, dass Burgen wie die Schwarzenburg, Eggenthal, Baisweil, Lauchdorf und Kemnat von den Markgrafen selbst in Auftrag gegeben wurden und dann anschließend nur mit treuen Vasallen belehnt wurden”, meint Finger.

Die Geschichte der Herren von Schwarzenburg liest sich wie folgt:

• 1240 bezeugte Ritter Heinrich v. Schwarzenburg eine Schenkung an das Kloster Irsee 

• 1241 war Heinrich von Schwarzenburg bei seinem Herren, dem Grafen Ulrich von Ulten auf der Burg Kemnat 

• 1264 erscheint Konrad von Swazinburch als Begleiter von König Konradin 

• 1302 schenkt Volkmar von Schwarzenburg einen Leibeigenen als Freizinser an das Spital Kaufbeuren 

• 1311 bezeugt Volkmar von Schw. eine Schenkung an das Kloster Steingaden 

• 1397 bis 1406 wird Stephan von Schwarzenburg als letzter seines Geschlechtes genannt 

„Im Falle der Schwarzenburg liegt die Vermutung nahe, dass mit dem Aussterben der Herren von Schwarzenburg, Anfang des 15. Jahrhunderts, nicht mehr bewohnt wurde und daher langsam verfiel”, merkt Finger an.

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