Bürgerversammlung in Mauerstetten: "Sonnenhof" muss nicht weichen

Daten, Fakten und Fragen…

+
Großes Interesse an den Informationen des Bürgermeisters herrschte bei der Bürgerversammlung in der Gemeinde Mauerstetten im Sonnenhof.

Mauerstetten -Auf der jüngsten Bürgerversammlung stand Bürgermeister Armin Holderried den Bürgern Rede und Antwort. Zu seiner Aussage, die Stadt Kaufbeuren zeige eine "fehlende Bereitschaft" beim Bau eines Geh- und Radweges von Frankenried nach Hirschzell, hat OB Bosse allerdings ganz andere Ansichten.

Zur letzten Bürgerversammlung in der aktuellen Wahlperiode hatte Bürgermeister Armin Holderried die Einwohner der Gemeinde Mauerstetten eingeladen. Neben der Präsentation verschiedener Zahlen und Daten zur aktuellen Situation im Ort gab der Verwaltungschef auch einen Rückblick auf die zu Ende gehende Legislaturperiode und richtete das Augenmerk auf zukünftige Aufgaben der Kommune. Josef Häusler als Ansprechpartner der Unparteilichen Wählergruppe Mauerstetten-Hausen warb für Kan- didaten, die sich 2014 für das Amt als Gemeinderäte zur Verfügung stellen. Anschließend bestand Gelegenheit für Fragen und Anträge. 

Rund 110 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den Sonnenhof gefolgt. In seinem Vortrag gab der Bürgermeister einen detaillierten Bericht über die Investitionen und den Haushalt im Jahr 2013. Der Bau der Kinderkrippe Regenbogen (1,1 Millionen Euro), die Erneuerung von Gemeindestraßen und der Umbau der Hauptkreuzung (rund 800.000 Euro) und die Abwasserbeseitigung mit Umlage der Kläranlage (rund 600.000 Euro) schlagen unter anderem stark zu Buche. Doch die Gemeinde steht insgesamt mit einem Schuldenstand von rund 100.000 Euro bei soliden Rücklagen auf wirtschaftlich guten Beinen und ist für die Zukunft gerüstet. 

Weitere Themen waren beispielsweise: das Baugebiet Dorfanger, eine mögliche Erweiterung für die Feuerwehr, die nach den Worten von Holderried „sehr gut etablierte Mittagsbetreuung“ für Schulkinder und die für 2014 geplante Ferienkinderbetreuung. Die Breitbandversorgung für Mauerstetten und Steinholz mit Glasfaser wird 2014 durch die Telekom ausgebaut, für Frankenried ist eine Übergangslösung vorgesehen. Große Bedeutung misst der Bürgermeister dem Gemeindeentwicklungskonzept zu. Das vom Gemeinderat erarbeitete und mit Beteiligung der Bürgerschaft und den Vereinen entwickelte Konzept wird extern begleitet. Es soll Spekulationen vorbeugen und Sicherheit bieten sowie als Leitbild der Gemeinde wie ein „Roter Faden“ für die Strategien der Zukunft dienen. 

Der „brodelnden Gerüchteküche“ im Zusammenhang mit einer möglichen Erweiterung der Firma Mayr und einem daraus resultierenden Abriss des Restaurants und Veranstaltungsraums „Sonnenhof“ trat Holderried entgegen. Er betonte, dass intensiv an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet werde, da das Unternehmen ausdrücklich seine Standorttreue bekräftigt habe. Ebenso stehe eine neue Sporthalle im Fokus. Aus Sicht des Bürgermeisters ist es bedauerlich, dass die Möglichkeit zum Bau eines Geh- und Radweges von Frankenried nach Hirschzell derzeit an der „fehlenden Bereitschaft“ der Stadt Kaufbeuren scheitert. (siehe hierzu auch Artikel unten). Für die „Mooshütte“ ist nach der Schließung zum 31. Januar nächsten Jahres ein Monat Sanierungszeit geplant. Holderried hofft, dass die für die Suche zuständige Aktienbrauerei bis dahin einen neuen Pächter gefunden hat und rechnet mit einer Eröffnung im März. 

Straßen, Wege und Verkehr 

Von der sich anschließenden Diskussion machten die Anwesenden regen Gebrauch. Nach einer Anfrage von Josef Häusler bezüglich des Ausbaus der Straße zum Pflegeheim in Steinholz ist laut Bürgermeister der Betreiber verantwortlich. Eugen Gaugler beantragte die Beschaffung von zwei Geschwindigkeitsanzeigegeräten für die Bahnhofstraße, da nach Entfernen der mobilen Anzeige der Verkehr wieder schneller geworden sei. 

Josefine Moser wünschte sich eine Reaktivierung der alten Wegebeziehungen im Dorf, die nach ihrer Ansicht „leider verloren gehen“. 

Andreas Petzka fragte nach der Möglichkeit einer Beleuchtung für den Radweg von Mauerstetten nach Kaufbeuren. „Dafür ist der Landkreis in der Pflicht“, lautete die Antwort. 

Zum Thema Beleuchtung war Peter Kraus mit Hinweis auf die morgens unterwegs befindlichen Schulkinder aufgefallen, dass die öffentlichen Lichtmasten bereits sehr früh abgeschaltet werden. 

Gegen die von Alexander Zink und Gottlieb Bayerhof gewünschten Ortsschilderversetzungen sprechen laut Holderried Vorschriften. Kritik äußerte Bayerhof auch an dem aus seiner Sicht falschen Standort sowie der Größe der Kinderkrippe „Regenbogen“. von Wolfgang Becker

Stadt Kaufbeuren erneuert Angebot

Aus einem Schreiben des Kaufbeurer Oberbürgermeisters Stefan Bosse (CSU) geht dagegen hervor, dass die Stadt Kaufbeurenihr Angebot an die Gemeinde Mauerstetten hinsichtlich einer umfassenden Zusammenarbeit entlang der B12 erneuert. Damit reagiert das Stadtoberhaupt auf die von Mauerstettens Bürgermeister Armin Holderried bei der Bürgerversammlung geübte Kritik, dass Kaufbeuren hierzu keine Bereitschaft zeige. 

Richtig sei vielmehr laut Bosse, dass die Gemeinde Mauerstetten im Jahr 2011 mit der Anfrage an die Stadt Kaufbeuren herangetreten sei, ob der Radweg entlang der Frankenrieder Straße gemeinsam gebaut werden könne. Auf Kaufbeurer Seite betreffe dies insbesondere die Bewältigung des Taleinschnittes oberhalb der Einmündung Freibergstraße bis hinauf zum Hirschzeller Sportplatz an der B 12. „Ein Radwegebau in diesem Abschnitt ist wegen der Steilheit des Taleinschnittes sehr aufwändig und im Hinblick auf die bis fast an die Fahrbahn reichenden massiven Brückenpfeiler der B12-Überführung technisch nicht ohne weiteres zu realisieren“, so Bosse. Im Zusammenhang mit dem geplanten vierspurigen Ausbau der B12 würde der Bereich der Frankenrieder Straße laut Bosse eine massive Umgestaltung erfahren, „unabhängig davon, ob eine eigene Anschlussstelle Hirschzell/Frankenried an der B12 entsteht“. 

Vor diesem Hintergrund hatte die Stadt Kaufbeuren der Gemeinde Mauerstetten vorgeschlagen, bereits bestehende Feldwege von Frankenried in Richtung Kaufbeuren auszubauen und um das kurze Stück bis zur B12-Unterführung Birkentalweg zu verlängern, so Bosse. Von hier aus bestehe für Radler die Möglichkeit, über den Birkentalweg und den Heriloring gefahrlos bis zur Bärenseestraße und auf den dortigen Radweg zu gelangen. „Diese Planung macht insbesondere auch deshalb Sinn, weil Kaufbeuren plant, in absehbarer Zeit eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer vom Auweg in Hirschzell zur Schelmenhofstraße zu bauen. Damit wäre neben dem Schulzentrum Schelmenhofstraße der Bahnhof und über diesen durch den neuen Trog auch die Altstadt komfortabel und sicher erreichbar“, erklärt Bosse. Alternativ könnte auch ein Radwegebau entlang der Kreisstraße Frankenried–Kaufbeuren bis zur Einmündung des Schneidersteigs beim Sportplatz Hirschzell erfolgen. Von hier könnten die Radfahrer sicher über Schneidersteig und Heriloring zur Bärenseestraße gelangen, so der OB. 

Aber: „Die Gemeinde Mauerstetten hat diese Vorschläge leider abgelehnt“, so Bosses Fazit. Im Jahr 2013 habe Kaufbeuren ferner eine intensivere Zusammenarbeit mit Mauerstetten für das Gebiet entlang der B12 angeregt und dabei ausdrücklich alle Radwegeprojekte, zum Beispiel entlang der Mauerstettener und der Frankenrieder Straße, mit einbezogen. Auch diese umfassende Initiative wurde laut Bosse von der Gemeinde Mauerstetten vorerst abgelehnt. von Kreisbote

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Sudetendeutsche Schicksale nach 1945
Frauen in der Leitungsebene
Frauen in der Leitungsebene
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!

Kommentare