Fahrt aufgenommen

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„Camerata Bavarese“: Das Ensemble der vier individuellen Spezialisten (v. li.) Andreas Keller, Klaus Hampl, Sigi Schwab und Tommi Müller.

Kaufbeuren/Allgäu – Unter dem Label „Camerata Bavarese” haben die vier Musiker Klaus Hampl, Sigi Schwab, Andreas Keller und Tommi Müller im vergangenen Jahr den letzten Schritt in eine gemeinsame künstlerische Zukunft getan. Sie schaffen es in geradezu faszinierender Art und Weise, verschiedene Musikstilrichtungen so zu verschmelzen, dass für die Zuhörer ein außergewöhnlicher Kunstgenuss entsteht.

Gemeinsame Konzerte in der Vergangenheit haben die Grundlage gelegt. Weitere Projekte folgen und eine gemeinsame CD ist geplant.

„Nach vielen gemeinsamen Auftritten und einem fließenden Übergang sind wir nunmehr als Gruppe mit regelmäßigen Übungen fest miteinander verbunden“, so der Kaufbeurer Klarinettist Klaus Hampl im Gespräch mit dem Kreisboten. Partner Sigi Schwab sieht dies auch so: „Die Zusammenarbeit hat sich in diesem Jahr so gefestigt, dass ein Ensemble neuer Art entstanden ist.“

Schwab – als Gitarrist und Komponist auch international erfolgreich schildert den neuen Weg aus seiner Sicht. „Ich war als Studiomusiker in Berlin und München lange isoliert und wollte irgendwann raus zum Publikum“, so der in Ludwigshafen geborene Musiker. Nach ersten Kontakten in Irsee („ein unglaublich sensibles Publikum“) habe er festgestellt, dass es „im Allgäu eine eigene wunderbare Szene gibt“.

"Lust spenden" 

Beide Musiker haben sich anscheinend gesucht und gefunden. Während Schwab „die klassische Klarinette mit sauberem Ton wie eine Offenbarung“ bezeichnet, ist Hampl von der „Perfektion und Spontanität sowie der puren Lust an der Musik“ seitens Schwab begeistert. „Wir wollen unsere beiden Welten von innen her zusammenbringen und mit einem Sprung in die Zukunft als Element entwickeln“, so Schwab. Dazu gehöre auch das „Aufleben alter Formen“. „Lust spenden ist unser Ziel“, beschreibt der Gitarrist die Möglichkeit, verloren gegangene Rhythmus-Elemente in der klassischen Musik wieder einzubinden.

"Camerata Bavarese" 

Mit der „Camerata Bavarese” wird ein künstlerischer Weg beschritten, der völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei handelt es sich laut Hampl und Schwab um eine Gruppe von Musikern, die jedoch über die musikalischen Grenzen hinaus ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit anderen außergewöhnlichen Künstlern nicht ausschließt.

Wie beide Musiker erklären, gab es im 16. Jahrhundert in Florenz bereits eine der ersten Künstlergemeinschaften die sogenannte „Camerata Fiorentina“, welche aus einem Kreis von Musikern, Dichtern, Philosophen und Gelehrten bestand. Die Camerata heute sieht sich als Bewahrer der großen europäischen Musiktraditionen und dringt dabei immer wieder in Neuland vor. Die „Camerata Bavarese” möchte künstlerische Türen aufstoßen, dabei sind Überraschungen nicht ausgeschlossen!

Dr. Margot Lehner, ehemalige Hauptabteilungsleiterin Kultur beim Bayerischen Rundfunk, sagt dazu: „Hier haben sich der Kammermusikvirtuose Klaus Hampl mit Sigi Schwab, dem großen Meister der Gitarre, und seine internationalen Jazzmusiker zu einem Projekt gefunden, das durch Außergewöhnlichkeit in der instrumentalen Besetzung, wie auch in der Klangfarbe, Maßstäbe setzt. Wenn Klaus Hampl und Sigi Schwab gemeinsam spielen, entwickelt sich ein Kosmos von raffinierter Musikalität.“

Weitere große Konzerte unter dem gemeinsamen Label „Camerata Bavarese” sind für 2016 geplant. Der nächste Termin in Kaufbeuren ist am 12. März 2016 im Sparkassenforum geplant. Man darf gespannt sein, welcher Hörgenuss die Zuhörer erwartet!

von Wolfgang Becker

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