Chancen in der Krise

Welche Chancen regionale Handwerksbetriebe bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen haben, war Thema einer Informationsveranstaltung im Landratsamt Ostallgäu. Die Mittel aus dem Konjunkturpaket II bedeuten dem- nächst einen Schub für das Ostallgäu, wenn die Aufträge insbesondere an heimische Firmen vergeben werden.

„Regional Denken und Handeln”, propagiert Landrat Fleschhut als bedeutend in Zeiten der Finanzkrise. Mit einer Steigerung der öffentlichen Aufträge sowie einer veränderten Vergabepraxis sollen die Probleme abgefedert werden. „Die Handwerker im Ostallgäu sind noch relativ gut aufgestellt, aber meist kommt der Einbruch der Wirtschaft bei den Firmen erst mit Zeitverzögerung an”, beobachtet Jürgen Reitebuch, Kreishandwerksmeister für Füssen-Marktoberdorf. Sein Kollege, Robert Klauer, Kreishandwerksmeister für Kaufbeuren-Buchloe, plädiert dafür die anstehenden Aufträge in der Region zu vergeben, denn „nur so kommt das Geld bei den Bürgern an”. Aus dem Konjunkturpaket II werden 16,5 Millionen Euro in den Landkreis fließen. 10,2 Millionen Euro davon werden in energetische Sanierungsmaßnahmen von Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäuden investiert, weitere 2,7 Millionen Euro sind für den Hochwasserschutz eingeplant. Darüber hinaus sind im Landkreis in den kommenden Jahren eine Vielzahl weiterer Bauvorhaben geplant. Die im August beginnende Sanierung des Landratsamtes wird in drei Bauabschnitten absolviert und rund 14,9 Millionen Euro kosten. Für die jetzt anlaufende Sanierung der Realschule in Buchloe sind 4,95 Millionen Euro einkalkuliert. Die Erweiterung und energetische Sanierung des Seniorenheims Buchloe ab 2010 wird mit 7,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Laut Manfred Rinderle, Kreisverbandsvorsitzender für das Ostallgäu des Bayerischen Gemeindetages, hat sich bei seinen Bürgermeisterkollegen nach geplanten Investitionen erkundigt. Nach seiner Aufstellung sind dieses und nächstes Jahr im gesamten Landkreis von den Kommunen Investitionen in Höhe von 54 Millionen Euro vorgesehen. Landrat Johann Fleschhut will alle Möglichkeiten nutzen, die Chancen der regionalen Betriebe bei der Auftragsvergabe im Wettbewerb zu erhöhen. Für die Jahre 2009 und 2010 wurden die Ausschreibungsmodalitäten für die Vergabe öffentlicher Aufträge gelockert. So ist bei Bauleistungen beispielsweise die freihändige Vergabe anstatt wie bisher bis zu 40000 Euro jetzt neu bis zu 100000 Euro möglich und die beschränkte Ausschreibung für Projekte bis zu einer Million Euro. Das Landratsamt Ostallgäu will auf seiner Homepage unter www.ostallgaeu.de in den kommenden Tagen zudem eine Liste der anstehenden, kommunalen Bauprojekte einstellen, damit sich Handwerksbetriebe gezielt informieren und um Aufträge bemühen können. Ein elektronisches Vergabe-Portal soll es zudem für die Firmen erleichtern, die notwendigen Unterlagen herunterzuladen und anschließend über die neue Plattform das Angebot einzureichen. Die EDV-Spezialisten im Landratsamt arbeiten zudem an der Entwicklung des digitalen Bauantrages, mit dem Bauherrn über die Gemeinde elektronisch ihren Bauantrag abgeben können. Ziel ist es die Bearbeitungszeiten, die derzeit laut Landrat Fleschhut bei durchschnittlich vier Wochen liegen, zu verkürzen und mehr Transparenz zu schaffen. Pfronten und Mauerstetten wurden als Modellkommunen im Landkreis ausgewählt, die das System in den kommenden Monaten testen werden.

Auch interessant

Meistgelesen

Festzug mit Hindernissen
Festzug mit Hindernissen
Stadt in festlichem Gewand
Stadt in festlichem Gewand
Silikon entzündet sich
Silikon entzündet sich
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental
Drei Tote bei Autounfall bei Kaltental

Kommentare