Charakter der Dörfer erhalten

Wanderausstellung „Dorfkerne-Dorfränder“ eröffnet im Landratsamt Ostallgäu

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Die Ausstellung „Dorfkerne-Dorfränder“ erläuterte Stadtplaner und Projektbeauftragter Prof. Dr. Dr. Lothar Zettler (re.), LARS Consult GmbH. Landrätin Maria Rita Zinnecker und Leiter AELF Kempten, Dr. Alois Kling eröffneten die Ausstellung im Beisein der Ostallgäuer Bürgermeister.

Marktoberdorf – Der Strukturwandel unserer Dörfer und Landschaften sei unverkennbar, sagte Professor Lothar Zettler vom Planungsbüro LARS Consult zur Eröffnung der Wanderausstellung „Dorfkerne-Dorfränder“ im Foyer des Landratsamts Ostallgäu.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Stadtplaner mit der Frage, wie der Wandel von Dörfern, Märkten und Weilern im Spannungsfeld von Bewahren und Gestalten zu steuern sei. Sein Wissen floss zuletzt in das Kooperationsprojekt „Dorfkerne-Dorfränder“ der Landkreise Unter- und Ostallgäu, das sich insbesondere mit der städtebaulichen Analyse von Gemeinden befasste.

Schönheit der Landschaft

Wie aber die Schönheit der Landschaft und den Charakter der Dörfer erhalten? Dorferneuerung und Dorf­entwicklung waren die Stichworte, unter denen beide Allgäuer Landkreise gemeinsam ein Praxishandbuch mit Planungsinstrumenten, Prozessen und Handlungsstrategien erarbeiteten. Um die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie Landrätin Maria Rita Zinnecker betonte, wurde nach Abschluss des Projekts die Wanderausstellung „Dorfkerne-Dorfränder“ entwickelt. „Damit bieten wir unseren Gemeinden eine weitere Hilfestellung, um das Thema Dorfentwicklung ins Bewusstsein der Fachleute und der Bürger zu bringen“, sagte die Landrätin zur Eröffnung im Rahmen der jüngsten Bürgermeisterbesprechung.

Bis 5. Februar

Die Wanderausstellung wurde von der Firma LARS Consult ­GmbH aus Memmingen zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten und den beiden Landkreisen Unter- und Ostallgäu entwickelt. Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar im Foyer des Landratsamts zu besichtigen. Danach haben Ostallgäuer Kommunen die Möglichkeit, die Wanderausstellung kostenlos auszuleihen. Bayernweit ist das Projekt auf großes Interesse gestoßen. Es gebe beispielsweise Anfragen aus Landshut und Bamberg, wie Dr. Alois Kling, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten sagte. Zunächst sei die Ausstellung jedoch für eine Tour durch die Landkreise Ost- und Unterallgäu vorgesehen. Gefördert wurde das Vorhaben im Rahmen des europäischen Förderprogramms LEADER 2014-2020. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „bergaufland Ostallgäu“ hatte die entsprechenden Fördermittel von rund 70.000 Euro freigegeben und damit die Umsetzung ermöglicht. Kling sprach von einem „Vorzeigeprojekt“, das die regionale Identität stärke.

Dorfspaziergang

Auch Landrätin Zinnecker lobte Projekt und Ausstellung als bayernweit vorbildlich. „Wir haben hier einen Handwerkskasten, der es Gemeinden, Bürgermeistern und ihren Gremien vor Ort ermöglicht, Ortskerne zu entwickeln und Ortsränder zu gestalten“, appellierte sie an die anwesenden Gemeindevertreter. So empfahl Stadtplaner Zettler in seiner Einführung jedem Bürger als ersten Schritt, während eines Dorfspaziergangs die Eigenheiten der eigenen Gemeinde zu erfassen und den Fragen auf die Spur zu gehen: „Was ist besonders schön bei uns?“ und „Wo brennt‘s und was fehlt?“. Dass viele Bürgermeister das Thema begleiteten, wusste die Landkreischefin aus zahlreichen Gesprächen vor Ort zu berichten. Nun sollen mit der Ausstellung praxisnah Impulse gesetzt werden.

von Angelika Hirschberg

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