Die Chefärzte des Klinikum sprechen sich für den Erhalt des Klinikverbundes Ostallgäu-Kaufbeuren aus

Die Chefärzte der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren halten die im Jahr 2007 erfolgte Fusion zwischen den ehemaligen Kreiskliniken und dem damaligen Klinikum Ostallgäu-Kaufbeuren weiterhin für richtig, „ja zwingend notwendig für den Erhalt aller fünf Standorte“. Das geht aus einem offenen Brief hervor, der von allen leitenden Ärzten des Kommunalunternehmens unterzeichnet wurde.

Als Begründung führen sie unter anderem an, „dass zahlreiche Strukturanforderungen nicht mehr in allen Abteilungen vorgehalten werden können“. So würden in allen Bereichen der Medizin die Erstattung von Behandlungskosten nur bei Nachweis der geforderten Qualität erfolgen. Diese Strukturqualität könne nur bei Nachweis einer entsprechenden hohen Spezialisierung erreicht werden. „Sie ist auch die Voraussetzung für eine adäquate Versorgungsqualität und kommt damit dem Patienten zugute“, heißt es in dem offenen Brief. Aber auch die Personalgewinnung könne nur in beschränktem Umfang gelingen, da Spezialausbildungen nicht in allen Abteilungen ausreichend angeboten werden können. Gerade aber qualifiziertes Personal sei für das Überleben von Krankenhäusern zu einer Zukunftsfrage geworden, so die Ärzte. „Ärztlicher Nachwuchs wird sich nur an Kliniken bewerben, die eine hervorragende Ausbildung gewährleisten können.“ Und dieser könne nur nur in größeren organisatorischen Einheiten gelingen. Hier seien Ausbildungsverbünde hilfreich, die ebenfalls nur bei einer Überschreiten einer kritischen Größe etabliert werden können. Darüber hinaus erzielen Kliniken, die komplexe Operationen häufiger durchführen, zwangsläufig einen größeren Erfahrungsschatz und damit größere Professionalität. Gleichzeit bedinge die Vorhaltung einer qualifizierten Notfallversorgung erhebliche Kosten, die nur dann erträglich sind, wenn die Auslastung dieses Personals adäquat ist, so die Auffassung der Ärzte. Auch die Abhängigkeit zwischen allen Krankenhäusern des KU sei laut den Chefärzten „sehr groß“. Demnach wurden im Rahmen der Fusion des Unternehmens viele Bereiche, die sehr kostenrelevant sind, gebündelt. Dies sei auch dringend notwendig, da diese Bereiche entweder keine Förderung durch die staatlichen Stellen erhalten oder aber eine Bündelung die Einkaufsmacht deutlich erhöhe. Als besonders schlagende Beispiele führen die Ärzte die Anschaffung von Medizinprodukten, ZSVA (Sterilisationsabteilung), Verwaltung und Küche an. „Hier besteht eine Abhängigkeit, die sich nur extrem schwer wieder auflösen lassen würde“, so die Ärzte. Ferner geben die Ärzte zu bedenken, dass kleinere Einheiten auch eine Konzentration auf einzelne Personen bedinge. Der klinische Betrieb jedes Hauses sollte allerdings weitgehend unabhängig von einzelnen Personen gemacht werden, heißt es in dem Brief. Insgesamt sehen die leitenden Ärzte der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren die gegenwärtige Struktur des KU „als zeitgerecht und zukunftsweisend“ an. Diese Erkenntnis werde auch nicht durch die höchst bedauerlichen Kontroversen zwischen den beiden Trägern des Unternehmens, der Stadt Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu, getrübt. Die leitenden Ärzte des Unternehmens halten diese Kontroversen für extrem schädlich für das Unternehmen und kontraproduktiv für ihren Einsatz am Patienten. „Eine zukunftsgerichtete Struktur eines hochkomplexen Krankenhausunternehmens kann keinesfalls durch eine alleinige Orientierung an politischen Interessen erreicht werden und gelingt dann, wenn die schädlichen Emotionen nüchternen Überlegungen weichen, die den Kranken in den Mittelpunkt stellen.

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