Vom Chefsessel in den Ruhestand

Sparkassenvorsitzender Winfried Nusser hat große Pläne für die Zukunft

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Freut sich auf den Ruhestand: Der Sparkassenvorsitzende Winfried Nusser hat viele Pläne für den vor ihm liegenden Lebensabschnitt.

Kaufbeuren – Für den kommenden Lebensabschnitt hat Winfried Nusser bereits eine Menge Pläne. Der Vorstandsvorsitzende stand seit 2009 an der Spitze der Geschäftsleitung der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren. Er geht in diesen Tagen in den Ruhestand und hat sich viel vorgenommen. So viel, dass er wahrscheinlich eine Prioritätenliste aufstellen muss. Kaufbeuren – Für den kommenden Lebensabschnitt hat Winfried Nusser bereits eine Menge Pläne. Der Vorstandsvorsitzende stand seit 2009 an der Spitze der Geschäftsleitung der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren. Er geht in diesen Tagen in den Ruhestand und hat sich viel vorgenommen. So viel, dass er wahrscheinlich eine Prioritätenliste aufstellen muss.

Neben den weiterhin bestehenden Funktionen in etlichen Vereinigungen sowie Plänen für private Vorhaben hat der 64-Jährige nicht nur seine Familie oder die Hobbys im Fokus. Denn ein „spannendes Projekt“ in Afrika beschäftigt ihn schon seit einigen Jahren und dem will er zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Im Gespräch mit dem Kreisbote blickte der gebürtige Kaufbeu­rer auch auf ein erfülltes Berufsleben zurück.

„Ich habe viel vor“, so Nusser eingangs des Gesprächs, „und viele der jetzigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Stiftungen und Vereinen bleiben ja.“ Für die Familie und die fünf Enkel ist nun mehr Zeit, aber auch für die sportliche Betätigung bei Squash und Golf und den noch etwas jüngeren Part an der Bassgitarre in der sechsköpfigen Band, die sich erst kürzlich den bedeutungsvollen Namen „Lehman Brothers“ gab. Das Saxofon als weiteres Musikinstrument im Jazz-Bereich soll noch hinzukommen. „Und zuhause verändert sich nichts, denn ich bin der Chef in der Küche und werde das vielleicht noch etwas verfeinern“, schmunzelte der Hob­bykoch, „denn nun habe ich ja mehr Zeit für Einkauf und Kochen.“ Und sollte noch Zeit übrig bleiben, kümmert sich der Weingenießer um seinen Wein im Rheingau.

„Projekt Ghana“

Hintergrund des Projektes war der Einsatz seiner Tochter Eva als Ärztin 2013 in Ghana. „Bei einem Besuch dort habe ich ein Faible für das Land entwickelt“, berichtete Nusser. Durch eine an seinem 60. Geburtstag initiierte Sammlung und persönliche Kontakte zu German Rotary Volunteer Doctors e.V. brachte er 30.000 Euro für ein Klinikprojekt in Ghana zusammen. Ein Jahr später brachten die regionalen Rotariervereinigungen, der Distrikt und Rotary Deutschland insgesamt 120.000 Euro Eigenkapital auf. Mit Unterstützung des Bundes entstand dort eine Notfallklinik für 500.000 Euro mit den wesentlichsten Elementen einer Notfallversorgung, die im Frühjahr eingeweiht wurde. Auch bei seiner Verabschiedung kamen Gelder zusammen, die in eine Fotovoltaikanlage zur strom­unabhängigen Versorgung der medizinischen Geräte investiert werden. Weitere Projekte sind geplant. „Ich werde immer wieder persönlich vor Ort sein“, so Nusser. Er betonte die Nachhaltigkeit durch die ständig anwesenden Ärzte und Schwestern, die dort ausbilden.

Erfülltes Berufsleben

Beruflich ging es immer stetig aufwärts. Nach der Ausbildung zum Industriekaufmann und dem anschließenden Studium der Betriebswirtschaft in Augsburg trat der dann 24-Jährige in die Bayerische Hypo- und Vereinsbank in München ein. „Ich hatte immer Etappenziele vor Augen“, erinnerte er sich, „und alle aus unserem am Anfang des Berufslebens stehenden vierköpfigen Team haben es in ähnliche Positionen geschafft.“ Er bezeichnete eine Bank als „Herzstück des Wirtschaftslebens“, in welcher der „Umgang mit Menschen, Branchen und Produkten von zentraler Bedeutung“ sei.

In der Tätigkeit eines Bereichsleiters wechselte er 2002 zur Sparkasse Altötting als Vorstandsvorsitzender. „Es waren spannende Zeiten“, sagte er in der Rückschau, „denn dort war ich nach der Papstwahl 2005 in die Verhandlungen für den Verkauf des Papsthauses in Marktl eingebunden und wir haben eine Tourismus GmbH gegründet, um den Besucherandrang zu bewältigen.“ 2009 erfolgte dann der Wechsel nach Kaufbeuren in die zuletzt ausgeübte Funktion. „Das war der Start in eine tolle, arbeitsintensive Zeit“, sagte Nusser, „denn die Insolvenz der ‚Lehman-Bank‘ im Herbst 2008 mit der weltweiten Finanzkrise und der folgenden Regulatorik hat im Bankwesen alles bis dahin Gelernte auf den Kopf gestellt.“ Die Entwicklung einer guten Strategie mit einem ebensolchen Team habe Erfolg gehabt. Am Ende blickt Nusser auf 16 Jahre Vorstandstätigkeit in zwei Banken zurück und erlebte fünf Fusionen.

Besonders dankbar ist Nusser dem Verwaltungsrat für die Entscheidung in der personellen Nachfolgeregelung. Der seit 1995 in der Geschäftsleitung tätige Franz Endhardt wird die Funktion des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, Tobias Streifinger bleibt weiterhin Vorstandsmitglied und Angelo Picierro wird zum 1. Januar 2019 neu zum Vorstand berufen. Gleichzeitig wird Birgit Pfeifer als Leiterin für Personal, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zum Stellvertretenden Vorstand ernannt. „Damit wird die Kontinuität gewahrt – sowohl in der Sparkasse als auch für die Kunden“, freut sich der künftige Ruheständler.

von Wolfgang Becker

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