Spannender Science Fiction-Thriller über die Suche nach einer neuen Welt

Kinotipp: "Interstellar"

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Cooper (Matthew McConaughey) sucht mit Brand (Anne Hathaway) im Weltall nach einer neuen Zukunft“.

1935 beschrieben die Physiker Einstein und Rosen ein später als „Wurmloch“ bekanntes physikalisches Phänomen der Gravitation. Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge ist es denkbar, dass zwei Bereiche der Raumzeit durch ein Wurmloch miteinander verbunden sind. Filmemacher Christopher Nolan greift Einsteins Theorie auf und nutzt sie als Ausgangsgrundlage für seinen Science Fiction-Thriller „Interstellar“.

Mit dem Vorhaben die Menschheit zu retten schickt Nolan eine kleine Astronautencrew zu einer unbestimmten Zeitreise quer durchs All, um ein gigantisches Wurmloch als letzte Chance zum Überleben zu nutzen. 

Inhalt 

Die Zeit der Menschheit neigt sich auf der Erde dem Ende zu. Der globale Klimawandel sorgt mit Rohstoffknappheit und Umweltverschmutzungen in katastrophalen Ausmaßen für die Notwendigkeit zum Handeln: Gigantische Sandstürme nehmen den Menschen nicht nur die Luft zum Atmen, sondern auch die zum Leben notwendigen Ernteerträge. Wissenschaftler suchen im All nach einer Rettung für die Menschheit und wagen den Sprung durch ein kürzlich entdecktes Wurmloch, um auf ihrer Reise durch Raum und Zeit einen neuen Lebensplaneten zu finden. Der Ingenieur und ausgediente Pilot Cooper (Matthew McConaughey) wird von der NASA für die Rettungsaktion rekrutiert. Zusammen mit der Astronautin Brand (Anne Hathaway) und ihrer Crew erforscht Cooper die Galaxie, während er seine Kinder schweren Herzens auf der (dem Untergang geweihten) Erde zurücklässt. 

Rezension 

Basierend auf dem Konzept des Astrophysikers Kip Thorne inszeniert Filmemacher Christopher Nolan („The Dark Knight“) sein eigenes Drehbuch, das er in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Jonathan schrieb, als atemberaubendes Science-Fiction-Spektakel. Kameramann Hoyte Van Hoytema („Her“) fängt die unbekannten Welten, die teils in Island gedreht wurden, mit beeindruckender Präzision ein. Die Endlosigkeit des Weltraums präsentiert sich in opulenten Bildern, für dessen digitale Nachbearbeitung sich die Special-Effects-Schmiede „Double Negative“ verantwortlich zeigt. 

Der Blick des Zuschauers wechselt zwischen den Perspektiven der auf der Erde Zurückgebliebenen und dem der Astronauten hin und her. Aufnahmen aus dem Weltall paaren sich mit Bildern aus der Raumstation, in dem die Astronauten fortan ihr Leben zwischen Raum und Zeit fristen. Im Laufe des knapp dreistündigen Films werden dem Publikum wissenschaftliche Theorieansätze erläutert, die galant in die Handlung eingeflochten werden. 

Durch die zugrundeliegenden Theorien erhält die Filmhandlung eine wissenschaftliche Ebene, die nicht nur unterhält, sondern auch interessante Grundinformationen liefert. Dank der optischen Gestaltung von Produktionsdesigner Nathan Crowley („The Dark Knight“) und Kostümdesignerin Mary Zophres („True Grit – Vergeltung“) vereinen sich Weltall und Erde zu einem faszinierenden Konstrukt, das die Notwendigkeit der Raumfahrttechnik optisch einfängt. 

Das realistisch anmutende Weltraumepos hält das Gleichgewicht zwischen Realismus und Faszination, indem es gegenwärtige Probleme wie den globalen Klimawandel mit futuris- tischen Ansichten vereint. Mit den Oscar-Gewinnern Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“) und Anne Hathaway („Les Misérables“) ist ein harmonisierendes Paar für die Hauptrollen gefunden, das die dramatischen Momente mit souveränem Schauspiel auszufüllen weiß. In Verbindung mit dem talentierten Cast um Michael Caine, Jessica Chastain, Bill Irwin und Ellen Burstyn wird der Mix aus Sci-Fi, Drama und Abenteuer bestens umsetzt. 

Der Soundtrack von Hans Zimmer („The Dark Knight“-Trilogie), verleiht den Bildern die notwendige akustische Tiefe, die stimmungstragend den gesamten Raum einnimmt. Leider schießt Zimmer aber manchmal auch über sein Ziel hinaus und legt den Score derart bombastisch an, das in einigen Szenen die Dialoge übertönt werden. von Sandy Kolbuch

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