Mehr Einkaufsmöglichkeiten und optisch aufgewertete Fassaden

"Die Richtung stimmt"

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Mehr Geschäfte und hübsche Fassaden – die Arbeit des City-Managers greift. So beurteilte das der Stadtentwicklungsausschuss.

Marktoberdorf – Seit einem Jahr ist Projektmanager Philipp Heidrich nun für die Entwicklung der Innenstadt zuständig. Sein erster Rückblick auf das vergangene Jahr im Stadtentwicklungsausschuss wurde daher mit Spannung erwartet, auch wenn es im Vorspann bereits Lorbeeren regnete. Der Erfolg könne sich sehen lassen, lobte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

In der Tat hat sich auch für die Marktoberdorfer das Stadtbild eindeutig verändert. Es gibt mehr Einkaufsmöglichkeiten und mehr optisch aufgewertete Fassaden. Ist das nun Folge der Bemühungen der Stadt und ihrem Projektmanager? Zu einem großen Teil ja, wie Philipp Heidrich in seiner Rückschau auf 2016 zeigte.

Leerstände halbiert

Im Januar, also zu Beginn seiner Tätigkeit, seien rund 40 Immobilien in der Innenstadt leer gestanden. Zwölf Monate später sind es nur noch 20, rund zehn konnten über die Stadt und die Arbeit ihres City-Managers vermittelt werden. Dazu gehören die Existenzgründer „Kuhbuckelstudios“, die im Kundenauftrag Produkte im 3-D-Druck herstellen, die Unikate-Boutique „Von Hand“ im ehemaligen Rauh-Gebäude, die Dekra-Akademie, die Bar „Smokes“ oder ein Planungsstudio mit rund 20 Mitarbeitern. „Die Richtung stimmt“, lobte denn auch Christian Vavra von den Grünen.

Damit sich Gewerbetreibende mit der Suche nach einer geeigneten Immobilie in Markt­oberdorf leicht tun, hat die Stadt eigens ein Anzeigenportal eröffnet, in dem Geschäfts- oder Lagerräume angeboten werden. Geschäftsräume von 80 bis 2000 Quadratmetern seien in der Stadt durchaus zu haben, so Heidrich. Probleme gebe es eher für Gründer, die kleinere Räumlichkeiten (20 bis 30 Quadratmeter) zu günstigen Mieten suchten. In diesem Zusammenhang brachte Heidrich die Idee eines Gründerzentrum auf – eine der Herausforderungen für das kommende Jahr.

Kommt zweite Drogerie?

Eine weitere werde die Akquise zusätzlicher Filialisten sein, bestätigte Heidrich und erzählte von Gesprächen, die er bereits mit Ketten wie C&A, Rossmann, dem Dänischen Bettenlager oder H&M geführt habe. Diese sähen durchaus Einkaufspotenzial in der Kreisstadt und ihrer Umgebung, bisher habe sich aber kein geeignetes Grundstück aufgetan. Denn Filialisten hätten den Anspruch an ein eben­erdiges, mehrere hundert Quadratmeter großes Gebäude mit rund 70 Parkplätzen in unmittelbarer Nähe, so Heidrich. „Wo in der Innenstadt ist das schon möglich?“ Und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sprach sich strikt gegen eine Ausbreitung von Filialisten auf der grünen Wiese aus. Ulrike Wieser (SPD) wollte daraufhin wissen, ob die Stadt in naher Zukunft eine zweite Drogerie bekomme. Das stünde Marktoberdorf gut an, stimmte auch Heidrich zu. „Und ja, wir werden eine zweite Drogerie in der Stadt noch erleben“, kündigte der City-Manager optimistisch an.

Fassadenförderprogramm

Dass Marktoberdorf auch optisch aufgewertet wurde, lag zu einem großen Teil am Fassadenförderprogramm, das die Stadt zu Beginn des Jahres mit Unterstützung der Regierung von Schwaben aufgesetzt hatte. Viele Immobilieneigentümer hätten daraufhin die Sanierung ihrer Fassaden in der Innenstadt in Angriff genommen. So wurden beispielsweise das Rauh-Gebäude an der gleichnamigen Kreuzung oder das Beranek-Haus am Stadtplatz hergerichtet. Das Programm werde auch 2017 weiter laufen, viele Anträge liefen bereits, so die Auskunft aus der Stadtverwaltung.

Für 2017 plant Innenstadtmanager Heidrich mehr kulinarisches Standortmarketing, sprich mehr Imagewerbung für Markt­oberdorf und seine gastronomischen Betriebe. „Wir haben rund 40 Gastronomen in der Stadt“, sagte Heidrich. „Eine Vielfalt, die erhalten bleiben soll.“ Ohne Besucher von außen sei das nicht zu schaffen. „Da müssten die Marktoberdorfer viel essen gehen.“ Außerdem will sich der Projektleiter dafür einsetzen, dass noch mehr Veranstaltungen die Innenstadt beleben und es so zu einer stärkeren Frequentierung der Straßen und damit auch der Geschäfte komme.

Aus allen Fraktionen erhielt Philipp Heidrich viel Lob für seine Arbeit, verknüpft mit der Aufforderung, dass es nächstes Jahr ja nur noch besser werde könne (Christian Vavra). Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bedankte sich in diesem Zusammenhang bei der Initiative Stadtentwicklung Marktoberdorf (ISM) und ihrem Vorsitzenden Franz-Josef Fendt für die Unterstützung. Er begrüßte die Chancen, die sich für die Stadt 2016 entwickelt hätten.

von Angelika Hirschberg

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