Mit dem Citybus zu neuen Aussichten

Anregungen und Aufgaben für den neuen Kaufbeurer Innenstadtbeirat

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Neue Ausblicke in Sicht: In den nächsten Jahren soll der „Balkon der Stadt“ am Afraberg grundlegend umgestaltet werden.

Kaufbeuren – Als in den vergangenen Jahren die Fußgängerzone in Kaufbeuren neu gestaltet wurde, stand der Stadtverwaltung eine Lenkungsgruppe aus Bürgern der Stadt zur Seite. Die guten Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit bewogen die Stadtverwaltung, einen Innenstadtbeirat zu bilden, der die Altstadtentwicklung weiter begleiten soll. Dieser Beirat fand sich am vergangenen Donnerstag zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Zur Eröffnung des Treffens umriss Oberbürgermeister Stefan Bosse die Vorhaben der Stadtverwaltung bei der weiteren Stadtentwicklung und die dabei vorgesehen Rolle des Innenstadtbeirates. Er erklärte, dass, wie im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2017 vorgeschlagen, der Städtebauliche Rahmenplan für die Innenstadt von Kaufbeuren aus dem Jahr 2008 fortgeschrieben und erweitert werden soll. Der Innenstadtbeirat, bestehend aus Vertretern der wesentlichen Interessengruppen der Altstadt, soll dabei beratend tätig sein. Für später ist dann vorgesehen, ihn in eine Lenkungsgruppe für die Erarbeitung des neuen Rahmenplanes zu überführen und bis zu dessen Fertigstellung bestehen zu lassen.

Ein solcher städtebaulicher Rahmenplan wird mit dem Ziel erarbeitet, im Vorfeld rechtsverbindlicher Planungen mithilfe kooperativer Abstimmungen mögliche Konflikte zu vermeiden oder auszugleichen. „Im Plan von 2008 waren etwa“, wie der OB in Erinnerung brachte, „die Sanierung der Fußgängerzone und der Neubau des Parkhauses Süd enthalten gewesen – nicht jedoch die Errichtung des Forettle Centers.“

Das Planungsinstrument ist also flexibel handhabbar und hilft bei der Vorbereitung von Maßnahmen, die am Ende nach Beschlüssen des Stadtrats von der Stadtverwaltung umgesetzt werden. Dem entsprechend besteht der Innenstadtbeirat aus Vertretern der Fraktionen des Stadtrates, Gewerbetreibenden aus Handel und Gastronomie sowie Vereinen, Kirchen und Verbänden. Die Federführung liegt jedoch bei der Stadtverwaltung, wie Baureferatsleiter Helge Carl erläuterte.

Vom Afraberg bis Bahnhof

Der nunmehr in Angriff zu nehmende Rahmenplan soll sich auf den Bereich vom Afraberg bis zum Bahnhof beziehen. Der OB informierte, dass zum Afraberg bis Ende Mai die Vorstellungen der Stadt mit denen des Grundeigentümers abgestimmt werden sollen. Dabei wird es voraussichtlich auch zu einer Einigung kommen, das Gebäude des alten „Flaschenhauses“ der Brauerei abzureißen. „Das schafft eine ganz neue Sichtachse und einen Blick aus der Innenstadt auf den ,Balkon von Kaufbeuren‘, der wesentlich attraktiver ausfällt, als das heute der Fall ist“, meinte der OB dazu.

Erstmal Bestandserfassung

Die konkrete Arbeit am neuen Rahmenplan Innenstadt für die nächsten zehn Jahre soll im Herbst dieses Jahres mit der Bestandserfassung und Analyse beginnen. Bis 2020 ist vorgesehen, unter Beteiligung von Experten aus Planungs- und Architekturbüros einen Stand zu erreichen, der eine Bürgerbeteiligung ab Mitte 2020 erlaubt. Danach werden dann konkrete Maßnahmen benannt und bis zum Ende des nächsten Jahres eine Strategie ausgearbeitet. Im Frühjahr 2021 soll der Rahmenplan schließlich fertiggestellt sein.

Überarbeitung der Gestaltungsrichtlinien

Einen „Probelauf“ für die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Innenstadtbeirat dürfte dabei die von Carl angeregte Überarbeitung der Gestaltungsrichtlinien für Sondernutzungen darstellen. Diese wurden (wir berichteten) vor kurzem durch die Stadtverwaltung vorläufig außer Vollzug gesetzt, weil viele Einzelhändler und Gastronomen die Regelungen und den damit verbundenen individuellen Veränderungsbedarf kritisch gegenüber stehen und sich teilweise in ihrer Existenz gefährdet sehen.

Baureferent Helge Carl räumte ein, dass der bisherige Beteiligungsprozess der Betroffenen nicht breit genug angelegt war und es deshalb notwendig sein wird, die Satzung zu überarbeiten. Diese Überarbeitung sollte seiner Meinung nach noch vor der Fertigstellung des Städtebaulichen Rahmenplanes erfolgen, um das „Huhn-Ei-Problem“ zu lösen: „Wir sollten nicht warten, bis sich die Satzung auf eine neue, wertigere Innenstadt bezieht – sondern die Wertigkeit der Innenstadt schon jetzt mithilfe der Satzung erhöhen“, meinte er und erklärte, das noch in diesem Jahr erreichen zu wollen.

Breitere Diskussion gewünscht

Den Weg zu einer Gestaltungsrichtlinie, die einen für alle tragbaren Kompromiss darstellt, soll über eine neue, breitere Diskussion mit allen Beteiligten führen. Carl schlägt dazu einen Workshop vor, der auf besondere Art vorbereitet werden soll. „Ich werde demnächst in den Medien und in persönlichen Mitteilungen die Bitte kommunizieren, Fotos von Gestaltungslösungen zu übermitteln, die Ihnen gefallen – oder eben auch nicht gefallen“, kündigte er an. „Eine solche Ausstellung und deren Diskussion im Rahmen des Workshops sollten hoffentlich ausreichend sein, die noch bestehenden Probleme zu lösen.“

Eine Gemeinschafts-Aufgabe

Dr. Markus Hilpert von der Universität Augsburg gab dann einen Ausblick auf die Aufgaben in weiterer Zukunft. In seinem Vortrag beschrieb er Konsumtrends und die Einzelhandelsentwicklung in Zeiten der Digitalisierung. „Die Gestaltung der Innenstadt ist“, so sein Fazit, „eine Gemeinschaftsaufgabe, zu deren Lösung Handel und Gastronomie wichtige Beiträge leisten können und müssen.“

Citybus kommt

Aber bevor es so richtig losgeht mit der nächsten Etappe der Innenstadtentwicklung, will die Stadtverwaltung für einige neue Highlights sorgen. So kündigte Caroline Moser, Leiterin des Referats Wirtschaft und Kultur, an, dass ab dem 1. September ein Kleinbus als Citybus durch die Innenstadt verkehren soll. Es werden damit von Donnerstag bis Samstag zwischen 9 und 14 Uhr im 30-Minuten-Takt kostenlose Touren für jeweils bis zu 15 Mitfahrende angeboten. Die Route führt vom Bahnhof über das Forettle Center, den Märzenpark, Zollhäuschen, Obstmarkt und Hafenmarkt, Plärrer, Altes Rathaus und Parkhaus Süd zurück zum Bahnhof. Die Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal hat sich laut Moser bereit erklärt, die Linie zu betreiben, wobei die Kosten für die Testphase von einem halben Jahr bei etwa 20.000 Euro liegen.

Eine weitere Idee zur Verschönerung der Stadt steuerte der OB bei, der anregte, großflächige Schirme als Überdachungen aufzustellen. Nach ersten Abstimmungen mit dem Stadtpfarrer Bernhard Waltner wird dabei an den Kirchplatz gedacht. Zu diesen Vorhaben und Visionen sind die Meinungen und Stellungnahmen nicht nur der etwa 50 Mitglieder des Beirates, sondern aller Bürger gefragt. Als nächste Schritte soll dann der Workshop zur Gestaltungssatzung noch vor der Sommerpause stattfinden – und ein weiteres Treffen des Beirates im Herbst.

von Ingo Busch

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