Coliforme Keime

Lamerdingen muss seit Wochen Trinkwasser abkochen

+
Seit Wochen soll das Leitungswasser in der Gemeinde Lamerdingen nur noch abgekocht verwendet werden.

Lamerdingen – Seit mittlerweile fünf Wochen müssen die Bürger in der Gemeinde Lamerdingen mit den Ortsteilen Dillishausen, Großkitzighofen und Kleinkitzighofen ihr Trinkwasser abkochen. Bei mehreren Probeentnahmen wurden coliforme Keime festgestellt. Bei den Betroffenen regt sich zunehmend Unmut, auch weil sie durch das Abkochen steigende Stromkosten in Kauf nehmen müssen. Wir haben beim Gesundheitsamt des Landratsamtes Ostallgäu nachgehakt und nach der Ursache gefragt.

„Das Ortsnetz Lamerdingen konnte erst nach Aufhebung der Abkochanordnung ,Erpftinger Gruppe‘ ausgiebig gespült werden. Seitdem wurden im Ortsnetz (Kindergarten) und im Hochbehälterauslauf Proben gezogen. Leider wurden teilweise im Ortsnetz (Kindergarten) und zuletzt am Auslauf Hochbehälter sowie im Ortsnetz (Kindergarten) wiederholt coliforme Keime festgestellt“, hieß es auf Anfrage aus dem Gesundheitsamt Ostallgäu. Wichtig ist, zwischen coliformen Keimen und E.coli-Bakterien zu unterscheiden. Coliforme Keime sind nur ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht und für den Menschen an sich nicht gefährlich. Auf der Homepage rät die Gemeinde, Trinkwasser mit dem Wasserkocher gründlich abzukochen. Zuständig für die Wasserversorgung ist das Unternehmen „Erpftinger Gruppe“, von dem auch die Gemeinden Igling und Hurlach im Landkreis Landsberg versorgt werden. Für beide Gemeinden wurde die Abkochanordnung bereits am 7. Juni wieder aufgehoben, für Lamerdingen jedoch nicht. Das Rohwasser von der Quelle bis zu den Übergabestellen der drei Gemeinden ist dasselbe. Schnittstelle ist dann der Hochbehälter Großkitzighofen. Da gebe es laut Auskünften aus dem Wasserwerk Landsberg viele mögliche Vorgänge, wo die Qualität sich auf dem Weg zu den Haushalten verschlechtern kann. In Frage kämen etwa ein Wasserrohrbruch, eine Baustelle im Netz oder auch witterungsbedingte Einflüsse wie Starkregen.

Momentan sei der Wasserversorger unter Mithilfe des Wasserwerkes Landsberg dabei, die Problematik in Griff zu bekommen. Nach Sachstand am Dienstag seien die Proben an der Übergabestelle zur Zentralen Wasserversorgung Lamerdingen unauffällig – somit ist die Verunreinigung laut Gesundheits­amt momentan ausschließlich auf das Ortsnetz Lamerdingen zu beziehen. 

UPDATE: 

Nach nochmaliger Spülung der Trinkwasserleitungen am Montag und Dienstag ergab die am Dienstag gezogene Wasserprobe keine Keime im Trinkwasser. Es bleibt allerdings abzuwarten wie die zwei weiteren Proben (Ziehung 27. Juni und 1. Juli) ausfallen werden, heißt es auf der Homepage der Gemeinde. Das Gesundheitsamt Marktoberdorf besteht auf drei nacheinander gezogene Proben, die keimfrei sein müssen, bevor die offizielle Aufhebung erfolgt.

st

Auch interessant

Meistgelesen

Aggressiver Mann soll Minderjährige belästigt haben
Aggressiver Mann soll Minderjährige belästigt haben
Klinikum Kaufbeuren kooperiert möglicherweise bald mit Klinikum Memmingen
Klinikum Kaufbeuren kooperiert möglicherweise bald mit Klinikum Memmingen
Mann wird von Softairgewehr getroffen
Mann wird von Softairgewehr getroffen
Frau geht splitterfasernackt zum Bierholen
Frau geht splitterfasernackt zum Bierholen

Kommentare