"Ich glaube ich wäre eine ziemlich gute Katze geworden"

Kalkofe mutiert zum Kuschelkater

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Der Kreisbote landet sogar in den Händen von Wahlberliner Oliver Kalkofe.

Es gibt viele bekannte Filme, in denen durch einen magischen Umstand oder eine unglückliche Fügung die Seelen zweier Individuen die Körper tauschen. In dem Film „Voll Verkatert“, der ab dem 31. März im Handel erhältlich ist, wandert die Seele eines knallharten Geschäftsmannes nach einem Unfall in den Körper eines Katers über.

Oliver Kalkofe leiht in der deutschen Fassung Stubentiger Mr. Kuschelpuschel seine Stimme. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch verriet der Comedian, der auch durch das Format Kalkofes Mattscheibe bekannt ist, ob er selbst an die Seelenwanderung glaubt.

Sie leihen in der deutschen Synchronisationen dem Kater ihre Stimme. Sind Sie Katzenliebhaber?

Kalkofe: In erster Linie bin ich Hundefreund, denn ich lebe mein ganzes Leben lang eigentlich immer mit mindestens einem Hund an meiner Seite. Allerdings liebe ich auch Katzen, denn mein allererstes richtiges Haustier als Kind war eine Katze, ich verstehe mich also bestens mit beiden Spezies.

Glauben Sie an die Wanderung der Seele, nach einem tragischen Einschnitt?

Kalkofe: Sagen wir es so: ich würde es gern glauben, denn in den Geschichten fühlt sich das immer sehr schön und tröstend an. Ich glaube allerdings, dass es nach dem Tod mit der Seele und der gelebten Energie irgendwie weiter geht und nicht einfach aus und vorbei ist. Nur wie genau das geschieht, das liegt wahrscheinlich außerhalb unserer Vorstellung. Allerdings bestimmt nicht so, wie die Kirche es uns immer erzählt hat.

Wenn Ihnen das gleiche passieren würde wie Kevin Spacey im Film, in welchem Körper würde ihre Seele landen?

Kalkofe: Am liebsten würde ich unseren Hund nehmen und dadurch auch in unserer Familie bleiben. Sonst könnte ich mir aber auch durchaus einen gemütlichen Bären, einen faulen Kater oder einen durchgeknallten YouTube-Star vorstellen, da ist ja meist viel Platz im Kopf.

In wen haben Sie sich beim Sprechen hineinversetzt? In die Katze oder in den Geschäftsmann?

Kalkofe: Ein bisschen in beide, aber grundsätzlich war die Katzen-Synchro für mich das angenehmste, da ich zuhause auch immer unseren Hund spreche. Das hat sich irgendwann so ergeben, weil meine Frau und unsere Tochter immer mit ihm gesprochen haben wie mit einem Menschen, also hab ich ihm geholfen und für ihn geantwortet. Wenn ich heute mal nicht zuhause bin, wundern sie sich immer warum er so ungewohnt und fast schon unhöflich schweigsam ist.

Wie lange hat die Arbeit im Synchronstudio gedauert?

Kalkofe: Das waren drei Tage ungefähr. Der menschliche Teil hat dabei doppelt so lange gedauert wie der Katzen-Part.

Was ist an „Voll Verkatert“ das Besondere, im Unterschied zu Ihren bisherigen Sprechrollen?

Kalkofe: Die Kuschelpuschel-Rolle war ziemlich einfach, da ich wie gesagt schon Erfahrungen von zuhause mitbringe und ja beispielsweise auch den Hund Keks in „Löwenzähnchen“ spreche. Als ich angefragt wurde, wusste ich allerdings nicht, dass ich auch über große Strecken Kevin Spacey sprechen müsste. Einerseits einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler, andererseits auch mit Till Hagen eine fantastische deutsche Stimme, die ich ihm nicht wegnehmen wollte. Da hatte ich großen Respekt vor und hoffte nur, es bloß nicht zu sehr zu verbocken!

Mussten Sie im Studio auch mauzen, schnurren und fauchen oder wurde dieser Part von echten Vierbeinern übernommen?

Kalkofe: Ein wenig, aber einen Teil hat man auch echte Katzen genommen. Am Ende kann man es aber kaum auseinanderhalten, ich glaube ich wäre eine ziemlich gute Katze geworden.

Nehmen Sie Katzen nach dem Projekt anders wahr, als zuvor?

Kalkofe: Ich unterhalte mich beim ersten Kennenlernen auf jeden Fall jetzt immer erst mal ganz anders mit einer, um zu sehen ob sich nicht vielleicht ein erfolgreicher Geschäftsmann oder sonst eine interessante Seele in ihr versteckt und ob ich bei der Befreiung helfen kann.

Sie wirken hauptsächlich im Bereich Comedy/ Komödie mit. Wie wichtig ist Ihnen dieses Genre und welches bevorzugen Sie privat?

Kalkofe: Da ich früher bei ernsten Angelegenheiten nie sonderlich ernst genommen wurde, durch Comedy die Menschen aber zum Lachen und damit auch zum Zuhören bekommen habe, ist dies halt zu meinem wichtigsten Genre geworden. Privat als Leser oder Zuschauer bin ich fast überall dabei: Thriller, Science Fiction, Drama - Hauptsache die Geschichte überrascht und fasziniert mich.

Nach welchen Kriterien wählen Sie ihre Projekte aus? Und was hat Sie an „Voll Verkatert“ gereizt?

Kalkofe: Ich überlege immer, ob mir die Sache Spaß macht und ob ich in der Lage bin, sie auch adäquat erfüllen zu können. Ich möchte nichts machen, von dem ich vorher weiß, dass es eigentlich nicht meine Sache ist und ich am Ende mich und das Publikum nur enttäusche. Bei „Voll Verkatert“ war es ganz klar: eine Katze, die im Original von Kevin Spacey gesprochen wird – klar, da bin ich sofort dabei! Ich ahnte wie gesagt nur nicht, dass auch noch so viel echter Spacey dabei ist…

Demnächst sind Sie als Goering in „Sky Sharks“ zu sehen. Können Sie dazu schon etwas verraten?

Kalkofe: Wenn der Film eines Tages wirklich herauskommt erwarte ich nicht weniger als eine deutsche Sensation! Fliegende Nazi-Zombie-Haie, ein wichtiges Thema, das viel zu lange unter den Teppich gekehrt wurde. Ich bin vor allem fasziniert davon, wie hier ein riesiges Team über Crowdfunding und ganz viel Eigeninitiative versucht, einen richtig gewaltig bekloppten Film auf die Beine zu stellen, davor hab ich großen Respekt!

Werden Sie in naher Zukunft wieder eine Serie in Angriff nehmen, mit der Sie an ihre Erfolge von „Kalkofes Mattscheibe“ anknüpfen können?

Kalkofe: „Kalkofes Mattscheibe“ läuft ja bei Tele5 immer noch sehr erfolgreich, und das nach über 20 Jahren, dazu ist inzwischen auch noch „#Schlefaz – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ gekommen, was in kurzer Zeit einen ganz ähnlichen Kult erreicht hat, das macht mich schon mal sehr stolz. Aber ich würde sehr gern noch was richtig Cooles im Bereich Fiction für TV und Kino machen. Ideen gibt es genug, mal schauen was davon klappt.

Vielen Dank für das Gespräch!

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