Von Katzen und den Tücken des Alltags

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Der Kreisbote gelangt sogar in Raf Schmitz‘ Hände.

Ralf Schmitz, Comedian und Entertainer, wurde durch TV-Shows wie „Schillerstraße” und „Genial daneben” bekannt. Als Autor der Bücher „Schmitz´ Katze”, „Schmitz´ Mama” und „Schmitz‘ Häuschen“ verschriftlicht er amüsant das alltägliche Chaos. Darüber hinaus ist der 41-Jährige auch als Synchronsprecher aktiv. Nach „Ab durch die Hecke“, „Konferenz der Tiere“ und „Der 7bte Zwerg“ leiht Schmitz zum dritten Mal Vogel Crane aus „Kung Fu Panda“ seine Stimme. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Schmitz am Tag der Filmpremiere in Berlin.

Wie gehts Schmitz´ Mama und der Katze? 

Schmitz: Der Mama geht es hervorragend. Die Katze ist leider vor ein paar Jahren mit 27 Jahren verstorben und bringt nun im Katzenhimmel alle zum Lachen. Die Mama wird immer mal wieder in der Show erwähnt. Die Katze im Moment nicht dabei, aber vielleicht ist sie schon in der neuen Show, an der ich gerade arbeite, wieder dabei. 

Ich hatte auch über fünfzehn Jahre eine Katze und kenne all Ihre Geschichten aus eigener Erfahrung. Vor allem den Kotz-Countdown... 

Schmitz: (simuliert Würggeräusche) Neun, acht, sieben...., wenn Katzen alt werden und Probleme mit der Niere kriegen, fängt der Spaß an. Dann rennt man mit der würgenden Katze los, um das Schlimmste zu verhindern. Und das immer mitten in der Nacht! 

Können Sie sich noch an ihre Anfänge erinnern? 

Schmitz: Ich habe bereits im Kindergarten meine erste Rolle gespielt: Ich war der Zirkusdirektor und die Mädchen die Pferde. Das gefiel mir sehr. Auch während der Schulzeit habe ich immer Theater gespielt und selbst inszeniert. Ich wusste, dass ich das später mal beruflich machen will. Dann kam die Ausbildung und ich habe mich im Improvisationstheater ausprobiert. Das hat mich gefesselt und sich nach und nach weiterentwickelt.

Stehen Sie unter Druck, immer lustig zu sein? 

Schmitz (lacht): Nein, zum Glück muss ich nicht die ganze Zeit herumlaufen und Leute bespaßen. Tendenziell trage ich aber schon zum Gelingen einer Feier bei. 

Verarbeiten Sie Ihr soziales Umfeld in ihren Shows? 

Schmitz: Ja, natürlich. Aber niemand braucht vor mir Angst zu haben, weil ich ja keine Namen nenne. Ich verfälsche die Leute immer bis zu Unkenntlichkeit. Die Leute wissen aber natürlich immer, wer gemeint ist. In der aktuellen Show gibt es beispielsweise einen Installateur mit dem Namen Herr Sommer. In Wirklichkeit hieß er Winter, aber da kommt ja niemand drauf. 

Bis auf Zwerg Sunny in „Der 7bte Zwerg“ sprechen Sie Tiere. Können Sie sich dennoch in ihre Rollen hineinversetzen? 

Schmitz: Natürlich. Bei „Ab durch die Hecke“ habe ich damals das flinke Eichhörnchen Hammy gesprochen. Damit konnte ich mich sehr identifizieren. Mit der Zeit versucht man sich in die Tiere hineinzuversetzen, wobei man dies gar nicht braucht, weil es ja auch nur Menschen sind. 

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rollen vor? 

Schmitz: Ich gucke mir an, wie ich die Figuren spielen kann und überlege mir, ob nicht ein Sprachfehler vielleicht nett wäre. Vor Ort einige ich mich mit der Regie, wie die Rolle angelegt werden soll und kommuniziere meine Ideen. 

Wie lange haben die Aufnahmen gedauert? 

Schmitz: Das ging bei meiner Figur sehr zügig (überlegt). Ich glaube es waren zwölf Minuten (lacht). Nein, so schnell ging es nicht. Es hat ungefähr einen Tag gedauert. 

Sie haben ja vor Kurzem das Hörbuch „Kuschelflosse“ eingelesen. Ist die Arbeit vergleichbar mit einer Synchronisation? 

Schmitz: Ja, es ist vergleichbar. Man steht jeweils vor einem Mikrophon und spricht verschiedene Figuren. Gerade bei „Kuschelflosse“ gibt es sehr viele Figuren, was ganz toll war. Allerdings hat man bei einem Hörbuch mehr Freiheit, weil man nicht lippensychron zu den Bildern sein muss, wie bei einem Film. 

Was reizt Sie an der Synchronarbeit? 

Schmitz: Es reizt mich, dass ich den Figuren mit meiner Stimme Leben einhauchen kann. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich aus meiner Stimme und den Zeichnungen aus den USA eine Symbiose ergibt. 

Wie gestalten Sie Ihre eigenen Shows? 

Schmitz: Während einer laufenden Show notiere ich mir schon immer Ideen und Anregungen für das nächste Programm. Wenn die Show abgespielt ist, gibt es eine längere Pause, in der ich das Programm schreibe. Anschließend treffe ich mich mit einem befreundeten Regisseur und arbeite mit ihm gemeinsam weiter und probiere einiges durch. Ich teste meine Ideen vorher nie beim Publikum. Erst bei der Premiere sehe ich, was wirklich funktioniert. 

Sind Sie vor der Show noch aufgeregt? 

Schmitz: Nur vor der Premiere. Die letzte Stunde vor der Show denke ich mir immer, ich wäre besser Busfahrer geworden. Wenn die Show dann begonnen hat, bin ich glücklich. 

Lesen Sie Kritiken und Feedbacks über ihre Shows? 

Schmitz: Ich lese alles. Wie ich damit umgehe, ist mein Geheimnis. Am Anfang nimmt man sich alles zu Herzen. Echte Kritik wird immer gerne genommen, wenn aber jemand meint, dass er Blödsinn schreiben muss, dann lasse ich das so stehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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