7-Tage-Inzidenz unterschreitet an fünf Tagen den Schwellenwert von 100

Corona-Beschränkungen: Ab Freitag gibt‘s Lockerungen im Ostallgäu und in Kaufbeuren

Kinder rennen mit Maske und Rucksack
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Am Freitag bleibt noch alles beim Alten. Nach den Ferien dürfen die Kinder im Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren aber wieder in die Schule – falls dort der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann und die Inzidenz weiterhin unter 100 bleibt.

Landkreis/Kaufbeuren – Mit dem heutigen Mittwoch haben der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren an fünf Tagen in Folge den Inzidenzwert von 100 unterschritten. Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) macht nun von der Möglichkeit Gebrauch, den Antrag auf weitere Öffnungen für den touristischen Bereich an die Regierung von Schwaben und das Gesundheitsministerium zu stellen. „Wir haben lange auf diese positive Entwicklung der Zahlen gewartet. Wir waren vorbereitet und konnten heute Vormittag bereits den Antrag an die Behörden senden. Wir hoffen, dass wir bis spätestens morgen grünes Licht erhalten. Unser klares Ziel ist es, dass wir weitere Öffnungen ab Freitag, 21. Mai, zulassen können“, macht Zinnecker deutlich. 

„Wir haben lange auf diese positive Entwicklung der Zahlen gewartet“, so Zinnecker. Auf Nachfrage bestätigte Thomas Brandl, Pressesprecher des Landratsamts, am Donnerstag, dass der Antrag genehmigt wurde. Neben Beherbergungsbetrieben und der Außengastronomie können jetzt beispielsweise auch Seilbahnen, Schifffahrt, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Kontaktfreier Sport im Innenbereich und Kultur kann wieder stattfinden – unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Auch darf man nun wieder ins Fitnessstudio gehen. Dort gilt FFP2-Maskenpflicht bis zum Gerät sowie bei einer Inzidenz über 50 Testpflicht. Auch Freibäder dürfen bei einer stabilen Inzidenz unter 100 ab Pfingsten wieder öffnen.

Noch vor wenigen Wochen waren aufgrund von Inzidenzzahlen von weit über 200 Öffnungsschritte in weiter Ferne. Jedoch haben sowohl das Landratsamt als auch die Allgäu GmbH und der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben mit ihren Mitgliedern in dieser Zeit nichts unversucht gelassen, um für Öffnungen zu werben und Konzepte zu entwickeln. „Diese Arbeit kommt uns jetzt natürlich zu Gute. Sowohl im Bereich der Verwaltung als auch bei den touristischen Dienstleistern sind alle startklar und können schnell reagieren“, beschreibt die Landrätin und Aufsichtsratsvorsitzende die vergangenen Tage und Wochen.

Die Regeln im Einzelnen

- Kontaktbeschränkung, § 4 12.BayIfSMV

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird.

Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht.

Zusammenkünfte, die ausschließlich zwischen den Angehörigen desselben Hausstands, ausschließlich zwischen Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partnern oder ausschließlich in Wahrnehmung eines Sorge- oder Umgangsrechts stattfinden, bleiben unberührt.

Die Kontaktbeschränkungen finden auf geimpfte und genesene Personen keine Anwendung. Bei privaten Zusammenkünften und ähnlichen sozialen Kontakten, bei denen sowohl geimpfte oder genesene als auch sonstige Personen teilnehmen, bleiben geimpfte und genesene Personen bei der Ermittlung der Zahl der Teilnehmer unberücksichtigt.

- Sport, § 10 12.BayIfSMV

Zulässig ist nur kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung nach § 4 Abs. 1 12. BayIfSMV sowie zusätzlich unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren.

Fitnessstudios und Freibäder öffnen wieder.

Der Betrieb und die Nutzung von Sportplätzen, Tanzschulen und anderen Sportstätten ist nur unter freiem Himmel und nur für die genannten Zwecke zulässig.

- Freizeiteinrichtungen, § 11 12.BayIfSMV

Der Betrieb und die Nutzung von Fitnessstudios sind unter freiem Himmel und für die in § 10 Abs. 1 Satz 1 12.BayIfSMV genannten Zwecke zulässig.

- Handels- und Dienstleistungsbetriebe, Märkte, § 12 12.BayIfSMV

In Ladengeschäfte mit Kundenverkehr für Handelsangebote, die bei einer 7-Tage-Inzidenz über 50 nicht öffnen dürfen, ist neben der Abholung vorbestellter Waren (click and collect), auch die Öffnung von Ladengeschäften für einzelne Kunden nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum zulässig (click and meet). Dabei gilt:

Der Betreiber hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Kunden eingehalten werden kann.

In den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen gilt für das Personal Maskenpflicht und für die Kunden und ihre Begleitpersonen FFP2-Maskenpflicht; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal.

Der Betreiber hat für den Kundenverkehr ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Im Schutz- und Hygienekonzept sind insbesondere Maßnahmen vorzusehen, die eine Ansammlung von Kunden etwa durch gestaffelte Zeitfenster vermeiden.

Die Zahl der gleichzeitig im Ladengeschäft anwesenden Kunden darf nicht höher sein, als ein Kunde je 40 m² der Verkaufsfläche.

Der Betreiber hat die Kontaktdaten der Kunden nach Maßgabe von § 2 12.BayIfSMV zu erheben.

Ein negatives Testergebnis ist für den Einlass nicht erforderlich.

- Schulen § 18 12.BayIFSMV

An allen Schulen findet Präsenzunterricht, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 m durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, oder Wechselunterricht statt. Am Freitag, 21. Mai, bleibt es bei der bisher geltenden Regelung.  Zinnecker dazu: „Aus organisatorischer Sicht wäre alles andere nicht möglich gewesen, auch hätte einen Wechsel am letzten Tag vor den Ferien niemand verstanden.“  

- Tagesbetreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, § 19 12.BayIFSMV

Der Betrieb von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierten Spielgruppen für Kinder ist zulässig, sofern die Betreuung in festen Gruppen erfolgt (eingeschränkter Regelbetrieb).

- Außerschulische Bildung, Musikschulen, Fahrschulen, § 20 12.ByIFMSV

Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung nach dem Bayerischen Erwachsenenbildungsförderungsgesetz sind in Präsenzform zulässig, wenn zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 m gewahrt ist.

Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz.

Soweit die Einhaltung des Mindestabstands aufgrund der Art der Prüfung nicht möglich ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen.

Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

- Kulturstätten, § 23 12.BayIfSMV

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten sowie zoologische und botanische Gärten können die für Besucher nur nach vorheriger Terminbuchung unter folgenden Voraussetzungen öffnen:

Die zulässige Besucherzahl bestimmt sich nach dem vorhandenen Besucherraum, bei dem ein Mindestabstand von 1,5 m zuverlässig gewahrt wird.

Für die Besucher besteht FFP2-Maskenpflicht.

Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Der Betreiber hat die Kontaktdaten der Kunden zu erheben.

- Nächtliche Ausgangssperre, § 26 12.BayIfSMV

Die nächtliche Ausgangssperre ist aufgehoben.

Diese Regelungen gelten für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren solange, bis durch das Landratsamt die Überschreitung des maßgeblichen Schwellenwerts an drei aufeinanderfolgenden Tagen bekannt gemacht wird oder weitergehende Lockerungen bekannt gemacht werden.

Möglich wurde dies aber alles nur durch den Rückgang der Inzidenzwerte. Zinnecker: „Der Dank gilt der Bevölkerung, denn nur das Einhalten der Regeln sowie die Nutzung der Tests und Annahme der Impfangebote haben uns in diese positive Situation gebracht.“

Hier geht‘s zu unserem Corona-Ticker.

kb

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