Weniger Influenza-Infektionen

Corona-Hygienemaßnahmen schlagen auch bei anderen Krankheiten durch

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 Maske tragen, Abstand halten und andere Hygienemaßnahmen haben in diesem Winter zu einem extremen Rückgang der Influenza-Infektionen im Landkreis Ostallgäu gesorgt.

Landkreis – Virus ist zwar nicht gleich Virus, die Übertragungswege ähneln sich dennoch. So wird etwa das Influenza-Virus genau wie das Coronavirus über Tröpfchen übertragen. Und so zeigt die Coronakrise auch positive Aspekte: Maske tragen, Abstand halten und andere Hygienemaßnahmen haben in diesem Winter zu einem extremen Rückgang der Influenza-Infektionen im Landkreis Ostallgäu gesorgt: zwischen Anfang November und dieser Woche ist dem Gesundheitsamt ein einziger Fall gemeldet worden.

Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum des Vorjahres registrierte das Ostallgäuer Gesundheitsamt 188 Influenzafälle, wie die Pressestelle des Landratsamtes in Marktoberdorf auf Anfrage des Kreisbote mitteilte. Ähnlich verhält es sich mit dem hochansteckenden Norovirus, das zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führt. Während im Winter 2019/2020 zwischen Anfang November und Anfang Februar insgesamt 86 Fälle von der Behörde erfasst wurden, sind es heuer gerade einmal zwei. „Wir gehen davon aus, dass die allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, Desinfizieren, Abstand – wenn diese entsprechend konsequent beachtet werden – ursächlich dafür sind, dass so wenige Influenza- und Noroviruserkrankungen aufgetreten sind“, erklärte Thomas Brandl, Sprecher des Landrats­amtes. Auch die Besucherregelungen, etwa in Altenheimen, könnten hier eine Rolle spielen.

Zum Teil eklatant sind auch die verzeichneten Rückgänge bei den klassischen Kinderkrankheiten. Wurden dem Gesundheitsamt Ostallgäu 2019 127 Windpocken-Fälle gemeldet, waren es im vergangenen Jahr lediglich 58. „Bei Windpocken könnte man vielleicht vermuten, dass es daran liegen könnte, dass die Kinder weniger in den Einrichtungen waren“, so Behördensprecher Brandl.

Ähnlich signifikant ist der Rückgang bei den gemeldeten Keuchhusten-Infektionen: Insgesamt 80 im Jahr 2019 stehen 20 im vergangenen Jahr gegenüber. Hier könnten nach Einschätzung des Landratsamtes die allgemeinen Hygienemaßnahmen ebenso wie bei Influenza und Norovirus eine Rolle spielen.

Die Zahl der Mumps-Infektionen sank im gleichen Zeitraum von einer auf null. Gleich geblieben mit jeweils einer Meldung ist die Anzahl der Masern-Fälle im Landkreis.

Matthias Matz

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