Termine verlegen und absagen

Impfung mit AstraZeneca ausgesetzt

Coronavirus
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Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca.
  • vonKai Lorenz
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Ostallgäu/Kaufbeuren – Die Impfung mit AstraZeneca ist wegen gemeldeter Hirnvenen-Thrombosen nach einer Impfung gestoppt. Das führt auch in den Impfzentren in Marktoberdorf und Kaufbeuren zu Terminverschiebungen und Absagen, sagt Landratsamt-Pressesprecher Thomas Brandl auf Anfrage. Direkt nach der Entscheidung des Bundes habe man am heutigen Mittwoch nicht mehr mit dem schwedisch-britischen Impfstoff geimpft.

Gestern, um genau 14.46 Uhr fiel die Entscheidung, die Impfung in den beiden Impfzentren mit AstraZeneca zu stoppen, so Pressesprecher Brandl. Nach Mitteilung des Gesundheitsministeriums waren die Impfungen mit AstraZeneca aufgrund einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorübergehend auszusetzen. Diese Anweisung habe die Behörde gestern Rechnung getragen.

Bis zum Abschluss der Bewertung durch die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) werden die Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland und damit auch hier bei uns im Ostallgäu und Kaufbeuren ausgesetzt. „Die Entscheidung betrifft sowohl Erst- als auch Folgeimpfungen“, sagt Brandl.

Ungeachtet dessen arbeiten die beiden Impfzentrum weiter mit den zur Verfügung stehenden Impfstoffen von BionTech/Pfizer und Moderna. Laut Brandl sollten am Dienstag noch 315 AstraZeneca-Impfdosen verimpft werden, dazu kam es aber nicht mehr. Hinzu kommt, dass am Dienstag noch eine Lieferung von 1000 Dosen nicht mehr gestoppt werden konnte. „Der Impfstoff wird bis auf Weiteres sicher gelagert“, betont der Behördensprecher.

Doch was passiert mit den Menschen, die bereits einen Impftermin hatten? „Die Impftermine wurden beziehungsweise werden abgesagt. Sobald ein alternativer Impfstoff zur Verfügung steht oder AstraZeneca wieder verimpft werden kann, werden die Termine fortgesetzt“, stellt Brandl klar.

Auch die Reihen-Impfung für Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Grundschulen, Sonderschulen oder Förderschulen tätig sind, und bei der bereits 620 Personen aus 36 Einrichtungen geimpft wurden, müssen laut Behördensprecher vorerst gestoppt werden.

Impfstoff „strecken“

Um den vorhandenen Impfstoff zu „strecken“, gibt es die Möglichkeit, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer von drei auf sechs Wochen zu vergrößern. Auf diese Weise könnte man die Anzahl der Impfungen Brandl zufolge nicht erhöhen, sondern lediglich das Verhältnis von Erst- und Zweitimpfungen verändern. Außerdem könne medizinisch-fachlich nicht von den Empfehlungen des Herstellers abgewichen werden. „Eine weitere Verlangsamung der Impfungen, die ohnehin bereits unter den knappen Zuteilungen litten, kann nur durch Ersatz des Impfstoffs AstraZeneca mit anderen Impfstoffen und Steigerung der Liefermengen verhindert werden“, resümiert der Pressesprecher.

Trotz des Aussetzens des AstraZeneca-Impstoffes hält man im Ostallgäu/Kaufbeuren an den bisherigen Kapazitäten der Mitarbeiter in den Impfzentren fest. „Die Impfzentren bestehen in dem bisherigen Umfang und den bisherigen Kapazitäten. Letzte Woche wurde uns mitgeteilt, dass wir die Kapazitäten nicht weiter erhöhen müssen, da ein Teil des Impfstoffs an die Hausärzte geliefert werden soll. Das war noch unabhängig von der Aussetzung von AstraZeneca-Impfungen“, sagt Brandl abschließend.

Kai Lorenz

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