„Ein Zeichen von Hoffnung“

Landrätin Maria Rita Zinnecker hält Jahresschlusswort im Kreistag

Mit Rückgabe der Patenschaft erhielt Maria Rita Zinnecker als Erinnerung die Barbarastatue aus den Händen von Projektleiter Roland Arnold.
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Landrätin Maria Rita Zinnecker gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Dabei wollte sie in Zeiten ständiger Hiobsbotschaften eine Bilanz im Zeichen von Mut und Hoffnung halten. Eine erfolgreiche Sache für den Landkreis ist der Tunnelbau in Bertoldshofen. Mit Rückgabe der Patenschaft erhielt sie als Erinnerung die Barbarastatue aus den Händen von Projektleiter Roland Arnold.
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    VonWolfgang Becker
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Landkreis – Sie steht an der Spitze des Landkreises und hat traditionell in der letzten Sitzung des Ostallgäuer Kreistages auch das letzte Wort: Landrätin Maria Rita Zinnecker gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Dabei wollte sie in Zeiten ständiger Hiobsbotschaften eine Bilanz im Zeichen von Mut und Hoffnung halten. Sie erinnerte auch daran, dass trotz der arbeitsintensiven Pandemie der Landkreis und die Kommunen gemeinsam einiges zustande brachten. „Es muss uns Hoffnung geben, dass wir konstatieren können: Trotz Pandemie sind wir handlungsfähig geblieben und haben für die Bürgerinnen und Bürger des Ostallgäus vieles bewegt“, sagte Zinnecker.

Die Landrätin begann mit den Bereichen Gesundheit und Pflege. „Die Pandemie hat uns schmerzhaft und eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig Pflege ist“, sagte sie, „das ist eines der Megathemen der Zukunft.“ Mit der Grundsteinlegung für die Krankenpflegehelferschule in Buchloe habe man ein aktives Zeichen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege gesetzt. Der in diesem Jahr eröffnete Pflegestützpunkt Ostallgäu und die neuen Pflegekontaktstellen böten konkreten Mehrwert für jeden Betroffenen. Ein wichtiger Beschluss sei auch gewesen, das Senioren- und Pflegeheim Waal zu modernisieren und zu erweitern.

Verkehrsinfrastruktur

„Ein Dauerschwerpunkt ist für uns als Landkreis die Verkehrsinfrastruktur“, verdeutlichte Zinnecker, „denn wir haben 2021 besonders eindrucksvoll in das Ostallgäuer Straßennetz der Zukunft investiert.“ Mit dem Spatenstich für die Ortsumgehung von Ruderatshofen und Apfeltrang sei eine der größten Straßenbaumaßnahmen der vergangenen Jahre begonnen worden. Sie sprach von einem „absoluten Meilenstein der Ostallgäuer Verkehrsgeschichte“. Auch beim Tunnel Bertoldshofen sei es beeindruckend voran gegangen und bald werde durch diesen Tunnel der Verkehr rollen.

Mobilität

Heuer sei begonnen worden, einen Plan des Alltagsradnetzes zu erstellen, der vorhandene Lücken aufzeigt. Eine zukünftige „App“ werde Busverkehr, Anrufsammeltaxi und weitere alternative Bedienformen des ÖPNV abbilden. Außerdem lasse der Landkreis Ostallgäu gemeinsam mit dem Oberallgäu und den Städten Kaufbeuren und Kempten im Bereich ÖPNV eine Verkehrsverbundintegration prüfen, bei dem Fahrgäste dann von einheitlichen Informationen und Tarifen bei Bus und Bahn profitieren.

Bildung

Der Landkreis ist im vergangenen Jahr „Digitale Bildungsregion“ geworden. Zinnecker nannte zwei Projekte daraus: die Laptopspende, mit der in kürzester Zeit 400 gebrauchte Laptops von Privatpersonen und Firmen aufbereitet und an bedürftige Schüler für den Heimunterricht gegeben wurden. Beim Projekt „ehrenamtliche Medienberater“ beraten technikaffine Ehrenamtliche die Gemeinden beim Umgang mit digitalen Geräten. Mit der abgeschlossenen Generalsanierung der Realschule Füssen konnte ein frisches und modernes Gebäude übergeben werden: „8,4 Millionen Euro hat der Landkreis hier in eine bessere Bildungszukunft investiert!“

Natur- und Klimaschutz

Dieses Thema sieht auch das Ostallgäu definitiv als Jahrhundertaufgabe. Das Landratsamt wird seit 2021 klimaneutral betrieben. Dies ergibt sich aus zahlreichen Einzelmaßnahmen, die hier ineinandergreifen - beispielsweise E-Autos im Fuhrpark, Passivhausgebäude, Bezug von Ökostrom oder Recyclingpapier in der Verwaltung. Ein weiteres Beispiel ist der Schutz der Moore durch die Allgäuer Moorallianz. Durch die Fertigstellung der Renaturierung des Schwindenmooses binden die Moore mehr Kohlenstoff als je zuvor. „Ich freue mich, dass das Großprojekt Moorallianz nun bis 2030 verlängert wurde“, so die Landkreischefin.

Die Erschließung regenerativer Energiequellen bedeutet konkreten Klimaschutz. Der Landkreis ist hier ein Pionier in Sachen Wasserstoff. Denn das Ostallgäu wurde als Pilotregion zur Erprobung von Wasserstoffzügen ausgewählt. Als letzter Punkt wurden die Fortschritte bei der „Ökomodellregion Ostallgäu“ genannt. Regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel fassen so auch in der hiesigen Region Fuß und werden zu einem wichtigen Standbein für die Landwirtschaft, verarbeitende Betriebe und Gastronomie. „Die aufgezählten Beispiele für das Handeln des Landkreises sollten uns in der jetzigen Zeit genau diesen Mut und die Hoffnung für die Zukunft geben“, beendete Zinnecker ihre Aufzählungen.

Dank

Sie bedankte sich ausdrücklich bei allen Mitarbeitern im Pflege und Gesundheitswesen, im Ehrenamt und Vereinen, in Verwaltungen und Behörden, die den gemeinsamen, solidarischen Kampf gegen die Pandemie aufgenommen haben. „Corona zählt sicherlich zu den größten Herausforderungen“, sagte sie, „es braucht große Anstrengungen – auf politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene.“

Leider könne nicht unerwähnt bleiben, dass es einige Menschen in Deutschland gebe, die nicht bereit sind, sich an dieser gemeinschaftlichen Anstrengung zu beteiligen. Sie versteckten sich stattdessen hinter Pseudo-Wissenschaft und Sozialen Medien und seien einfach nicht willens, sich kooperativ zu zeigen. Das sei „unverantwortlich, unsolidarisch und einfach unglaublich“.

Die Landrätin schloss mit einem Zitat von Richard von Weizsäcker, das ihrer Meinung nach selten besser zu einer Weihnachtszeit passte, als in diesem Jahr: „Weihnachten lädt uns zur Gemeinsamkeit ein, zum Nehmen und Geben, zum Zuhören und Verstehen.“

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