80 Millionen Schutzmasken werden eingeflogen – Buchloer Unternehmen Mensch hilft dabei

Die Luftbrücke steht

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Die Logistik des Buchloer Hygiene- Unternehmen Franz Mensch arbeitet auf Hochtouren. Mitte April wird neue Ware erwartet: Die dringend benötigten Schutzmasken gehen ohne Umwege direkt an Bundesbehörden, Krankenhäuser und Arztpraxen, so die Geschäftsführer Achim und Axel Theiler.

Buchloe – Knapp 700 Tonnen Masken, Kittel und Overalls werden in den nächsten Wochen per Charterflug in Deutschland eintreffen. „Geplant sind insgesamt fünf Jumbo-Flugzeuge.

Das sind rund 4.000 Paletten und entspricht knapp 130 LKW-Zügen“, erklären Achim und Axel Theiler, Geschäftsführer des Schutzbekleidungs-Herstellers Franz Mensch aus Buchloe. Das Unternehmen arbeitet seit Wochen daran, den dringend benötigten Nachschub zu ordern, um Bundesbehörden und den Gesundheitssektor zu versorgen.

Neben der 80 Millionen Stück Mundschutz kommen bis Mitte Mai vier Millionen Atemschutzmasken, 2,5 Millionen Kittel, 750.000 Overalls und 400.000 Schutzbrillen. „Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um Nachschub nach Deutschland zu holen“, so Achim und Axel Theiler weiter.

Direkt-Lieferungen an Bund und Krankenhäuser

Das erste der eigens gecharterten Frachtmaschinen wird laut Achim Theiler Mitte April starten. Ein Teil der Ware geht an die Bundesregierung und wird direkt am Flughafen entgegengenommen. Weitere Teile gehen an Krisen-Hotspots wie die Region um die Stadt Heinsberg sowie an die Polizei, Krankenhäuser, Notdienste, den Katastrophenschutz und unzählige Arztpraxen. „Insgesamt haben über 1.200 medizinische Einrichtungen und Verwaltungen in großen Mengen Schutzbekleidung bei Franz Mensch vorbestellt. Darunter sind allein 360 Krankenhäuser, die in den nächsten Wochen mit Nachschub versorgt werden“, so Theiler.

Überlastete Lieferketten

Aufgrund der ungebrochenen Nachfrage, seien die Produzenten in China längst an ihre Grenzen gestoßen. „Darüber hinaus gibt es kaum freie Frachtkapazitäten, was die Beschaffung von Schutzkleidung sehr schwierig macht. Die langen Lieferzeiten und die immer noch ansteigenden Preise sind extrem“, so Achim Theiler. Dass mittlerweile Passagierflugzeuge zu Frachtmaschinen umfunktioniert werden, verdeutliche die Notlage.

Preisexplosion und massiver Druck

Die Beschaffungspreise für Schutzkleidung seien seit Februar teilweise um das 20-fache gestiegen, weil die ganze Welt aktuell diese Ware brauche, resümieren die Buchloer Geschäftsführer. Dazu kämen teure Gebühren für Luftfrachten. Achim Theiler rechnet mit weiteren Preissteigerungen: „Der Markt wird regelrecht leer gekauft. Zum Teil stornieren unsere Produzenten in China unsere Aufträge, weil die USA im großen Stil Produktionskapazitäten aufkauft. Daher ganz klar: Wir bereichern uns nicht.“

„Minister kümmert sich persönlich“

Kürzlich haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Achim Theiler bezüglich der Versorgung mit Schutzkleidung telefoniert. „Mein Ärger hat sich gelegt“, schildert Theiler, der die Behörden bereits Anfang Februar auf einen Masken-Engpass hinwies und wochenlang unerhört blieb (wir berichteten). „Nun kümmert sich der Bundesgesundheitsminister persönlich darum und setzt alle Hebel in Bewegung, um doch noch die Ware zu bekommen“, so Theiler weiter. China sei ein spezieller Markt, was er Bundesminister Spahn auch erläutert habe.

„Um da zu bestehen, braucht es erfahrene Unternehmer. Darauf greift der Bundesgesundheitsminister Spahn jetzt zurück. Ab Mitte April erwarte ich große Lieferungen. Damit können wir den Krankenhäusern und Ärzten helfen, ihre Bestände an Schutzmasken aufzufüllen. Der große Notstand wird sich deutlich verbessern.“

Die Franz Mensch GmbH gehört nach eigenen Angaben zu den europaweit führenden Herstellern von Produkten für Hygiene, Reinigung und Verpackung. Das inhabergeführte Familienunternehmen ist seit über 45 Jahren Ansprechpartner, wenn es um Einweg- und Hygieneartikel sowie um Schutzbekleidung, Sicherheit, Gesundheit und Prävention geht.

kb

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