Plus ein Jahr

Coronakrise: Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums in Kaufbeuren verzögert sich

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Das einstmals neueste Gebäude des Jakob-Brucker-Gymnasiums wird derzeit generalsaniert. Die baulichen Maßnahmen dauern coronabedingt rund ein Jahr länger als geplant.Foto: Höfer

Kaufbeuren – Im September des kommenden Jahres sollte die Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums abgeschlossen sein. Unvorhergesehene Mängel und Probleme durch die Coronakrise verzögern das Projektende nun voraussichtlich um ein Jahr.

Erst zum Schuljahresbeginn 2022/23 ist mit der Fertigstellung des Schulgebäudes zu rechnen.

Das 25 Millionen Euro teure Bauprojekt der Stadt Kaufbeuren feierte seinen Spatenstich im Juli 2017. Die Erweiterung und Generalsanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums war in drei Bauabschnitte geteilt worden. Im ersten Abschnitt wurde der Fachklassentrakt errichtet („Bauteil B“). Die feierliche Eröffnung des neuen Gebäudes für die Naturwissenschaften war im März 2019. Danach begann in zwei Bauabschnitten die Sanierung des bestehenden Gebäudes aus den 1970ern („Bauteil A“). 

Keine Container

„Dieser Stahlbetonskelettbau wird im Rahmen dieser Sanierung zu einem Energie-Plus-Haus entwickelt“, sagte Baureferatsleiter Helge Carl auf Anfrage. Ebenso wie der Fachklassentrakt wird das Gebäude dann mehr Energie produzieren als es verbraucht. Für jeden Bauabschnitt wurde etwa ein Jahr angesetzt. Der Zeitplan der Baumaßnahmen wurde in Abstimmung mit der Schulleitung so entwickelt, dass der Schulbetrieb auch ohne Containerstellung zu jeder Zeit möglich ist, wie Carl erklärte. So wurden zum Beispiel besonders laute Arbeitsvorgänge auf die Schulferien gelegt. Dann kam die Pandemie.

Bereits Anfang Mai zeichnete sich ab, dass die Coronakrise in den folgenden Monaten Auswirkungen auf die Baustelle haben wird. So wurde es auf der Informationsseite der Stadt, www.kaufbeuren-baut.de, die über das Projekt berichtet, bekannt gegeben. Obwohl kein Baustopp drohte, standen bereits Lieferengpässe europäischer Partnerfirmen bevor. „Dies zeigt sich aktuell an der Beschaffung der Bodenbeläge aus Italien. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Monteure ausländischer Firmen nicht nach Kaufbeuren reisen dürfen“, hieß es im Mai auf der Webseite. 

Verunsicherung durch Coronakrise

Einen Vorteil habe die Krise jedoch gebracht: einige Wochen lang war es möglich, ungehindert ohne Rücksichtnahme auf die Schüler, den Bau voran zu treiben, sodass an manchen Stellen Arbeiten im Zeitplan vorgezogen werden konnten. Auch Carl bestätigte auf Anfrage des Kreisbote, dass Lieferketten teilweise nicht eingehalten werden konnten. Schwerwiegender sei jedoch die Verunsicherung über coronabedingte Auflagen und Vorgaben bei den Baufirmen gewesen. „Deshalb haben sie nicht mehr mit vollem Einsatz gearbeitet.“

Ein weiterer Faktor für die Verzögerung ist die notwendig gewordene Mängelbeseitigung. Im Bereich der neu eingebauten Trockenbaudecken von mehreren Klassenzimmern und Verwaltungsräumen, die zum Teil Heiz- und Kühlelemente beinhalten, gibt es offenbar Fehler. „Einige Gewerke wurden gestoppt, damit bei der Überarbeitung der Decken keine Materialschäden in anderen Bereichen entstehen. Der Einzug wird sich deutlich verzögern“, steht auf der Homepage des Gymnasiums. 

Ausführungsfehler

Carl bestätigte das Problem: „Die Mängel müssen abgestellt werden. Auch das braucht Zeit.“ Es handle sich um Ausführungsfehler der damit beauftragten Firma. Aus diesem Grund geht die Stadt davon aus, dass diese für den Schaden „im mittleren sechsstelligen Bereich“ aufkommen wird. Es handle sich um einen sogenannten Gewährleistungsfall. „Die Stadt entschied sich dafür, den Bauvertrag mit dieser Firma zu kündigen“, sagte der Baureferent. Ein anderer Betrieb beseitige nun die Mängel. Dennoch sei die Coronakrise der deutlich schwerwiegendere Grund für das verzögerte Ende des Bauprojekts.

„Es war der Stadt auch weiterhin wichtig, auf Container zu verzichten“, betonte Helge Carl. Mit der Schulleitung wurde intensiv beraten, wie die Logistik des Unterrichtbetriebs nun den verschobenen Baumaßnahmen angepasst werden könne. Vor allem lärmintensive Arbeiten gilt es abzustimmen. Das sei der Grund, weshalb sich die Fertigstellung um ein ganzes Jahr nach hinten verschiebe. „Wir möchten den Schulbetrieb nicht ins Chaos stürzen, nur um ein paar Monate früher damit fertig zu werden“, sagte Carl.

Selma Höfer

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