Traurige Entwicklung

Coronavirus: Entwicklungen im Senioren- und Pflegeheim Waal sind ernst – Sechs Todesfälle

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Mittlerweile sind im Senioren- und Pflegeheim Waal insgesamt sechs Menschen gestorben, darunter ein Mitarbeiter des Heims.

Waal – Die vergangenen Tage haben für Bewohner und Mitarbeiter im Senioren- und Pflegeheim in Waal eine traurige Entwicklung gebracht. 17 positiv auf das Coronavirus getestete Mitarbeiter, 36 erkrankte Bewohner und mittlerweile insgesamt sechs Todesfälle zeigen den Ernst der Lage.

„Die Entwicklungen in der Verbreitung des Coronavirus sind leider nicht planbar, wir müssen uns täglich auf neue Fälle und Schicksale einstellen. Unser Mitgefühl gilt vor allem allen Angehörigen der Verstorbenen“, zeigt sich Landrätin Maria Rita Zinnecker von der Entwicklung in Waal betroffen. Aufgrund der Entwicklung ist das Kriseninterventionsteam vor Ort, um den Mitarbeitern bei der psychischen Belastung beizustehen.

Bei den Verstorbenen handelt es sich laut Landratsamt um fünf Bewohner im Alter von 47 bis 99 Jahren, die unter schweren Vorerkrankungen litten, sowie einen Mitarbeiter des Heims. Derzeit sind zwei Mitarbeiter und zwölf Bewohner in stationärer Behandlung. Im Heim selbst wurde sofort nach Bekanntwerden der ersten Fälle eine Isolierstation eingerichtet, in der erkrankte Bewohner gepflegt werden.

Mittlerweile wurde im Rahmen der Notfallpläne des Freistaates Bayern für Alten- und Pflegeheime ein Heimarzt für Waal bestellt: Dr. Rainer Albrecht aus Oberostendorf ist als solcher für die beiden Einrichtungen in Buchloe und Waal benannt. Er betreibt seine Hausarztpraxis weiter. Seine Aufgabe besteht laut Landratsamt in der Koordination und medizinischen Betreuung und Beratung der Heimleitungen sowie in der Durchführung von Coronatests. Zudem entscheidet er in Absprache mit dem für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren ernannten Versorgungsarzt Gregor Blumtritt und dem ärztlichen Koordinator Dr. Philipp Zimmermann, welche Bewohner aufgrund ihres Gesundheitszustandes in ein Krankenhaus verlegt werden müssen.

Besondere Situation in Waal berücksichtigt

Die Senioren- und Pflegeheime werden von der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) mit Schutzausrüstung versorgt. Hierbei wird trotz allgemeiner Lieferengpässen insbesondere bei Schutzanzügen und Pflegekitteln die besondere Situation des Heims in Waal berücksichtigt. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Wochen 23 Liter Desinfektionsmittel, 50 Schutzkleidungen (Anzüge und Kittel) sowie 500 FFP2-Masken, 150 Schutzmasken und 190 Paar Handschuhe ausgeliefert. Die Verteilung an die Mitarbeiter übernimmt dann die Heimleitung vor Ort, die auch für die Bestellung und Verwaltung des Bestandes verantwortlich ist. Nach Aussage der Heimleitung vom Mittwoch ist ausreichend Schutzausrüstung für die Mitarbeiter vorhanden.

Lokale Unternehmer haben bereits Schutzkleidung gespendet. Zudem gibt es noch zahlreiche weitere Angebote, die derzeit abgearbeitet werden.

Neue Stelle „Heim-Koordination“ in der FüGK

Um die Situation in den Heimen und Pflegeeinrichtungen zu koordinieren, hat Zinnecker seit Dienstag eine Stelle „Heim-Koordination“ in der FüGK installiert. Diese Einheit ist mit Fachkräften aus der Heimaufsicht und des Gesundheitsamtes besetzt und steht allen Heimen im Landkreis Ostallgäu als Ansprechpartner und Koordinator zur Verfügung. „Für den medizinischen Bereich hat der Freistaat die Ärztlichen Leiter an den Leitstellen eingesetzt, für den Pflegebereich fehlt bisher eine adäquate Struktur, daher habe ich mich auf Landkreisebene entschieden, diese einzurichten“, erklärt Zinnecker die neue Organisationseinheit im Rahmen der FüGK.

Der Betrieb des Senioren- und Pflegeheims in Waal wird von der Heimleitung organisiert. In der jetzigen Corona-Krise erfolgt dies in Abstimmung mit dem Heimarzt und mit der nun eingerichteten „Heim-Koordination“. Die Sicherstellung der Pflege der Bewohner ist dabei die wichtigste Aufgabe. Hier gelte der besondere Dank den Mitarbeitern des Heims, die sich für die Pflegebedürftigen hochmotiviert einsetzen, so Zinnecker. Aufgrund der momentanen Situation sind die Verantwortlichen des Heims dabei, über den Pflegepool Bayern weiteres Personal zu rekrutieren.

Insgesamt gilt der Grundsatz, dass gesunde beziehungsweise nur leicht symptomatische Bewohner im Heim verbleiben sollen, da für ältere, vorerkrankte oder demente Personen ein Ortswechsel eine zu große Belastung ist. Allerdings gilt es die weitere Entwicklung der Erkrankungen genau zu beobachten. Die Heimleitung ist in Absprache mit dem Heimarzt und der Heim-Koordination dabei, Pläne für mögliche Szenarien von Personalausfall bis Verlegung der Bewohner in Krankenhäuser auszuarbeiten. In Organisation des Landratsamts (Gesundheitsamt, FüGK) werden weitere Reihentestungen im Heim durchgeführt.

kb

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