51. Fasnachtsabende im Modeon

Countdown für Marsoberdorf: Stimmungsraketen gezündet

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Marktoberdorf – Der Countdown für den Start der Oberdorfer Mars-Rakete dauerte bis Mitternacht und war gespickt mit den schönsten schrillen und schrägen Sketchen, Gags und Parodien. Dafür erhielten die Oberdorfer Fasnachter nach einem schwungvollen Premierenprogramm mit Lachgarantie eine lang anhaltende Welle stehenden Applauses.

Kaum zu glauben, denn eigentlich endete die Oberdorfer Marsmission ganz klar mit einem Debakel: Angesichts heilloser Überladung – ein nicht näher genannter Stadtbaumeister hatte heimlich übrig gebliebene Pflastersteine ins Marsgefährt gehievt – kam es zur ohrenbetäubenden Explosion. Der Start misslang und die Fasnachter blieben ihrem irdischen Oberdorf erhalten. Welch ein Glück!

So ist die Tradition ungebrochen, in vier Stunden das Stadtgeschehen durch die vorwitzige Brille der Fasnacht zu durchleuchten. Marktoberdorf, so wissen wir jetzt, ist im letzten Jahr um zahlreiche Attraktionen reicher geworden. Dazu gehören eine Sauna mit Weitblick, ein Kran, der leuchtet wie ein Weihnachtsbaum, und natürlich der böse Wolf, der nicht nur im Landratsamt tanzt, sondern sich auch am Kuchenbuffet im Café Greinwald vergnügt.

Gut, dass die Oberdorfer Fasnachter stets Bodenhaftung behalten, Hausmeister Walter Sirch den Datenschutz überwacht, die Sulzschneider Sicherheitswacht (Bernhard Sirch, Elisabeth Sirch und Regina Filser) das Wildbieseln unterbindet, Rathaus-Putzfrau Fatma (alias Vanessa Puttner) das Stadtmanagement (fast) übernimmt und die Kneischter (Hansjörg Kögel, Martin Barth, Uli Bayrhof und Wolfi Bolz) gewohnt mafiös ihre Hand über die städtische Kaffeekultur halten. Da kann der Damm am Ettwieser Weiher brechen, der Nippel nicht durch die Lasche gehen oder die Fassadenfarbe nach „kälbledünnschiss“ aussehen – während das Publikum vor Vergnügen johlt, behält der Fasnachter stets Contenance.

Breakdance und Rock‘n Roll

Dass die Jugend auf der Bühne kräftig mitmischt, ist im 51. Jahr der Oberdorfer Fasnacht eine Freude. Die Führerscheinstunde gerät so zur simulierten Chaosfahrt und die Rateshow „dingsda“ zur hellsichtigen Erklärstunde. Getanzt, geturnt und gesungen wird unterdessen, was das Zeug hält: Unter der Leitung von Emre Tutus trifft mit Skilled2Liberty Breakdance auf Pop, die fliegenden Fische der TSV-Turner (unter der Leitung von Simone Hackenberg, Michaela Linsenmeier und Peter Roth) wirbeln fast schwerelos durch die Luft und die Tanzgruppe Azione von Franziska Weissenbach und Annerose Schmalholz lädt ein zum Rock‘n Roll. Wem dabei noch nicht heiß genug wurde, der folgte gebannt dem erotischen Ohrenschmaus der Sängerburschen (Jörg Schneider, Manfred Eggensberger, Tim Stegmann, Tobias Guggemos und Uli Bayrhof) oder ließ gleich zu den Sambarhythmen der Trommler unter der Leitung von Max Kinker die Hüften schwingen.

Der Abend, an dem die Besiedelung des Mars durch mutige Marktoberdorfer misslang, war im übrigen wie alle diesjährigen Fasnachtsveranstaltungen ausverkauft. Begleitet von der Showband Voice feierten die Fasnachter und ihr Team aus rund 140 Darstellern vor und hinter der Bühne stets bissig, anzüglich, scharfzüngig und schlagfertig ihre Stadt und ihre Menschen. Dass „mit über 50 die Sterne für die große Sause nicht günstig stehen“ – wie es die Sängerburschen intoniert hatten – mag für anderes gelten. Die Fasnacht in Marktoberdorf bewies das genaue Gegenteil.

von Angelika Hirschberg

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