Countdown für den runden Geburtstag des Allgäuer Filmfestivals vom 2. bis 8. Oktober 

Zehn Jahre "filmzeitkaufbeuren"

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Die Candy Girls sind ein Markenzeichen der filmzeitkaufbeuren. Mit ihnen feiert das Festival den 10. Geburtstag.

Kaufbeuren – Insgesamt 74 Filme werden bei der 10. Ausgabe der „filmzeitkaufbeuren“ im Corona KinoPlex und im Stadttheater gezeigt. Dabei sind wieder internationale Filme, erstmalig zwei reine Dokumentarfilmblöcke, sowie fünf Filmblöcke für den Hauptwettbewerb, eine „kinderfilmzeit“ und die geschlossene „schulfilmzeit“. Zeit zum Zurückblicken bieten eine „filmzeitretrospektive“ und eine Hommage an die Anfänge der Filmkunst: am 3. Oktober wird der „filmzeitgeburtstag“ gefeiert – mit Stummfilm-Klassikern von gestern, vertont mit Jazz-Musik von heute.

Das Markenzeichen der filmzeit ist ein abwechslungsreicher Mix an Genres, auf die sich jeder Besucher einlassen muss. So werden kurze Spielfilme mit Animations- und Experimental- oder auch Tanz-und Musikclips bunt in einem Filmblock gemischt. Festivalleiter Roman Harasymiw lädt zwei Wochen vor dem Festival, am 17. September, zum „Vor­glühen“ in den Dicken Hund, Spitaltor 7, ein. Mit einem Mix aus Filmen von den bisherigen Festivals und ein paar aktuellen Beiträgen wird dort ein Vorgeschmack auf das 10. Festival gegeben.

filmzeit – Idee und Vision

Der Kaufbeurer Künstler und Kulturpreisträger Roman Harasymiw wollte neue kreative Nahrung in die Stadt bringen. Es war seine Vision, junges Autorenkino nach Kaufbeuren zu holen und Filme abseits vom Mainstream zu zeigen – gemeinsam mit Filmemachern aus der Region und kultur- und kinoverrückten Mitstreitern. Er wollte nicht nur eine Plattform für Filmemacher bieten, sondern auch das Potenzial des Films als Gesamtkunstwerk, für die verschiedensten kreativen Berufe, von Schauspiel über Regie, Produktion bis hin zu Drehbuchautoren, Musik, Tanz, Architektur, Malerei, aufzeigen. „Wir hatten zu Beginn Podiumsdiskussionen mit jungen Filmemachern sowie Workshops für Special Effects angeboten und Vorträge zu Berufsbildern in der Filmbranche arrangiert – letzteres leider ohne großen Erfolg. Vielleicht war es damals noch zu früh dafür,“ überlegt Roman Harasymiw. Auch Sonderprojekte an Schulen und mit Migranten wurden im Laufe der Jahre immer wieder angestoßen und realisiert. Gleichzeitig ist das Filmprogramm stetig gewachsen, aus einem anfänglichen Wochenendprogramm für wenige Eingeweihte hat sich längst eine ganze Festivalwoche mit anspruchsvollem Programm entwickelt, zu sehen im Corona KinoPlex und im Stadttheater Kaufbeuren.

Rule of Nature ist ein Dokumentarfilm von Dieter Primig. Er gewährt einzigartige Einblicke in das Leben einer jungen Eingeborenen und ihres Volkes.

Dazu wurde ein Videokunstpreis ins Leben gerufen und als „Buronale“ ausgegliedert. Die Preisträger dieses Wettbewerbes sind zweijährig im Stadtmuseum zu sehen, das nächste Mal 2018.

Auch die lange gärende Idee einer „filmzeitopenair“ konnte erstmalig verwirklicht werden – in Kooperation mit der Agenda Mauerstetten in diesem Juli.

10. „filmzeitkaufbeuren“ – das Programm

Nach zunächst gut 70 Einreichungen, hauptsächlich von jungen deutschen Filmemachern, für die erste Festivalausgabe, bewerben sich inzwischen Filmemacher aus der ganzen Welt. Obwohl die Wettbewerbsbedingungen verschärft worden sind, gab es dieses Jahr wieder mehr als 600 Festivaleinreichungen, aus denen das Programm erstellt werden musste. Gezeigt werden im Festivalprogramm insgesamt 74 Filme – dazu kommt eine „filmzeitretrospektive“ mit Filmen aus den vergangenen neun Jahren.

Fünftklassiger Fußball in der ersten Welt: die Komödie „A different Bayern“ von Matthias Koßmehl nimmt den Profi-Fußball gehörig aufs Korn.

Das Festival startet am Montag, den 2. Oktober mit der „filmzeitinternational“, mit 16 Filmen im Originalton, mit deutschen oder englischen Untertiteln.

Weil sie aufgrund ihrer Länge den zeitlichen Rahmen gesprengt hätten, sind Dokumentarfilme erstmalig aus dem Hauptwettbewerb ausgegliedert. Zehn ausgewählte Dokumentarfilme, von fesselnd, aufrüttelnd bis melancholisch, leise werden am Dienstag, den 3. Oktober, nachmittags im Corona Kino­Plex gezeigt.

Dort sind am Mittwoch und Donnerstag die Filmblöcke 1 bis 4 zu sehen, am Freitagmorgen gibt es wieder die „schulfilmzeit“ und nachmittags die „kinderfilmzeit“.

Breaking Point ist ein Action geladener Kurzfilm von Martin Lapp, bei dem es um Kopf und Kragen geht. Der Film wurde schon bei Studenten-Oscars in Los Angeles ausgezeichnet.

Am Freitagabend zieht das Festival wieder ins Stadttheater – dort gibt es eine Retrospektive aus neun „filmzeiten“ und der fünfte Block des Hauptwettbewerbes wird gezeigt.

Dort sind am Samstag alle fünf Blöcke des Hauptwettbewerbs von 10 Uhr bis 22 Uhr zu sehen. Traditionell endet der Samstag mit der „filmzeitparty“ und mit Livemusik, dieses Jahr mit „Jazz Mop“ aus Kaufbeuren.

Als Juroren haben die Filmkritikerin Deniz Sertkol, der Schauspieler Michael A. Grimm zugesagt, sowie die HFF-Festivalkoordinatorin Tina Janker und der Regisseur und Autor Su Turhan. Sie werden nach der Weißwurstdämmerung am Sonntagmorgen gegen Mittag die Preisträger der 10. „filmzeit“ verkünden.

„stummfilmzeit“

Bei dem ersten runden Geburtstag widmet sich die „filmzeit“ der Frühgeschichte der Kinokunst – mit den Stummfilm-Klassikern „Safety Last“ mit Harold Lloyd und „The Finishing Touch“ von Laurel & Hardy. Musikalisch vertont werden die Filme von dem renommierten Jazz-Ensemble von „Küspert & Kollegen“. Der „filmzeitgeburtstag“ wird am 3. Oktober abends im Stadttheater Kaufbeuren gefeiert.

Das komplette Programm gibt es unter www.filmzeitkaufbeuren.de.

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