Die etwas andere Kritik einer grandiosen Steinzeit-Familie

Der Kreisboten-Kinotipp: "Die Croods"

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Die Croods machen sich auf den Weg zu neuen Ufern.

Im Corona Kaufbeuren durften letzten Sonntag ganz junge Filmkritiker das Steinzeit-Spektakel „Die Croods“ bewerten – ob sich der Filmbesuch gelohnt hat, verrät folgender Bericht von Michael Denks. Der Film startet offiziell diesen Donnerstag, 21. März in den deutschen Kinos.

Letzten Sonntagnachmittag startete die Preview von „Die Croods“ im Corona-Kino Kaufbeuren. Unter den Zuschauern saßen diesmal auch drei ganz junge Filmkritiker, sozusagen richtige Zeichentrickspezialisten, welche nach den Pixar-Animationen, wie zuletzt „Merida“ und „Toy Story 3“, aber auch Dreamworks-Produktionen à la „Der gestiefelte Kater“ und „Shrek“ eine hohe Erwartungshaltung ins Kino mitbrachten. „Die Croods“ wollen aber nicht nur die Jugend ins Kino locken, auch die Erwachsenen sollen laut den Machern viel Freude und Spannung erwarten. Einem perfektem Familiennachmittag für Groß und Klein stand also nichts mehr im Weg. Allerdings: Ist das Thema Steinzeit nach „Ice Age“ nicht schon durch? Schon vor Wochen blieb ein verwundertes Publikum auf den Stühlen der Berlinale sitzen, dem zuvor die Aussicht auf eine „alberne Geschichte à la Familie Feuerstein“ im Vorfeld kein Entzücken entlockte. Diese Zuschauer wurden schnell eines Besseren belehrt. Ab dieser Woche startet der urzeitliche Siegeszug nun in ganz Deutschland – da müssen sich die Kollegen Sid, Manny und Co. richtig warm anziehen. 

Inhalt 

Die üblichen Probleme einer ganz normalen Familie: Eine Gruppe Steinzeitmenschen kämpft um ihr tägliches Überleben. Papa Grug hat dafür knallharte Regeln aufgestellt. Eine davon besagt beispielsweise: „Alles Neue ist schlecht und Neugier tötet!“ Die dunkle Höhle ist somit der Mittelpunkt des Universums, nur zur Nahrungssuche traut sich der Familienvater zusammen mit seiner Frau Ugga, seinem Sohn Thunk, Nesthäkchen Sandy und der pubertierenden Tochter Eep ans Tageslicht. Alle komplett? Nein – immer noch am Leben ist Grugs Schwiegermutter Gran, die auch noch richtig fies austeilen kann. Darüberhinaus bewirkt die paranoide Einstellung des liebevollen Familienvaters bei der heranreifenden Eep keine Dankbarkeit, sie möchte lieber die fremde Welt erkunden. Der Wunsch geht schneller als gedacht in Erfüllung, die Erdplatten-Verschiebung löst eine Reihe von Erdbeben und Vulkanausbrüchen aus, die dem langweiligen Höhlen-Leben schnell ein Ende bereitet. Zum Glück lernt Eep den schlauen Guy kennen, der – mit Feuer gewappnet – durchaus eine Evolutions-Ebene weiter ist, als der Rest der Steinzeitler. Mit seiner Hilfe und raffinierten Überlebens-Tricks wollen die Croods eine sichere Heimat finden. Für Oberhaupt Grug eine schreckliche Vorstellung – nicht zuletzt, weil ihm Guy als Beschützer den Rang abläuft. 

Rezension 

„Die Croods“ sind die vorsintflutliche Überraschung des Jahres. Im Interview erklärt nach der Vorstellung der siebenjährige Milan, kaum ein Film hätte ihm in den letzten Monaten mehr Spaß gemacht. Der elfjährige Malik lobt vor allem den hohen Action-Gehalt, die rasanten Achterbahnfahrten zwischen „Fressen und Gefressen werden“! Diese machen richtig Laune und bleiben bis zum Schluss spannend. Der jüngsten Kritikern Anouk (vier Jahre) blieb doch in einigen Szenen die Spucke weg, der Gruselfaktor bewegt sich für die ganz Kleinen haarscharf an der Grenze, vor allem wenn sich die Familie gefährlichen Raubtieren und Vulkanausbrüchen stellen muss. Dennoch blieb sie mit ihren vier Jahren tapfer und beachtete vor allem den familiären Charakter der Figuren. Besonders nahe ging ihr die Vater-Tochter Beziehung. Für Jedermann lustig ist der altbewährte „Tom & Jerry“-Humor – da kann kein erschlagender Stein zu groß und keine Klippe zu tief sein, jeder Filmcharakter ist ein Stehaufmännchen und sorgt für regelmäßige Schadenfreude des Zuschauers. An Ideen mangelte es den Autoren keinesfalls; Bären-Eulen, prähistorische Tiger in schillernden Papageien-Farben oder fliegende Schildkröten-Störche, nichts wirkt abgekupfert oder langweilig inszeniert. Besonders charmant: Fliegende Piranha-Sittiche, die einen ahnungslosen Passanten schnell in ein Gerippe verwandeln können. 

Zur Technik: 3D gehört inzwischen genauso zum Trickfilm wie dessen Farbe, auch bei diesem Animationsfilm wieder eine klare Aufwertung. Fazit, „Die Croods“ schreien nach einem weiteren Abenteuer. Wer war nochmal die Familie Feuerstein? von Michael Denks

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