CSU-Generalsekretär Scheuer erklärt den Bayernplan

Anheizen im Hochsommer

+
Die Musikkapelle Geisenried pausierte, während CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer für den Bayernplan 2017 der CSU warb.

Marktoberdorf – Eigentlich herrschten im voll besetzten Saal des Gasthofs Burger vergangenen Montag bereits gefühlte 35 Grad, als CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer ans Rednerpult trat. Eines „Anheizers“ hätte es somit gar nicht erst bedurft. Schwitzen gehörte zu einer der Garantien dieses Abends. Doch Job bleibt nun einmal Job, auch bei hochsommerlichen Temperaturen – und zu Wahlkampfzeiten sowieso.

Eingeladen von den CSU-Ortsverbänden Markt­oberdorf und Leuterschach sowie von der CSU-Kreisvorsitzenden Angelika Schorer tat dann Scheuer auch, was er wohl am besten kann: Die Werbetrommel für das frisch gebackene Wahlprogramm der CSU rühren.

Laudatio und Dankurkunde für Johann Heim (Mitte), der 35 Jahre dem Ortsverband der CSU in Leuterschach vorstand, ausgesprochen und überreicht von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (2. v. li.). Mit ihm gratulieren (v. li.) Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, Dieter Luitz, CSU-Vorstand Leuterschach, Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Andreas Grieser, Vorsitzender der CSU-Marktoberdorf.

Denn Deutschland brauche definitiv mehr Bayern, CSU-geführtes Bayern wohlgemerkt, war sich Scheuer sicher. „Wir vom Süden helfen dem Norden gern mit den richtigen Entscheidungen“, stellte der Generalsekretär gleich zu Anfang an klar. Und nachdem die Position Bayerns im bundesweiten Vergleich damit geklärt war, konnte sich der Spitzenpolitiker auf die Dinge konzentrieren, die ihm am Herzen und quasi auf der Zunge lagen. 

Er pries den am selben Tag erst einstimmig beschlossenen Bayernplan 2017, das Wahlprogramm der CSU, das mit sechs „Garantien“ den Menschen vor allem endlich eines wieder gewähren solle: das Gefühl der Sicherheit. Diese verspricht die CSU folglich beim Thema Steuerentlastung, bei der Unterstützung der Familien, beim Ausbau der Infrastruktur, bei der Wiederherstellung von Recht und Ordnung, bei der Beteiligung an demokratischen Entscheidungen und vor allem beim Thema innere Sicherheit. Schlagworte wie „Obergrenze“ und „Leitkultur“ machten die Runde. Wobei auch Scheuer auf die Frage eines Zuhörers, wie er denn bitte die Schwesterpartei CDU und allen voran Kanzlerin Merkel von einer Obergrenze für Flüchtlinge überzeugen wolle, keine klare Antwort parat hatte. Im Kampf um einen Kompromiss setze er auf einen „Ideenwettstreit“, zunächst einmal heiße es jedoch, die kommende Bundestagswahl erfolgreich für die CSU zu entscheiden, so der Generalsekretär.

Tatsächlich schlug Scheuer gegenüber Kanzlerin Angela Merkel versöhnliche Töne an. Ihre Wiederwahl stellte er als alternativlos dar. Auch wenn diese neue Sympathiewelle nicht zu allen Gästen des CSU-Abends herüberschwappte, so unterstrich Scheuer seine Darstellung mit gezielten Schüssen in Richtung politischer Gegner. Unmissverständlich stichelte er gegenüber SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, die AfD und die Grünen: „Keiner kann Angela Merkel das Wasser reichen.“ Außer vielleicht doch die CSU und ihre Spitzen im Amt? Direkt gesagt hat er‘s nicht, der Herr Generalsekretär Scheuer. Aber die Sätze von Bayerns Überlegenheit lagen noch in der Luft an diesem schwül-heißen Abend im Gasthof Burger, als sich die Limousine mit Andreas Scheuer an Bord schon längst wieder auf den Weg in dessen Heimat Passau gemacht hatte.

von Angelika Hirschberg

    503 Service Unavailable

    Hoppla!

    Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.

  • E-Mail
  • Google+
  • Merkliste
    schließen
  • Weitere
    schließen

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Heimat für begrenzte Zeit
Heimat für begrenzte Zeit
Einschränkung für Bahnfahrer
Einschränkung für Bahnfahrer
503 Service Unavailable

Hoppla!

Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.