"Partei als ein Stück Familie"

+
Der alte und neue CSU-Ortsvorstand: Matthias Queisser (vorne v. li.), Gertrud Gellings, Ulf Jäkel, Julia-Constance Gräfin von Stillfried, Stephan Stracke, Sylwia Pohl, Ernst Schönhaar sowie Christian Sobl (hinten v. li.), Helmut Folter, Gerhard Limmer, Johannes Böckler, Susanne Zoller, Joachim Joanni, Dr. Cordula von der Ropp. Siegrid Chmiel und Klaus Höpp fehlen auf dem Foto.

Kaufbeuren – Der CSU-Ortsverband Kaufbeuren setzt auf das bewährte Team. Zur turnusmäßigen Ortshauptversammlung trafen sich am Montag die Christsozialen und wählten ihren Vorstand. Zahlreiche Mitglieder wurden zudem für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt.

In seiner Begrüßungsrede beschwor Bundestagsabgeordneter und Ortsvorsitzender Stephan Stracke das „betont gute Miteinander“ mit Staatssekretär Franz Josef Pschierer und Oberbürgermeister Stefan Bosse zur Lösung aktueller Probleme. An die Mitglieder adressiert sagte er: „Wir wollen die Partei als ein Stück Familie begreifen“. Man sei eine Kampfgemeinschaft, eine politische Gemeinschaft.

Im Stadtrat gebe die CSU den Takt vor, im Land sei die Stimmung gut und in Europa frage man zuerst: Was tut Angela? Für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf stellte Stracke die Ziele vor: Steuern zu senken, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, Familien zu entlasten und Wohneigentumsbildung zu unterstützen. Mit einem Blick ins andere politische Lager bezeichnete er die Grünen als „Abschaffer des Ehegattensplittings und der Mitversicherung in der Krankenversicherung“ und die Vorschläge der Linken als „nicht bezahlbare Phantastereien der Kommunisten“. Auch „ein Herr Schulz“ müsse erstmal sagen, was er wolle und mit wem er dies wolle. Stracke warb um Unterstützung für die weitere Arbeit der CSU mit tragfähigen Antworten.

Auch in den insgesamt 13 Arbeitsgemeinschaften der CSU werde rege gearbeitet, in einigen davon auch in Kaufbeuren. So hätten die CSU-Senioren in Kaufbeu­ren 56 Mitglieder und organisierten Kulturfahrten zur Stadtentwicklung oder Besuche bei Firmen für alle Älteren ab 60, die noch politisch interessiert, aber nicht mehr gut zu Fuß seien. Die junge Union mit 20 Mitgliedern in Kaufbeuren habe laut Stracke eine erfolgreiche Podiumsdiskussion über Drogenkonsum durchgeführt und auch die Frauenunion sei mit Besuchsfahrten sehr aktiv.

Aus dem Kaufbeurer Stadtrat berichtete Fraktionschef Dr. Thomas Jahn über die erfolgreichen Aktivitäten zum Projekt Forettle und Eisstadion, das noch immer im finanziellen Rahmen sei. Man wolle Mehrwert für Kaufbeuren schaffen.

Deutlich beschrieb Jahn, was Stammwähler seiner Meinung nach von der CSU erwarten: eine Zuwanderungsbegrenzung. „Als kommunale Vertreter muss man sagen, wir können niemanden mehr aufnehmen“. Die anerkannten Asylbewerber müssten nun raus aus den Gemeinschaftsunterkünften und in Sozialwohnungen untergebracht werden, um Obdachlosigkeit zu verhindern. Die Anerkennungsquoten seien viel zu hoch. Die Kommunen seien mit der Unterbringung an der Belastungsgrenze. Mit Bezug auf den Fall des Bundeswehrsoldaten warf er dem Bundesamt für die Anerkennung politischer Flüchtlinge ein Behördenversagen vor und betonte: „Diese Zustände in unser­em Land dürfen wir nicht hinnehmen“. Für die aktuelle Arbeit vor Ort lud er alle interessierten Bürger zu den öffentlich stattfindenden Fraktionssitzungen ein.

Auch OB Bosse sagte in seiner „Halbzeitbilanz“: „Man wird nicht sagen können, dass wir bestehende Chancen nicht genutzt hätten“. Unter anderem würden derzeit bei der B12-Planung die Gespräche über mögliche Abfahrten laufen, die Gespräche über einen möglichen Moscheebau seien zunächst bis zum Herbst zurückgestellt worden.

Am Rande der Veranstaltung nahm Stracke Stellung zu Meldungen des ARD-Magazins Monitor, wonach man in großen Parteien von Bewerbern für ein Direktmandat eine hohe Eigenbeteiligung an den Wahlkampfkosten erwarte. Von 70 bis 100.000 Euro war in dem Bericht die Rede. Stracke meinte dazu: „Ich wurde von niemanden angesprochen oder unter Druck gesetzt“. Wahlkampf koste Geld, das sei klar. „Ich versuche, meinen Wahlkampf weitestgehend selbst zu tragen, unterstützt durch Spenden. Dabei habe ich mir selbst ein sparsames Budget auferlegt.“

Der neue CSU-Ortsvorstand:

Ortsvorsitzender: Stephan Stracke

stv. Vorsitzende: Julia-Constance Gräfin von Stillfried, Ulf Jäkel, Klaus Höpp

Schatzmeister: Matthias Queisser

Schriftführerin: Gertrud Gellings

Beisitzer: Sylwia Pohl, Ernst Schönhaar, Helmut Folter, Gerhard Limmer, Dr. Cordula von der Ropp, Johannes Böckler, Joachim Joanni, Siegrid Chmiel

Für langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt:

10 Jahre: Christian Sobl, Johannes Böckler,Susanne Zoller, Rosemarie Feldmeier, Michael Platterer

20 Jahre: Dr. Erika Rössler, Christina Junglas, Helmut Königsberger

30 Jahre: Klaus D. Mueller

40 Jahre: Elisabeth Vietze, Konrad Fischer, Ladislaus Kastner, Fritz Mayr, Heribert Wagner, Ernst Würstle

von Wolfgang Krusche

Auch interessant

Meistgelesen

Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Unfall durch Geisterfahrer: Verursacher stirbt
Rathaus rüstet technisch auf
Rathaus rüstet technisch auf
Positive Kernaussage
Positive Kernaussage
Qualität soll lenken
Qualität soll lenken

Kommentare