"Das Internet macht´s möglich"

Das Werk eines Poeten sei nur zu verstehen, wenn die jeweilige Zeit und die Wirkungsstätten berücksichtigt werden, ist Karl Ilgenfritz, Präsident der Deutschen Ganghofer-Gesell- schaft, der Überzeugung. Beim Verständnis des Werks des in Kaufbeuren geborenen Ludwig Ganghofers könnte ab sofort die „Virtuelle Ganghoferstraße“ helfen.

„Das Internet macht´s möglich“, freut sich Ilgenfritz, dass die Idee nun realisiert werden konnte. Bequem über die Internetseite www.kaufbeuren.de > Tourismus > Ludwig Ganghofer geht es zur virtuellen Straße. Der Lebensraum des Literaten, der in Deutschland und Österreich lebte und wirkte, umfasst 21 Stationen. Diese sind auf einer virtuellen Landkarte mit roten Punkten markiert. Einfach auf einen der Punkte, beispielsweise Kaufbeuren, Welden, Berlin, Wien oder Tegernsee, klicken und nähere Informationen über Ganghofer erfahren. Bei jedem Mausklick öffnet sich eine eigene Seite, die mit Detaillinformationen, wie die Aufenthaltsdauer, charakteristische Objekte, ortsspezifische Informationen, Literatur-Links, angereichert ist. Weitere Verweise auf andere Internetseiten, wie beispielsweise das Ludwig Ganghofer-Museum in Leutasch (Tirol), sind ebenfalls dort zu finden. Vier Jahre hat Ganghofer nur in Kaufbeuren gelebt, doch „eins ist klar, ohne Geburtsstadt hätte es den Lebensweg nicht gegeben“, verdeutlichte Oberbürgermeister Stefan Bosse vergangene Woche bei der Vorstellung der „Virtuellen Ganghoferstraße“ im Rathaus. Die weiteren Lebensabschnitte seien auf der Landkarte mit den Ziffern eins bis sieben markiert. Nebenorte, wie Schul-, Studien- oder Erholungsorte, werden mit 2.1 bis 7.1 gekennzeichnet. Die Idee zu der „Virtuellen Ganghoferstraße“ sei schon „verhältnismäßig alt“, wie Ilgenfritz berichtet. Schon bei einem Reiseführrer von Volkswagen, der 1999 herausgegeben wurde, waren 36 berühmte Deutsche erwähnt, darunter auch Ganghofer. Schon damals habe er gedacht, „man müsste was über Ganghofer machen“. 2005 sei der Gedanke bei der Feier zum 150. Geburtstag des Literaten entstanden „Ganghofer Orte geographisch zu verbinden“, erklärte Bosse. In Zusammenarbeit mit der Kunst- und Projektförderung der Stadt Kaufbeuren ergab sich jetzt zumindest auf der virtuellen Ebene die Möglichkeit eine Ganghoferstraße „erfahrbar“ zu machen, sagte Bosse und führte aus, dass dies der erste Schritt sei. So könne er sich eine solche Straße auch beispielsweise für Sophie von La Roche vorstellen, die ebenfalls in Kaufbeuren geboren wurde. Die „Virtuelle Ganghoferstraße“ wecke Interesse und Neugier, aber sie sei auch „ein wichtiger Teil“ eines weiteren Unterfangens, so Dr. Stefan Fischer, Leiter des Stadtarchivs. Denn Ganghofer sei auch auf der Datenbank zum literarischen Bayern (www.baylit.de) zu finden. Diese Seite bietet nicht nur Leseproben, sondern verweist auf die „Virtuelle Ganghoferstraße“ . Es sei daran erkennbar, dass „alles miteinander verlinkt sei“, so Dr. Fischer. Es werde auch an einem Allgäuer Litarturportal gebastelt.

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