Daten, Lob und Kritik

Einige Bürger fordern Maßnahmen zur Begrenzung des Fahrzeugverkehrs in der Kemptener Straße. Aktuell werden Spitzenwerte von 9.000 Fahrzeugen pro Tag erreicht.

Die letzte Bürgerversammlung für Buchloe mit seinen Gemeinden fand Anfang der Woche in Lindenberg statt. Und war schon fast traditionell die am Stärksten besuchte dazu. Nach einem Bericht des Ersten Bürgermeisters Josef Schweinberger über den zurückliegenden Zeitraum des vergangenen Jahres trugen die Bürger ihre Sorgen, aber auch ihr Lob vor. Zudem war Landrat Josef Fleschhut erschienen und nahm zu aktuellen Themen im Landkreis Stellung.

Im ersten Teil der Veranstaltung informierte Josef Schweinberger anhand umfangreicher Daten, Fakten und Bildern über die allgemeine Entwicklung in der Stadt Buchloe und in Lindenberg. Dazu gehörten unter anderem eine leicht gestiegene Einwohnerzahl und die Anpflanzung von 600 neuen Bäumen im Gymnasiumwald durch die Pionierklassen. Im Bereich Kinderbetreuung wird 2011 wiederum allen Eltern, deren Kind den Kindergarten verlassen und in die Grundschule kommt, 50 Prozent des Elternbeitrages im Monat September erstattet. Schweinberger bezeichnete das ehrenamtliche Engagement in Buchloe als „ein Markenzeichen“ der Stadt und verwies auf zahlreiche Aktivitäten in der Ferienfreizeit und in Spielgruppen durch Vereine und Organisationen. Neben Wohnungs- und Straßenbau ging der Bürgermeister detailliert auf die Finanzsituation der Stadt ein, die sich insgesamt positiv darstellt. "Stadt an der Sonne" Landrat Johann Fleschhut bezeichnete Buchloe als eine aufstrebende und selbstbewusste „Stadt an der Sonne“, die sich aus eigenen Kräften stetig nach vorne bewegt. Dazu gehöre auch der geplante Bahnhofsneubau, der zu einer Entwicklung als „Mobilitätsdrehscheibe“ beitrage. Für das Krankenhaus „St. Josef“ sieht Fleschhut eine gute Zukunft. „Es verändert sich einiges, aber nicht so sehr wie an den anderen Kreiskliniken“, so der Landrat. Die Kooperation mit Kaufbeuren als Darmzentrum müsse „in einem regen Austausch umgesetzt und gelebt“ werden. Besonders lobende Worte fand der Landkreischef für das Verhalten des Fördervereins unter seinem Vorsitzenden Ferdinand Boberach im Zusammenhang mit der Klinikdiskussion. Der Verein habe mit seinem besonnenen sowie fairen Verhalten zur Beruhigung beigetragen und dem Krankenhaus damit sehr geholfen. Wasser, Lärm, Sicherheit Die Bürger fanden mehrfach Worte des Lobes für ihre Verwaltung, brachten aber auch Sorgen und Bedenken vor. Ludwig Maier sagte: „Wer mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, der muss sagen, die Stadt wird immer schöner und entwickelt sich sehr gut!“ Allerdings käme es seit dem Ausbau der Lindenberger Hauptstraße häufig zu Überschwemmungen für einige Anwohner, weil die Gullys das Wasser nicht mehr aufnehmen könnten. Schweinberger bestätigte dies ausdrücklich und ergänzte, dass in Zukunft mit noch mehr Niederschlägen zu rechnen sei. „Jeder muss sich selbst davor schützen“, rief der Bürgermeister die Einwohner auf. Hans-Jürgen Klöck forderte Maßnahmen zur Begrenzung des Fahrzeugverkehrs in der Kemptener Straße, der von durchschnittlich 4.800 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 2005 auf nunmehr 6.600 angestiegen sei und Spitzenwerte von 9.000 Fahrzeugen pro Tag erreiche. Dirk Neumann forderte mehr Geschwindigkeitskontrollen, da Kraftfahrzeuge aller Art mit Tempo 70 den Berg runter donnern. Den Lärmpegel durch die A 96 und die B 12 kritisierte Bernhard Roczek und fragte nach Konzepten. Schweinberger entgegnete, dass 2002 eine Umgehungsstraße durch die Lindenberger Bürger abgelehnt worden sei. Eine einvernehmliche Lösung sei nur mit Hilfe betroffener Grundstücksbesitzer und der Gemeinde möglich: „Es müssen alle mitmachen!“ Der angesprochene Lärmpegel halte sich in den gesetzlichen Grenzen und ein vorgesehener Lärmschutzwall sei an den Grundstücksbesitzern gescheitert. Athanasius Würstle sah keine Notwendigkeit für ein neues Baugebiet, da noch andere Baulücken vorhanden seien. Schweinberger antwortete, dass für Familien kaum ein Angebot bestehe und Baulücken in privater Hand nicht steuerbar seien. Sebastian Schweighofer als Vorstand der Feuerwehr dankte allen Bürgern für die Unterstützung bei der Beschaffung der neuen Fahne und lud zur Fahnenweihe im nächsten Jahr ein.

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