Deine zweite Chance

„Diese Informationen sind für Personen bestimmt, die selbst ihr Leben in die Hand nehmen und was tun wollen“ steht auf dem Flyer, der auf den Stühlen des Saales im „Gablonzer Haus“ ausliegt. Nicht nur mehr Chancen im Beruf, sondern „den Gedanken der Gemeinschaft, des Gemeinsinns wiedererlangen“, sei das Ziel des neuen Programms „BIWAQ“, Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier, worauf sich die Stadt Kaufbeuren beworben hat, sagt Projektleiter Lutz Tokumaru. 460 Bewerbungen seien beim Bund für das Programm eingegangen. Zusammen mit 92 anderen Projekt- standorten habe Kaufbeuren den Zuschlag erhalten. Umgesetzt wird das Programm im Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz.

Gezielt sollen mit „BIWAQ: Netzwerk Neugablonz – Deine 2. Chance“ Jugendliche ohne Ausbildung (JOAS), Hauptschüler, Existenzgründer, Langzeitarbeitslose und Wiedereinsteiger in den Beruf angesprochen werden, die ihren „Lebensmittelpunkt in Neugablonz haben“, sagt Tokumaru bei der Vorstellung des neuen Programms. Das Programm ist auf vier Jahre ausgelegt und erhält insgesamt fast 900000 Euro Projektmittel, die zu 6,5 Prozent (%) von der Stadt Kaufbeuren erbracht werden; zu 50% aus dem Europäischen Sozialfond für Deutschland stammen; 38% kommen vom Bundesminis- terium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und 5,5% sind eine Kofinanzierung von der ARGE-Kaufbeuren. Mit dieser Summe „kann man einiges aufbauen und einiges anfangen“, ist Tokumaru überzeugt. Projektträger ist die Stadt Kaufbeuren im Rahmen von der Koordinierungsstelle „Kaufbeuren aktiv“. Mit über 13000 Einwohnern sei Neugablonz ein „wesentlicher Bestandteil unserer Stadt“, sagt Gerhard Bucher, 2. Bürgermeister Kaufbeuren, der sich über den Zuschlag für Neugablonz freut. Umgesetzt werden soll „BIWAQ“ in verschiedenen Einzelprojekten, die sich zielgerichtet an die verschiedenen Gruppen richten. Verbessert werden sollen beispielsweise die Fähigkeiten und Qualifikationen der Teilnehmer, Arbeits- und Ausbildungsplätze sollen erhalten werden und durch den Zuwachs an qualifizierten Arbeitskräften ist geplant die lokale Ökonomie zu stärken. Insgesamt erhoffen sich die Beteiligten durch die Stärkung der Einzelnen eine Stärkung des Stadtteils Neugablonz. Zwar gebe es in Neugablonz keine Probleme, aber dafür viele Herausforderungen, ist Alfred Riermeier, Leiter der Koordinierungsstelle Kaufbeuren aktiv, überzeugt. „BIWAQ“ ist Teil des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“. Bei dem neuen Programm gehe es allerdings nicht nur darum „Straßen zu erneuern“, sondern darum das „Gesamtwesen nach vorne zu bringen“, betont Ralf Baur, Baureferatsleiter der Stadt Kaufbeuren. Wenn etwas verändert werden soll, dann „muss ich mich auch um die Menschen kümmern“, sieht Baur den Anspruch des Programms. Infos zu „BIWAQ: Netzwerk Neugablonz – Deine 2. Chance“ gibt es beim Projektleiter Lutz Tokumaru, unter Tel. 08341/ 9979036, bei der Koordinierungsstelle Kaufbeuren aktiv, Tel. 08341/437388, oder auf www.biwaq.de. Die Kooperationspartner des Programms sind die Arbeitsagentur Kaufbeuren, die ARGE-Kaufbeuren, die Gustav-Leutelt-Schule, die Staatliche Berufsschule Kaufbeuren, die IHK, die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft, das Integartionsforum, das Generationenhaus, der SJR-Kaufbeuren, Allgemeiner Sozialdienst, das Quartiermanagement Neugablonz, IBBW (Evaluation, Monitoring und Ulrike Seifert (Gender-Begleitung).

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