P-Seminar zur Erfassung von Bildwerken in Kaufbeuren und Neugablonz 

Marienschülerinnen auf Denkmal-Safari

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Die Schülerinnen des P-Seminars Geschichte 2016/18 bei der Ergebnis-Präsentation im Stadtmuseum. Links Petra Weber, Leiterin des Stadtmuseums, rechts hinten Thomas Städele, Fachlehrer Geschichte.

Kaufbeuren – 16 Oberstufenschülerinnen des Marien-Gymnasiums, die 2018 über ihren Abiturthemen schwitzen werden, haben vergangenen Mittwoch im Stadtmuseum einer Reihe von geladenen Gästen die Ergebnisse ihres zweijährigen P-Seminars „Denk‘ mal ans Denkmal“ vorgestellt.

In dem von Geschichts-Fachlehrer Thomas Städele geleiteten Projekt haben sie sich einer Kaufbeurer Dokumentationslücke erbarmt: Bislang gab es nirgendwo in der Stadt eine Aufstellung über die im Raum Kaufbeuren vorhandenen Bildwerke.

Das hatte Kreisbote-Mitarbeiterin Ingrid Zasche Ende 2014 bei den Nachforschungen erfahren, die sie zum Verbleib der verschwundenen Plastik „Das Geheimnis“ angestellt hatte (wir berichteten). Es besteht lediglich eine Auflistung von Skulpturen und Gemälden innerhalb von Gebäuden. Alle einschlägigen Stellen zeigten sich jedoch an einer Outdoor-Bildwerk-Dokumentation äußerst interessiert, wenn es sie denn je gäbe. Daher regte Zasche beim Schulamt an, die „Erfassung Kaufbeurer Bildwerke“ an einem der Kaufbeurer Gymnasien als P-Seminar durchführen zu lassen, damit man sich eines Kunstwerks aufgrund der Dokumentation zumindest erinnern kann, falls es wieder einmal aus irgendeinem Grund nicht möglich sein sollte, es zu bewahren.

Eine der drei Friedsäulen von 1337 steht direkt bei der Marienschule.

In ihrer Bildschirm-Präsentation zeigten die Schülerinnen, wie sie seit Mitte Februar 2017 mit Feuereifer recherchiert, eine Online-Gruppe und eine für allgemeine Koordination zusammengestellt, fotografiert und Texte geschrieben hatten. Untersuchungsziele waren der Name eines Bildwerks, die dargestellte Person und/oder der Bezug zu Kaufbeuren, der Standort, wann und warum es aufgestellt wurde, die Kosten und Informationen zum Künstler, außerdem eine Beschreibung von Material, Größe und Inschrift sowie ein Foto des Objekts.

Ergebnis des P-Seminars: 56-seitige Broschüre mit der Dokumentation von 24 Kaufbeurer Bildwerken.

Aus den gesammelten Informationen ist eine 56 Seiten starke Broschüre entstanden, für deren Finanzierung Ulrike Gerber vom Amt für Stadtplanung und Bauordnung gewonnen werden konnte. Enthalten sind vorderhand 24 Skulpturen, Brunnen, Infotafeln, Wirtshausschilder und Gedenkstätten. Derzeit gibt es das Heftchen nur in einer Auflage von 125 Stück – für die Schülerinnen, für alle anderen in irgendeiner Form Beteiligten und für die interessierten amtlichen Stellen. Es ist jedoch sicher einer Überlegung wert, diese hübsche kleine Broschüre zukünftig gegen einen geringen Obolus über das Stadtmarketing einem breiteren Publikum anzubieten. Schulleiter Andreas Merz spielt sogar mit dem Gedanken, möglicherweise in einem neuen P-Seminar ein Ergänzungsheft erstellen zu lassen, Bildwerke gibt es nachgerade noch genug in Kaufbeuren und Umgebung. Auf jeden Fall will Rainer Hesse vom Stadtmarketing Anfang des nächsten Jahres mit den bisher erfassten Daten die Internet-Datenbank von Kaufbeuren erweitern.

Mit ihrem Einsatz haben die Mädchen etwas Bleibendes geschaffen und konnten sich damit auf diese Weise ein bisschen auch selbst ein Denkmal setzen. Dafür bedankten sich die Schülerinnen mit Blümchen und kleinen Geschenken bei allen, die ihnen bei dem Projekt mit Inspiration, Rat und Unterstützung beigestanden hatten – unter anderem bei OB Stefan Bosse (der „Wiedergutmachung“ für angebracht hielt, weil er, wie er sagte, ja auch für den Bauhof zuständig sei, der das Neugablonzer Denkmal geschreddert hatte), bei Rainer Hesse vom Stadtmarketing, bei Ulrike Gerber vom Amt für Stadtplanung und Bauordnung, bei Werner Weirich, Dr. Ulrich Klinkert und Helmut Lausser stellvertretend für den Heimatverein, bei Petra Weber und Claudia Königsberger vom Stadtmuseum für die Gastfreundschaft und auch bei ihren Lehrern sowie Ideengeberin Ingrid Zasche.

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